Freitag, 31. Mai 2013

Stillmanns Münzen - Christian Sidjani

Stillmanns Münzen
Ganz herzlichen Dank an Christian Sidjani für das Rezensionsexemplar mit der wunderbaren Widmung im Inneren.
Inhalt laut Klappentext:
Michael Martens glaubt an einen nächtlichen Begleiter, der ihm seit Jahren Geschichten diktiert. Zwischen Wahn und Realität entdeckt er Zusammenhänge in Zufällen, die mit der Zahl 1973 verbunden sind. Bei seinen Recherchen stößt er auf beängstigende Parallelen zu einer Geschichte, die sich nicht sein Begleiter sondern er sich selbst ausdachte.
Alles erscheint nun miteinander verbunden und ein hagerer Mann wird zu seinem Zentrum. Michael nennt ihn Stillmann…
Die Schauernovelle “Stillmanns Münzen” ist mit Sicherheit nicht das, was die Fans des Horrorgenres erwarten würden. Auch ich habe letztlich nicht das bekommen, was ich erwartet hätte, würde ich nicht bereits andere Werke von Christian Sidjani kennen. Als Fan von actionreicher und mitunter sehr blutrünstiger Literatur habe ich mich dieses Mal auf völlig fremdes Terrain begeben.
“Stillmanns Münzen” ist kein Pageturner, kein “in-einem-durch-Verschlinger” und auch kein Stoff, den man mal eben schnell nebenher inhaliert.
Dieses kleine Büchlein ist mehr. Mit anderen Worten, es ist keine Trivialliteratur. Es ist in der Tat Literatur. Dieses sprachlich recht ausgefeilte Werk fordert den Leser in jeder Hinsicht. Man muss sich dafür Zeit nehmen, um sowohl inhaltlich als auch stilistisch zurecht zu kommen. Hat man sich einmal daran gewöhnt, mit einem gewissen Anspruch zu lesen, hat man an diesem Werk durchaus seine Freude. Denn das ist es, worauf es hier ankommt.
Da mir vorher bereits Werke dieses Autors bekannt waren, wusste ich also, was ich zu erwarten hatte. Dementsprechend habe ich den gehobenen Sprachgebrauch, das Spiel mit Worten und Inhalten und das angedeutete Grauen einer womöglich wahnhaften Verschwörung genossen.
Ferner haben wir hier das Vergnügen einer “Geschichte in der Geschichte”, wobei die Grenzen zwischen Realität und Fiktion zu verschwimmen scheinen. Mitunter erwachte in mir der Forschungsdrang, so dass ich die mysteriöse Zahl 1973 selber gegoogelt habe. In diesem Sinne hat “Stillmanns Münzen” auch eine interaktive Funktion. Auf der Hompepage von Christan Sidjani gibt es tatsächlich echte Hintergrundinformationen dazu.
Christian Sidjani ist ein Autor, dessen Werke sich nicht in eine bestimmte Schublade stecken lassen. Inzwischen habe ich verschiedene Kurzgeschichten von ihm gelesen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Wir haben es hier mit einem Schriftsteller zu tun, der mit seinem Tun verschiedene Persönlichkeiten erschafft, denen er ein Eigenleben verleiht. Diese Persönlichkeiten haben eigene Stile, eigene Charaktere und vor allen Dingen eigene Pseudonyme, die wiederum eigene Bücher veröffentlichen.
Fakt ist jedenfalls, dass sich seine Werke qualitativ um ein Vielfaches von denen anderer Indie-Autoren positiv abheben. Dieser Punkt trifft auch auf “Stillmanns Münzen” zu.
Fazit:
“Stillmanns Münzen” sollte eigentlich die volle Punktzahl erhalten, weil es eines der seltenen Werke ist, auf die man noch den Begriff  “Schreibkunst” anwenden kann. Auf Amazon muss ich mit einem weinenden Auge ein Pünktchen abziehen, weil ich diese Art Literatur einfach nicht der breiten Masse empfehlen kann. Wer auf Axtmörder und Gespenster hofft, ist hier an der falschen Adresse. Wer jedoch eine anspruchs- und stilvolle Schauernovelle zu schätzen weiß, kommt an “Stillmanns Münzen” eigentlich gar nicht vorbei.
Details zum Buch:
  • Taschenbuch: 100 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (1. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1484083954
  • ISBN-13: 978-1484083956
  • Größe und/oder Gewicht: 20,3 x 12,7 x 0,6 cm
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