Mittwoch, 4. Juli 2012

Haus der bösen Lust - Edward Lee



Inhalt laut Klappentext:

Nachdem Justin Collier das Hotel betreten hat, bemerkt er, wie ungeheuer scharf er heute ist. Er kann an nichts anderes mehr denken als an Sex. Aber er irrt sich – nicht er ist so geil, es ist das Haus ...

Und als es Nacht wird, hallt durch die leeren Räume ein gieriges Flüstern, und Mädchen, die schon vor langer, langer Zeit gestorben sind, kichern unheilvoll ... 



Nachdem ich bisher nur auf wahre Begeisterungsstürme traf, als "Haus der bösen Lust" endlich erschien, konnte ich natürlich nicht anders, als mir diesen vielversprechenden Horrorschmöker gleich zu bestellen.
Der Roman beginnt auch recht angenehm mit einer Rückblende ins 19. Jahrhundert, die mich über die Hintergründe der Story aufklärte.
Wieder zurück in der Gegenwart, lerne ich Justin Collier kennen, Autor von Büchern über Biere und ehemaliger Moderator einer entsprechenden Sendung.
Zunächst liest sich alles noch recht vielversprechend.
Leider ging es aber nicht weiter in diese Richtung. Die Handlung wechselte von nun an ständig vom 19. Jahrhundert zum Hier und Jetzt, was auf Dauer sehr anstrengend war. Auf den wahren Horror, den das Cover mit der blutüberströmten Frau verspricht, habe ich bis zum Ende vergeblich gewartet. Der einzige Horror, den die Protagonisten empfinden, besteht offensichtlich darin, sich permanent gegen ihre Notgeilheit wehren zu wollen. Behauptungen, Lee würde alles sehr treffend, knallhart und auf den Punkt formulieren, kann ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen. Mir kam es so vor, als wurde ständig um den heissen Brei herumgeredet. Immer, wenn man dachte: JETZT kommt was ganz Sensationelles, wurde man wieder bloss mit flachem Drumherumgeschreibe abgespeist. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Szene zwischen Justin und Dominique.

ACHTUNG, SPOILER!

Unser Protagonist will sich seiner Angebeteten nähern. Diese verweigert sich ihm jedoch, weil sie ihm erst etwas ganz Furchtbares über sich erzählen muss. Nach ewig langer Diskussion rückt sie endlich mit der Sprache raus. Ich, als Leserin, bin also schon mit ins Sofa gekrallten Fingern total gespannt, welches schreckliche Geheimnis sie umgeben möge. Ist sie eine Mörderin? Ist sie ein Transvestit? Hat sie einen Menschen gefressen? Was, zum Geier, kann so schlimm sein?
Tja, die Gute hat mal einen Geist gesehen....Huuuhuuuu! Wie außerordentlich schrecklich und gruselig!
Ich erschlaffte augenblicklich gähnend und habe mir ernsthaft überlegt, ob ich FESTA diese Buchbesprechung wirklich antun möchte.


SPOILER ENDE


Das war nur mal ein Beispiel von Vielen. In dieser Art gestaltet sich der ganze Roman. Über das Ende schweige ich am besten ganz.  Die für mich als erwartungsvollen Leser wichtigen Dinge geschehen nur spärlich, während völlig uninteressantes Gelaber komplett im Mittelpunt steht.
Nach einer mir endlos erscheinenden Lesezeit bin ich nun eine Expertin der Gepflogenheiten des 19. Jahrhunderts, kann wahrscheinlich mit verbundenen Augen Bier brauen und habe auf Kirche und Religion nun noch weniger Bock als zuvor.
Allerdings muss ich Edward Lee zugute halten, dass das oben genannte Wissen sehr gut recherchiert war.
Ach ja...Sex gab es natürlich auch reichlich. Zumindest das wurde geliefert.



Fazit:


Gott sei Dank bin ich endlich durch! Es war leider weder spannend, noch gruselig, noch actionreich. Ich war selten so genervt. Wer wissen will, wie man Bier braut, Eisenbahnschienen verlegt und Scheren schmiedet, hat mit diesem Roman eine sinnvolle Anschaffung getätigt.


Details zum Buch:


Erschienen im Juni 2012 beim Festa Verlag


Deutsche Erstausgabe
Broschur 19 x 12 cm, Umschlag in Lederoptik
400 Seiten
Originaltitel: The Black Train
Übersetzung: Michael Krug
ISBN 978-3-86552-149-1

"Haus der bösen Lust" kann man HIER bestellen.

Eine kostenlose Leseprobe bekommt man  HIER

Das eBook kann man HIER bestellen. 

Kommentare:

  1. Und ich dachte dieser Autor wäre so krass drauf. Danke für die Warnung. Für das Geld kaufe ich mir besser ein Buch von Bryan Smith.

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    1. Krass ist da mitunter nur die Ausdrucksweise. Ich würde aber immer mehrere Meinungen einholen. Schau doch auch noch bei Armin (elements-of-crime.de) und bei Dave's Buchwelt.

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  2. dass ist mit abstand die schlechteste Kritik die ich in meinem Leben gelesen habe. Unglaublich wie Oberflächlich du dieses Buch bewertest.
    Dein Fazitsatz setzt dem ganzen die Krone auf.

