Samstag, 28. April 2012

Verkommen - Bryan Smith




Klappentext:


Jessica möchte einen günstigen Gebrauchtwagen kaufen. Als sie mit dem Besitzer alleine in dessen Wohnung ist, fällt er über sie her und vergewaltigt sie.

Jessica will nur noch eines: Rache. Deshalb entführt sie den Mistkerl in die einsame Wildnis. Sie will ihn erschießen, er soll sterben …


Aber die beiden befinden sich an einem bösen Ort. Die inzüchtigen Einwohner des Städtchens Hopkins Bend hüten seit Generationen ein grauenvolles Geheimnis – und Jessica kommt ihnen für ihre perversen Spiele gerade recht …





Bryan Smith präsentiert uns mit diesem ersten in Deutschland erschienenen Roman ein Debüt, das sich gewaschen hat.
Was der Klappentext verspricht, wird nicht nur gehalten, sondern gnadenlos übertroffen.
Die Kleinstadt Hopkins Bend beherbergt die Verkommenheit auf Beinen. Jeder, der sich dorthin verirrt, wird ein Opfer perversester Exzesse, die man sich in seinen krankesten Fantasien kaum ausmalen kann. Dabei ist Smith die Umsetzung der Charaktere brillant gelungen. 
In unterschiedlichen Handlungssträngen erlebt der Leser die Schicksale der einzelnen Protagonisten, die ihnen in Hopkins Bend unausweichlich bevor stehen. Dabei scheint jeder Einzelne von ihnen in einer anderen gestörten Familie zu landen, wobei sich die einzelnen Sippen der Kleinstadt an Abartigkeit gegenseitig übertreffen. Interessant ist dabei auch der Charakter der Abby Maynard, die sich rein oberflächlich nicht von ihrer Sippe unterscheidet, jedoch heimlich von einem anderem Leben träumt. Sehr gut gelungen erschienen mir auch die Veränderungen, die die Menschen aufgrund ihrer grauenvollen Erlebnisse durchmachen. An manchen Stellen fühlte ich mich spontan an den Film "Natural Born Killers" erinnert.
Die Beschreibungen der Gewaltszenen sind an Präzision und Detailverliebtheit kaum zu übertreffen. Erstaunlicherweise gelingt Smith das, ohne langatmig oder ausschweifend zu werden. Das Lesen wird an keiner Stelle anstrengend oder langweilig. Das Buch liest sich wie ein nichtendenwollender Strom von kranker Gewalt und sadistischer Brutalität.


Für mich als hartgesottenen Horror- und Splatterfan war "Verkommen" tatsächlich ein Roman, der mich fast "geschafft" hätte. Das rasanteTempo der Brutalitäten zwang mich ab und zu, eine Pause einzulegen und auf dem Balkon frische Luft zu tanken.
Die eine oder andere Szene hätte fast mein Abendessen wieder an die Oberfläche befördert (ich sage nur: Gladys!)
Ein Problem habe ich immer mit zu vielen verschiedenen Handlungssträngen. Wenn sich diese irgendwann wieder zu einer Einheit zusammenfügen, bin ich zufrieden. Hier war das aber nicht der Fall. Jeder erlebt sein eigenes Ding und jeder beendet die Story auf seine Weise. Trotzdem konnte ich der Story gut folgen und kam auch nach den Lesepausen immer wieder gut rein.
Da ich ein Fan von paranormalen Elementen bin, wurde ich auch in dieser Hinsicht gut bedient.




Fazit:
"Verkommen" ist ein tabuloser Gewaltmarsch durch die menschliche Psyche. 
Ganz klar empfehle ich diesen Roman nur für Erwachsene, aber ich empfehle ihn dringendst!


"Verkommen" von Bryan Smith erschien im März 2012 beim Festa Verlag.


Weitere Details:


384 Seiten
Originaltitel: Depraved
Übersetzung: Doris Hummel
ISBN 978-3-86552-140-8



Eine kostenlose Leseprobe findet Ihr hier



Kommentare:

  1. Tolle Rezi. Ich glaub das Buch muss ich auch noch lesen.

    AntwortenLöschen
  2. Tomzillafan Michaela2. Mai 2012 um 13:10

    Die Rezi klingt sehr vielversprechend!Mich alten Horrorfan von blutrünstigen Schockern kann so schnell nichts mehr erschüttern,lach;)

    AntwortenLöschen
  3. Es lohnt sich wirklich, obwoooohl: ich fand "Verkommen" noch ein Tickelchen besser durchdacht *zugeb*

    AntwortenLöschen
  4. Hahaaa...das ist IST ja "Verkommen" Ich dachte, ich kommentiere im "Seelenfresser".

    AntwortenLöschen