Samstag, 10. November 2012

Benjamins Parasit - Jeff Strand



Ich bedanke mich mit schauerlichen Grüßen bei VOODOO PRESS für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Klappentext:

"Zu jedem Zeitpunkt beherbergt der menschliche Körper Millionen von Parasiten. Dies ist die Geschichte von nur einem von ihnen. Einem wirklich, wirklich widerlichen.
Benjamin Wilson hatte einen lausigen Monat, und das sogar noch vor seinen Magenschmerzen. Er wurde bald 40. Einer seiner Schüler war erschossen worden, während er mit einem Fleischerbeil Amok lief. Und kurz nach dessen Beerdigung fühlte sich Benjamin nicht so wohl …
Es verändert sich alles. Sein Körper wird auf eine unangenehme Weise beeinträchtigt. Sein Charakter entwickelt ein paar »Marotten«. Aber die größte Veränderung besteht darin, dass ein Haufen böser und/oder psychisch gestörter Leute versucht ihn umzubringen, um an den Parasiten zu gelangen. Seine einzige Hoffnung ist Julie, eine hinreißende Kopfgeldjägerin, die das Beste für ihn will – oder vielleicht auch nicht. Und die fähig genug ist, ihm irgendwie zu helfen – oder vielleicht auch nicht."

Benjamin Wilson, ein Englischlehrer und Familienvater, der seinem 40. Geburtstag entgegen sieht, steht kurz vor dem Trip seines Lebens. Noch läuft alles in geregelten Bahnen. Sein Leben gestaltet sich ereignislos und wenig aufregend, und anders will er es im Grunde auch gar nicht haben. Als eines schönen Tages plötzlich einer seiner Schüler mit einem Fleischerbeil Amok läuft und von der Polizei erschossen wird, ändern sich auch für Benjamin die ruhigen Verhältnisse.
Was kurz nach der Beerdigung des Schülers mit einem leichten Jucken in der Nase beginnt, eskaliert zu einem halsbrecherischem Road Trip zu Dritt. Benjamin, sein Parasit und Julie, eine betörend schöne aber schlagkräftige Kopfgeldjägerin.

"Benjamins Parasit" stand schon ziemlich lange auf meiner heimlichen Wunschliste, und das Warten hat sich gelohnt.
Jeff Strand versteht es nämlich wie kein Anderer, eine hochprozentige Mischung aus schwarzem Humor und Horror abzuliefern.
Den Löwenanteil dieser spaßigen Angelegenheit trägt dabei der Charakter von Benjamin Wilson. Dieser im Grunde bodenständige und eher langweilige Lehrer mutiert im Laufe der Story zu einem coolen, wenn auch tolpatschigen Actionhelden, der es ordentlich krachen lässt. Seine Slapstick-Einlagen haben mich mitunter Tränen lachen lassen. 
Seine Begleiterin Julie geht zwar mit einer gewissen Ernsthaftigkeit an ihre Aufgaben heran, wird aber durch Benjamin's unbeholfene Art öfter in unfreiwillig komische Situationen gebracht, als ihr lieb ist. 
Selten dämliche Bösewichte und ein eigenwilliger Parasit runden das Charakterangebot sagenhaft gut ab.

Jeff Strand's humoriger und lockerer Schreibstil erlaubt ein entspanntes und äußerst unterhaltsames Lesevergnügen.
Trotzdem kommt auch der Horror in diesem Roman nicht zu kurz. Der Leser darf sich auf reichlich Action und viele unangenehme Fleischwunden freuen. Auch die Erotik bekommt ihren wohlverdienten Platz in der Story. Allerdings werden auch dabei eher die Lachmuskeln als die dafür vorgesehenen Körperteile strapaziert.

Wer sich jetzt fragt, wie diese Mischung aus "Väter der Klamotte", "Kimble auf der Flucht" und "Alien" funktionieren kann, sollte sich einfach selber ein Bild machen und sich das Buch besorgen. 

Ich, für meinen Teil, habe jedenfalls Tränen gelacht und mich köstlich amüsiert. Langeweile sucht man hier wirklich vergebens. Die Story hat Wortwitz, Action, Comedy und Tempo. Was will man mehr?  

Nach "Grabräuber gesucht" und "Alleinstehender Psychopath sucht Gleichgesinnte" war dies jetzt mein dritter Roman von Jeff Strand, den ich quasi in einem Rutsch verschlungen habe. Leider sieht es nicht so aus, als würde Bastei Lübbe die Mayhem-Reihe fortsetzen. Deswegen bin ich um so gespannter, was VOODOO PRESS den Fans künftig noch bieten wird.  

Fazit:

Jeff Strand  hat mit "Benjamins Parasit" einen temporeichen, urkomischen Road Trip abgeliefert, bei dem kein Auge trocken bleibt. Ich empfehle eine Tüte Popcorn, ein stumm geschaltetes Telefon und eine abgestellte Klingel in Kombination mit einer Packung Kleenex für die Lachtränen. Wirklich guter Stoff!

Details zum Buch:

  • Broschiert: 280 Seiten (die Seitenangabe auf Amazon stimmt übrigens NICHT!!!)
  • Verlag: VOODOO PRESS (31. Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3902802189
  • ISBN-13: 978-3902802187
  • Originaltitel: Benjamins Parasite
  • Übersetzung: Verena Hacker
  • Preis: EUR 12,95 

"Benjamins Parasit" Könnt Ihr HIER bestellen.

Eine kostenlose Leseprobe gibt es HIER.

Noch eine Sache, die mir am Herzen liegt:
Bitte unterstützt Eure Lieblingsverlage, indem Ihr Eure Bücher direkt über die Verlagsseite und nicht über Amazon oder andere Zwischenhändler bestellt. Solche "Umleitungen" bringen die Verlage um einen Teil ihres Einkommens. Amazon wird darüber hinweg kommen ;-)


 
  

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Ist es auch.Kann ich wirklich empfehlen. Bitte die Kleenex für die Lachtränen nicht vergessen :-)

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  2. Ich stimme dir, wie so oft, absolut zu. Meine Nachtschicht beim Lesemarathan verging mit "Benjamins Parasit" wie im Fluge. Nur manchmal hatte ich solche Lachtränen in den Augen, dass mir das Lesen etwas erschwert wurde. Das Buch ist der Hammer ♥

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