Donnerstag, 14. Juni 2012

Kutná Hora - André Wegmann



Vorab ein herzliches Dankeschön an André Wegmann, der mir ein Rezensionsexemplar im eBook-Format zur Verfügung stellte. Da ich aber eher ein Fan von "Holzbüchern" bin, habe ich es mir einfach mal bestellt.

Zum Inhalt laut Amazon:

Ein junges Liebespaar macht Urlaub in der Tschechischen Republik. Abseits von Prag - in der Nähe der Stadt Kutná Hora - halten sie ein Picknick auf einer Wiese im Grünen ab. Sie genießen die Frühlingsidylle, als plötzlich ihr Jack Russel Terrier aufgeregt zu bellen anfängt und in dem angrenzenden Wald verschwindet. Bei der Suche nach ihm, stößt das Paar auf einen alten, verfallenen Jahrmarkt und macht einige beunruhigende Beobachtungen. Als plötzlich auch noch die Frau an seiner Seite spurlos verschwindet, erkundet der junge Student Randy die scheinbar verlassenen Attraktionen des Jahrmarkts genauer und macht grauenvolle Entdeckungen. Irgendjemand - oder irgendetwas - scheint gar nicht erfreut über seinen Besuch zu sein... Horror, Spannung und eine Prise Sex. Ab 18! 




"Kutná Hora" kommt als Taschenbuch mit einem ansprechendem Cover daher, wie es sich jeder Horrorfan wünsche würde. Was das Cover verspricht, hält die Story auch.
Bei diesem Kurzroman mit nur 114 Seiten wurde kurzerhand auf ausschweifende Schilderungen und langatmige Dialoge verzichtet. André Wegmann kommt zielstrebig und rasant zur Sache. 
Abgesehen von der detaillierten Sexszene gleich zu Anfang der Geschichte, dauert es nicht lange, bis man sich im gewünschten Horrorszenario wiederfindet.
Dabei erspart uns der Autor allzu tiefgreifende Charakterentwicklungen und konzentriert sich in erster Linie auf das Geschehen.

Bevor ich mir das Buch bestellte, las ich zunächst diverse andere Rezensionen, um mir vorab ein Bild zu machen. Es fielen Begriffe wie "Klischee", "schwach", "platt", usw., aber auch "großartig", "spannend" und "unterhaltsam".

Die erste Gruppe der Rezensenten hat anscheinend übersehen, dass es sich hier um einen Kurzroman handelt. Logischerweise bleibt da nicht mehr viel Spielraum für die geforderten Stilmittel.

Die zweite Rezensentengruppe besteht offensichtlich aus Horrorfans, die wissen, was sie wollen und was sie erwarten könnte.

Seien wir mal ehrlich! 

Was erwarten wir denn, wenn wir einen Laymon lesen?

Wir erwarten Klischees, platte Charaktere, möglichst wenig anspruchsvolles Geschwafel und haufenweise Action in den schillerndsten Horrorfarben. 
Genau das hat André Wegmann uns hier geliefert, denn DAS ist Horror.
Wem das zu wenig ist, sollte zurück zu Poe und Lovecraft gehen, denn dort bekommen wir noch den subtilen Horror für Zartbesaitete. 
Ich will darauf hinaus, dass es Geschmacksache ist, was man erwartet und was man schlußendlich wirklich liest.


Ich bin eindeutig Typ 2 ;-)


Es muss zur Sache gehen - es muss rasant sein - ich will kurze und klare Ansagen, ohne einen Satz drei Mal lesen zu müssen, um ihn zu verstehen.


Wie auch Wegmann's Kurzgeschichte "Sonne des Grauens" hat "Kutná Hora" ein Ende, das mir gefällt. 
Wieder stellt sich mir die Frage: Hätte man daraus nicht etwas mehr machen können?
"Kutná Hora" hat definitv Potential für einen wesentlich längeren Roman, wenn nicht sogar für eine Fortsetzung.
Wie sieht es aus, André? Können wir damit rechnen?


Fazit:
Unterhaltsamer Stoff für Fans von Laymon, Smith und Curran mit ausbaufähigem Plot.


Details zum Roman:


Veröffentlicht im Juni 2012 über Amazon Create Space


  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1477599371
  • ISBN-13: 978-1477599372
  • Größe und/oder Gewicht: 20,3 x 12,7 x 0,7 cm  
 "Kutná Hora" könnt Ihr HIER als Taschenbuch bestellen.

HIER bekommt Ihr es auch als eBook.



Kommentare:

  1. Tolle Rezi. Deine Rezis sind immer so gemein zu mir...sie sorgen so oft dafür das nen Buch auf meine Wunschliste wandert

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  2. Klasse Rezi, das macht mich schon ziemlich neugierig!

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  3. Tolle Rezi... wandert beim nächsten Einkauf dann mal mit in den Warenkorb :-)

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  4. Ich sollte deine Rezis nicht mehr lesen, denn jedesmal wandert das Buch gleich auf meinen SuB :o( Warum müssen wir auch so einen gleichen Geschmack haben? Aber wie immer hast du eine unheimlich gute Rezi geschrieben.
    LG Beate

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    1. Liebe Beate, ich kann überhaupt nichts dafür *unschuldig guck* Und dabei rezensiere ich nicht einmal alle Bücher, die ich gelesen habe.
      "Verderben" von Bentley Little war übrigens auch sehr geil. Und jetzt lese ich gerade "Böse" von ihm....hach jaaaa :-)

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