Mittwoch, 23. Mai 2012

Parasit - Richard Laymon






Anlässlich der Neuauflage dieses Pageturners von Richard Laymon in edler Lederoptik, gibt es hier nun auch meine Buchbesprechung dazu.

Inhalt laut Klappentext:

Als die ersten Einwohner eines US-Städtchens durchdrehen und ihre Mitmenschen brutal töten, ahnt noch niemand, dass sich eine Katastrophe anbahnt. Es liegt wohl am heißen Wetter, die Leute sind gereizt ... Und die kleine Leichenhalle füllt sich mehr und mehr.
Doch dem Polizisten Jake fallen einige Seltsamkeiten auf. Es gibt keine nachvollziehbaren Motive für die Taten, und was noch schrecklicher ist: alle Mörder sind zu Kannibalen geworden. Jake findet schließlich den wahren Grund für die Morde heraus. Er würde am liebsten im Laufschritt aus der Stadt rennen – doch der Parasit lässt das nicht mehr zu ...

Nochmal von vorn:

Nachdem Celia auf der Landstraße von einem irren Raser absichtlich gerammt wird und knapp mit dem Leben davon kommt, wissen wir, dass die Menschen in diesem Roman nicht mehr eigenständig handeln können.
Der abgehobene Fahrer muss indessen leider dran glauben. Die Ermittlungen führen Jake auf die Blutspur des Parasiten, der sich nach dem Tod des Rasers unauffällig in die Pampa verflüchtigt hat.
Der Parasit, der sich durch den halben Menschen frisst, um sich anschliessend unter der Haut im Nacken anzusiedeln, übernimmt ab sofort Triebe und Gelüste seiner Opfer. Dass diese Gelüste neben dem Hunger auf Menschenfleisch auch reichlich Sex beinhalten, sollte für einen eingefleischten Laymon-Fan nichts Neues sein.

Wer einen Laymon gewohnt ist, wird eventuell nicht ganz auf seine Kosten kommen. Nach einem actionreichen Anfang gestaltet sich die weitere Story für's Erste etwas träge. Das gibt dem Leser die nötige Zeit, sich an die verschiedenen Figuren und Handlungsstränge zu gewöhnen, hat aber auch einige recht ereignislose Längen zur Folge. Nachdem die Handlung dann aber richtig angelaufen ist, bekommt man die gewünschte Spannung punktgenau und actionreich nachgeliefert.

Natürlich bedient sich Laymon auch in diesem Roman wieder vieler Klischees, die einem jungfräulichen Leser eventuell nur ein müdes Gähnen entlocken, einem wahren Fan aber ein verzücktes Grinsen ins Gesicht zaubern. 
Wir haben auch hier wieder, wie so oft, eine Frau als Opfer und Heldin zugleich, einen im Grunde nichtssagenden männlichen Helden und eine psychisch labile Person, die im Laufe der Geschichte zum abgedrehten Extremling mutiert. Einfach gestrickte Charaktere verschaffen einem einen weniger anstrengenden Lesegenuss. Wenn man das kennt und erwartet, bekommt man mit "Parasit" eine perfekte Portion 80er Jahre Horror geliefert, die sich gewaschen hat. 
Neben einigen wirklich gelungenen Spannungs- und Schreckmomenten, kommt auch der Splatter keineswegs zu kurz. Gelungene Zweikämpfe um Leben und Tod, ein bisschen Sex und eine ordentliche Portion Kannibalismus runden das Menue befriedigend ab.

Ein kleines Manko war die fehlende Hintergrundstory zum Parasiten selbst. Woher kam das Vieh? Wie tickt es? Warum, wieso, weshalb?
Aber mal ganz ehrlich: Das soll mich als passionierte Laymonianerin nicht wirklich jucken. Ich bekam, was ich wollte und damit kann ich glücklich leben.


Ich sage ganz klar: Der Anspruch bedient kein belesenes Publikum, sondern die eingefleischten Horrorfans, die genau diese Art von Story erwarten und lieben. 
Wem dieses Buch nicht unbedingt zugesagt haben sollte, dem möchte ich wirklich alle anderen Romane von Laymon ans Herz legen. Wer Horror liebt, wird es nicht bereuen. Nicht nachdenken, nur lesen!

