Freitag, 19. April 2013

Seelentausch - Martin S. Burkhardt



Vorab herzlichen Dank an Südwestbuch für das Rezensionsexemplar.

Peter Heyde, der mit seiner Freundin Maren auf dem Hof seiner Eltern lebt, wird von einem Moment auf den anderen von geheimnisvollen Visionen geplagt, in denen er sich im Körper eines Soldaten in zweiten Weltkrieg befindet. Als die sehr real wirkenden Visionen immer häufiger auftreten, beginnen Peter und Maren, der Sache auf den Grund zu gehen. Schnell finden die beiden heraus, dass nur Peters Großvater eine Antwort auf ihre Fragen haben kann. Doch die Nachforschungen gestalten sich schwierig, denn der alte Lackner, der beste Freund von Peters Großvater, wird zum Problem. Er will mit allen Mitteln verhindern, dass Peter ihm einen Deal vermasselt, der vor langer Zeit mit einer bösen Wesenheit ausgehandelt wurde.

So oder so ähnlich hätte der Klappentext lauten müssen, um mich als möglichen Käufer an die Angel zu kriegen.
Normalerweise beginne ich keine Rezension mit einem Kritikpunkt aber da dies der einzige ist, kann man darüber hinweg sehen. Der originale Klappentext hätte mich definitiv nicht zum Kauf verführt. Das liegt zum einen daran, dass er viel zu lang ist und zudem noch viel zu viel von der Handlung verrät. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass im Klappentext ein wenig gespoilert wird. Dort wird nämlich schon in etwa die erste Hälfte des Buches zusammengefasst. Bleibt zwar immer noch die zweite Hälfte, doch es hätte gerne etwas weniger sein dürfen.
Dazu kommt dann noch das wenig ansprechende Cover.

Klappentext und Cover in dieser Kombination vermitteln mir im ersten Impuls Langeweile.

Umso überraschter war ich dann, als sich "Seelentausch" dann als wirklich unterhaltsamer Mystery-Thriller entpuppte.
Herr Burkhardt erzählt die Geschichte auf eine dermaßen angenehme Art und Weise, dass man es nicht schafft, nur kurz die ersten Seiten anzulesen. Das war ursprünglich auch meine Absicht und es endete damit, dass ich das Buch erst nach ca. 150 Seiten wieder aus der Hand gelegt habe.
Was immer es auch genau war, es hat mich wirklich ans Buch gefesselt. Mir gefielen auch besonders Peters unfreiwillige Ausflüge in die Visionen. Die Beschreibungen aus der Kriegszeit im verschneiten Finnland waren interessant, unterhaltsam und vor allen Dingen spannend. Tatsächlich konnte ich sogar noch etwas lernen. Einige Fakten über den zweiten Weltkrieg waren mir bis dahin neu.
Die beiden Charaktere Peter und Maren sind sympathisch und irgendwie echt. Der alte Lackner hat die Schraube genau im richtigen Winkel locker und kommt herrlich unheimlich und unberechenbar rüber. Und dann ist da natürlich noch das Böse. An dieser Stelle sind die Horrorelemente genau richtig dosiert. Der Leser bekommt eigentlich immer nur so viel, dass er mehr will und bei der Stange gehalten wird. 

Das Schöne ist auch, dass der Leser nicht zu lange mit der Handlung hingehalten wird. Man muss sich nicht erst durch endlos lange Beschreibungen kämpfen, sondern es geht ziemlich schnell zum Punkt. Dasselbe gilt für den Schreibstil, der angenehm knapp gehalten ist und nicht in den Augen brennt. So bleibt es dann auch im Rest der Geschichte. Man ist mittendrin und möchte auch gar nicht mehr raus. Deswegen habe ich dieses Buch dann auch verhältnismäßig schnell verschlungen und ich bereue keine Leseminute.  

Fazit:
"Seelentausch" von Martin S. Burkhardt ist ein überraschend guter Pageturner, mit hohem Unterhaltungsfaktor, den ich guten Gewissens jedem Mystery-Fan empfehlen kann. Leider isst das Auge mit. Deswegen möchte ich noch einmal betonen, dass das Cover und der Klappentext dem Buch nicht gerecht werden und so vielleicht mögliche Leser nicht für sich begeistern können. Eine Leseprobe oder ein Blick ins Buch könnte dem abhelfen.

Details zum Buch:

  • Broschiert: 292 Seiten
  • Verlag: Südwestbuch (11. März 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942661551
  • ISBN-13: 978-3942661553
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 13 x 2,4 cm 
  • Preis EUR 12,50
 "Seelentausch" kann man HIER bestellen.
      

Kommentare:

  1. Manchmal steckt eben mehr dahinter als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Aber finde es sehr schade, wenn ein gutes Buch durch ein langweiliges Cover nicht gekauft wird.

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    1. Ja, das finde ich auch extrem schade. Mit Timo Kümmel wäre das nicht passiert :-)

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