    Hier lernt man nix übers Bierbrauen oder Schienen verlegen, ich weiss nicht welches Buch du gelesen hast, aber dass dann so zu bewerten ist eine Frechheit den Leuten gegenüber die so einer beschissenen Kritik glauben schenken.

    Deine Beispiele die du als Grund nennst warum dass Buch schlecht ist, sind auch nicht nachvollziehbar.

    SPOILER
    Dass Dominique enthaltsam lebt und erst nach der Ehe sex haben will wird sicher nicht ewig hinausgezögert und passt auch absolut in die Geschichte rein, weil es einen starken Kontrast zum Haus bildet was die Leute die es bewohnen ja sexuell so anregt. Ist diese Tatsache an dir vorbeigegangen? Oder bist du einfach nur neidisch weil du mit deiner Möse es nicht aushälst 2 Tage enthaltsam zu leben? Hast dir wahrscheinlich schon dein Hirn rausgef***.

    SPOILER ENDE

    JETZT ZU MEINEM FAZIT. (Darauf kann man immerhin was geben.)

    Was Edward Lee uns hier präsentiert ist eine sehr Spannend erzählte Geschichte, mit einem Hauptprotagonisten den man sehr schnell ans Herz schliesst weil man sich klasse mit Ihm Identifizieren kann.
    Was mir besonders gefallen hat ist der Kontrast zwischen Perversionen, Ekel und Humor. EIN KLASSE BUCH.
    ZIEH DIR DASS REIN MIT DEINER BESCHISSENEN KRITIK DU ALTE SCHACHTEL


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    1. Liebe/r anonyme/r Kommentator/in,

      vielen Dank für Deine Meinung. Sicher gehst Du davon aus, dass ich diesen Kommentar lösche. Stattdessen war ich so frei, ihn öffentlich zu machen.

      Du findest ihn jetzt hier:

      http://www.facebook.com/HorrorAndMore/posts/519216648151227?comment_id=4452257&offset=0&total_comments=13&ref=notif&notif_t=share_comment

      und hier:

      http://www.horrorandmore.de/norgel-ecke/der-preis-den-wir-zahlen/

      in zahlreichen Facebook-Chroniken der User, die das geteilt haben, in Gruppen und höchstwahrscheinlich auch an vielen anderen Stellen im Internet.

      Liebe Grüße
      Carmen

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    2. Richtig so. Solchen boshaften Menschen muss das Handwerk gelegt werden. Ich liebe deine Rezensionen Carmen und ich hoffe, dass du dieser feigen Blödsinn nicht zu Herzen nimmst. Ich hab es auch geteilt und hoffe, das machen auch viele andere Blogger und Leser. Wir rezensieren in unserer Freizeit ohne einen Cent dafür zu bekommen, da müssen wir uns so etwas nicht gefallen lassen.

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  3. Ich frage mich auch, wie man mit sowas umgeht. Aber: Glaubst du wirklich, dass den Schreiber interessiert, dass jeder seinen Kommentar auf fb lesen kann? Ich denke, ein Blogbeitrag oder eine Sammlung der unsinnigsten Kommentare wäre lustig, irgendwas kreatives. Aber es auf fb zu teilen ist eher eine Trotzreaktion. Du bekommst sicher viel Zuspruch, aber... im Moment kann ich mir nich vorlstellen, dass das was bewirkt.

    Der Kommentar ist unfair und ich würde ihn löschen. Die Kritik an sich ist... mittelmäßig - du schreibst gut, treffend und erklärst alles. Aber du beschränkst dich meist auf die Spannng - was ist mit dem Schreibstil?

    Sry für die harten Worte.

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    1. Liebe Evy, das empfinde ich nicht als hart. Da gibt es andere Kaliber (s.o.). Diese Reaktion von mir ist meine einzige Möglichkeit, mich zu wehren. Das habe ich zuvor noch nie getan, habe immer alles ignoriert, gelöscht, ins Reine gebracht. Dieses Mal ist das Fass übergelaufen. Ich denke, man muss auch mal einen Warnschuss abgeben.
      Mit einer Sammlung der unsinnigsten Kommentare, wie Du mir vorgeschlagen hast, würde ich unter Umständen Urheberrechte sogar verletzen.
      Den Schreibstil von Edward Lee (dessen andere Werke ich übrigens liebe), habe ich hier im Eifer des Gefechts wohl vernachlässigt. Diese Rezi ist immerhin über ein Jahr alt. In der letzten Zeit habe ich dazu gelernt und versuche immer kein "der Schreibstil-ist-flüssig-Blogger" zu sein. Und ja, ich lege sehr viel Wert auf Spannung. Ich lese in erster Linie, um mich zu unterhalten und nicht, um den tollen Schreibstil zu bewundern. Aus diesem Aspekt heraus entstand diese Bewertung.
      Wenn Du Dir ganz oben den ersten Kommentar noch einmal ansiehst, wirst Du feststellen, dass ich meine Meinung nicht als Maßstab aller Dinge betrachte. Dort habe ich nämlich noch zwei andere Blogs empfohlen, die das Buch anders bewertet haben.

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