Fazit: 
"Parasit" darf in keiner Laymon-Sammlung fehlen. 
Die Neuauflage in der mittlerweile sehr beliebten Lederoptik macht im Buchregal so richtig was her. Ich kann erst glücklich sterben, wenn ich ALLE Romane von Richard Laymon besitze. Der Festa-Verlag weiß genau was die Fans wollen.

"Parasit" von Richard Laymon erschien als Neuauflage im Mai 2012 beim Festa-Verlag 

Weitere Details:
Broschur 19 x 12 cm, 416 Seiten, Umschlag in Lederoptik
Originaltitel: Flesh
Übersetzer: Michael Plogmann
ISBN: 978-3-935822-94-7

Eine kostenlose Leseprobe gibt es HIER.

 



Donnerstag, 17. Mai 2012

Horrormäßiges Gewinngeschrei im Mai !!!

And the Winners are:

Petra W.  ---> Red Sky 





Claudia J. ---> Appartment 16


Herzlichen Glückwunsch Euch beiden Glückspilzen. Die Gewinne werde ich Euch nicht am Montag, sondern am Dienstag zusenden, weil ich nämlich Pfingsten vergessen habe.

Eigentlich wollte ich die altbewährte "Zettelchen-in-der-Schüssel-Methode" für die Ziehung verwenden. Dann habe ich mich doch für den guten alten Zufallsgenerator entschieden. Die Ziehungsergebnisse seht Ihr dann oben jeweils als Screenshot.

Ich bedanke mich für Eure Teilnahme und wünsche Euch viel Freude mit den Büchern!!! 

 


Horror and more proudly presents:

Mein erstes Bloggergewinnspiel

Horrormäßiges Gewinngeschrei im Mai !!!

Und das gibt es zu gewinnen:
Je 1x "Red Sky" von Nate Southard und "Appartment 16" von Adam Nevill

  
Wie bei allen anderen Gewinnspielen auch, geht es hier natürlich um WERBUNG ;-)

Auch ich hätte gerne mehr Leser/innen, Kommentare, Feedback, und, und, und....
Deswegen sehen die Teilnahmebedingungen wie folgt aus:

  • Verlinkt / teilt dieses Gewinnspiel auf Eurem Blog, bei Facebook, bei Twitter, auf Eurer Homepage oder wo auch immer.
  • Bekommt Ihr das mit dem Link aus irgendwelchen Gründen nicht hin, bin ich auch mit einem Screenshot zufrieden.
  • Sendet mir den Link zu Eurer Verlinkung an carmen.weinand@facebook.com
  • Fügt dieser Mail bitte auch gleich Euren Namen plus Anschrift hinzu, damit ich im Gewinnfall nicht tagelang hinter dem Gewinner herforschen muss.
  • Werdet regelmäßige/r Leser/in meines Blogs (das ist keine Gewinnbedingung, wäre aber trotzdem klasse ;-) )
Das Gewinnspiel startet SOFORT und endet am Samstag, 26. Mai 2012.
Die beiden glücklichen Gewinner werden in einem gesonderten Posting auf diesem Blog bekannt gegeben und natürlich auch noch persönlich angeschrieben.

Die beiden Gewinnbücher gehen dann auch gleich am 28. Mai auf die Reise.

Und nun viel Glück Euch allen!

Möge der Horror mit Euch sein ;-)

Montag, 14. Mai 2012

Red Sky - Nate Southard



Auch hier vorab wieder meinen horrormäßigen Dank an den Festa Verlag für dieses exzellente Rezensionsexemplar.

Inhalt laut Klappentext:

Der Überfall auf eine Bank in El Paso läuft völlig aus dem Ruder und so bleibt dem Ganoven Danny Black nur die Flucht in die Wüste von New Mexico – auf dem Rücksitz eine weibliche Geisel, einen schwerverwundeten Psychopathen und dessen hysterische Freundin.

Als sie in den verlassenen Fabrikhallen von Red Sky Manufacturing Schutz suchen, ahnen sie nichts von dem geheimen Leben im Wüstensand um sie herum. Bald umschwirren Armee-Helikopter das Gebäude und eröffnen erbarmungslos das Feuer. Die Soldaten tragen Gasmasken und sie haben es eilig, denn die Sonne sinkt … und aus den Schatten kriecht das hungrige Grauen hervor …
 

Danny Black und seine mehr oder weniger kompetente Verbrechercrew setzen also zunächst einmal ganz gepflegt den oben genannten Banküberfall in den Sand. 
Auf der Flucht, mit einer weiblichen Bankangestellten als Geisel im Schlepptau, landen sie schließlich in einer verlassenen Fabrik namens "Red Sky", die irgendwann einmal weiß-der-Geier-was hergestellt hat.
Als wären die plötzlich aus der Luft auftauchenden und schwerst vermummten Soldaten noch nicht lästig genug, gilt es, sich dem zu stellen, das in den Tiefen der Fabrik auf sie lauert. Nun beginnt ein Kampf ums Überleben, der sich gewaschen hat.

Southard verliert sich prinzipiell nicht in ausschweifenden Charakter- und Umgebungsdarstellungen. Gleich zu Beginn stolpert der Leser in den äußerst rasanten und unterhaltsamen Banküberfall hinein. Dieser ist so gut erzählt, dass man sich wie in einem spannenden Actionfilm fühlt.
Zum ersten Mal habe ich eine Verfolgungsjagd in Wort und Schrift erlebt. Ich muss sagen, dass es mich dabei wirklich gepackt hat. Diese Hetzjagd war sehr gut gemacht und absolut lebendig geschrieben.
In diesem Tempo geht es dann auch weiter. Sowohl die Figuren, als auch der Leser kommen  kaum zum Durchatmen. Die Protagonisten sind quasi pausenlos auf der Flucht und liefern sich explosive Feuergefechte und Zweikämpfe mit ihren Gegnern.
Über die Hintergründe und Geheimnisse der verlassenen Fabrik wird man weitgehendst im Dunkeln gelassen. Einblicke in die Gedanken der hungrigen Monster dieses Ortes machen dieses Manko jedoch wieder wett, so dass man sich seinen Teil denken kann.
Zwischen der Geisel und den Verbrechern entwickelt sich mit der Zeit zwangsläufig eine Art Verbündetenverhältnis, was unter diesen Umständen irgendwo auch zu erwarten war.

Wie weit das Ganze schließlich geht und wie der Horror endet, sollte man sich unbedingt selber erlesen. "Red Sky" war wirklich sehr spannend und rasant und aufgrund seiner gerade mal 272 Seiten locker an einem Abend verschlingbar.

Nate Southard war mir bisher nicht bekannt. Das wird aber sicher nicht mein letztes Buch von ihm bleiben. Es ging halsbrecherisch zur Sache, es gab Opfer, Monster und Helden: Bitte mehr davon!

Fazit:
"Red Sky" ist eine gelungene Mischung aus Horror und Action, ohne übertrieben blutrünstig daher zu kommen. Splatterjunkies bekommen auch hier ihren Stoff, aber die wahren Gewinner sind zweifellos die Actionfans.
Luft anhalten, erste Seite aufschlagen und sich mitreißen lassen! Dieser Roman gönnt Euch keine Ruhepause, bis die letzte Seite verschlungen ist.

Details:
Erschienen im März 2012 beim Festa Verlag 

Deutsche Erstveröffentlichung
Broschur 19 x 12 cm, Umschlag in Lederoptik
272 Seiten
Originaltitel: Red Sky
Übersetzung: Sandra Schindler und Wolma Krefting
ISBN: 978-3-86552-146-0
  

Eine kostenlose Leseprobe gibt es hier.  

Das eBook bekommt man hier.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Zerfleischt - Tim Curran



Vorab meinen allerherzlichsten Dank an den Festa Verlag für dieses Leseexemplar.

Inhalt laut Klappentext:
Der ultimative Thriller! Wenn Lesen zur Mutprobe wird ...

Kannibalismus, Mord, Vergewaltigung – wenn die Zivilisation endet, wird die Erde zur blutbesudelten Hölle. Und der Mensch wird weniger Mensch sein.

Dieser Roman des Amerikaners Tim Curran ist ein Albtraum von epischem Ausmaß – ohne einen Spritzer Mitleid.

Schauplatz der Handlung ist das Städtchen Greenlawn. 
Louis Shears wird von heute auf morgen mit einer neuen Art von Wahnsinn konfrontiert. Die zuvor gutbürgerlichen Einwohner seiner Heimatstadt entwickeln sich plötzlich zurück zu urzeitlichen Jägern, die nur noch für ihre primitivsten Bedürfnisse leben. Es entwickeln sich Clans, die morden, vergewaltigen, jagen und sich gegenseitig auffressen.
Bis auf einige wenige Menschen, unter ihnen auch Louis, fällt die gesamte Menschheit dieser Rückentwicklung zum Opfer. Die Starken überleben. Die Schwachen enden im Kochtopf.

Der Roman beginnt abartig und abstoßend detailliert in seinen Beschreibungen und setzt sich auch bis zum Ende so fort.
Leider gibt es deswegen auch keine Steigerung mehr. Nach den ersten 100 Seiten ist man bereits so abgebrüht, dass einen die restlichen 316 Seiten im Grunde nicht mehr schocken können. Man gewöhnt sich irgendwann an die Überflutung von Blut, Fleisch und Fäkalien, so dass man früher oder später in der Lage ist, sein Mittagessen gemütlich neben einer Volksschlachtung einzunehmen, ohne mit der Wimper zu zucken.
In diesem Sinne wäre weniger mehr gewesen.
Unglaublich gut gefallen hat mir der Einblick in die Gedanken der "Wahninnigen". Mit der Zeit hat man deren Handlungsweisen verstanden und akzeptiert. Die Bösen sind in diesem Roman nicht mehr länger die Bösen, weil man begreift, dass sie einfach handeln, wie die Natur es ihnen vorgibt.
Sehr gut gefallen hat mir auch die kurze und knappe Schreibweise. Tim Curran verliert sich nicht in Schachtelsätzen, sondern kommt präzise auf den Punkt. So mag ich es! Einige Stellen im Buch haben es mir besonders angetan. Hier wäre eine davon (tragischerweise doch ein Schachtelsatz, aber ein Genialer):

Ebenso wie bei Macy Merchant, hatte sich plötzlich in ihm etwas verändert. Wer oder was auch immer Billy Swanson all die Jahre über gewesen war, es war verschwunden. Die kriechende Raupe namens Billy war in seinen Kokon gekrabbelt und kam als ein angepisster Schmetterling mit einer brandneuen Einstellung heraus, der angewidert auf das Chaos, das der alte Billy aus seinem Leben gemacht hatte, herabschaute. (S. 33)

Weniger schlüssig waren die ab und zu auftretenden Erklärungsversuche des "Wahnsinns". Es wird zwar sehr klar, wie und warum die Jäger handeln wie sie handeln, aber nicht, wie es zu der Katastrophe gekommen ist. Ansatzweise kommt die Vermutung auf, dass der Mensch seine Welt alleine abgeschossen hat und nun die Konsequenzen dafür hinnehmen muss. Die "alles-auf-Anfang-Theorie" schwebt bis zum Ende im Raum, wird aber nicht konkret bestätigt.

Ein besonders harter Brocken ist der Roman insbesondere für liebende Eltern, denn hier müssen haufenweise Kinder dran glauben.
Insgesamt hätte ich mir etwas weniger Gemetzel und dafür etwas mehr Spannung gewünscht.
Nichtsdestotrotz hatte ich an keiner Stelle das Bedürfnis, das Buch abzubrechen. Tim Curran hat einen sehr unterhaltsamen Pageturner geschaffen, der sich locker an zwei gemütlichen Abenden verschlingen lässt.

Fazit:
Jeder Splatter- und Metzelfan kommt hier komplett auf seine Kosten. Diesen Roman zu lesen ist, wie einen Kübel voller Innereien und Blut über sich selber auszukippen und im Anschluss in einen Pool voller menschlicher Ausdünstungen zu springen.
Wenn man das ertragen kann, steht einem eine sehr unterhaltsame Lektüre bevor.

Details zum Buch:
Deutsche Erstausgabe
Broschur 19 x 12 cm, Umschlag in Lederoptik
416 Seiten
Originaltitel: The Devil Next Door
Übersetzung: Verena Hacker und Felix F. Frey
ISBN 978-3-86552-137-8

Erschienen im Februar 2012 beim Festa Verlag.

Eine kostenlose Leseprobe gibt es HIER.

Diesen Titel als eBook erhält man HIER.