Dienstag, 2. Juli 2013

Der Narr - Stefan Papp


Herzlichen Dank an den LUZIFER Verlag für das Rezensionsexemplar.
Sam, ein Student in Dauerfeierlaune, der durchaus den einen oder anderen Kater inklusive Erinnerungslücken gewöhnt ist, erwacht eines Morgens mit einem blutigen Shirt.
Anscheinend ist auf dem Mittelalter-Spektakel, dem er beiwohnte, noch viel mehr geschehen als er ursprünglich beabsichtigte. Schnell wird ihm klar, dass das Blut auf seiner Kleidung nicht von ihm stammt. Und als er auch noch von der Ermordung der Tochter eines stinkreichen Industriellen hört, fängt der Spaß erst richtig an. Nun gilt es, herauszufinden, ob und warum er mit dem Mord etwas zu tun hat. Dafür interessieren sich auch der Wiener Chefinspektor Remmel, ein Auftragskiller und andere unangenehme Zeitgenossen, mit denen man eigentlich nichts zu tun haben möchte. Sam beginnt, die vergangenen Stunden zu rekonstruieren und trifft dabei auf allerhand merkwürdige Gestalten.

“Der Narr” von Stefan Papp ist ein Roman, um den ich schon etwas länger herum schleiche. Die Leseprobe hatte mich, ehrlich gesagt, nicht vom Hocker gerissen, weil ich mich gleich zu Anfang durch den Wiener Dialekt arbeiten musste. Außerdem bin ich grundsätzlich kein Krimi-Fan.
Trotzdem übte dieses Buch einen gewissen Reiz auf mich aus, was sicher auch zum Teil der sehr gelungenen Coverarbeit von Timo Kümmel zuzuschreiben ist. Lange Rede, kurzer Sinn: Das Buch zog dann schließlich doch bei mir ein und ich sollte es nicht bereuen.
Zunächst einmal hat Stefan Papp ein ausgesprochen gutes Händchen für die Zeichnung seiner Charaktere. Angefangen bei Sam, den absoluten Obernerd, über Hexen, Magier und gefährliche Killer bis hin zu diesem herrlich schrulligen Inspektor Remmel, der als altmodisches Unikum diesem Roman das gewisse Extra verleiht.
Stefan Papp besitzt einen angenehm humorigen und ironischen Unterton, der dieser Lektüre, ohne sie albern wirken zu lassen, mit einer angemessenen Portion Sympathie versorgt.
So werden gewisse Klischees immer wieder nebenher durch den Kakao gezogen und alles, worüber es sich zu schmunzeln lohnt, bekommt gezielt sein Fett weg. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass der hier angewandte Humor tiefschwarz ist. Genau mein Ding. Ich hatte viele Schmunzler während der gesamten Lektüre.
Die Zitate zu den Kapiteln haben mir übrigens sehr gut gefallen. Da ist für jeden etwas dabei. Sehr cool!
Insgesamt handelt es sich bei “Der Narr” um einen Krimi mit reichlich mystischen, wenn nicht sogar esoterischen Einflüssen. Das Tarot ( s. die Karte des Narren auf dem Cover ) spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Diese Elemente sind sowohl auf informative als auch auf interessante Weise in die Handlung mit eingebunden.
Tatsächlich war dieser Roman ein echter Glücksgriff. Ob es nun um Spannung, Action, Humor oder reine Unterhaltung geht – ich wurde in jeder Hinsicht sehr gut bedient und bereue nicht eine Leseminute mit dieser Lektüre.

Fazit:
“Der Narr” von Stefan Papp ist ein etwas anderer Krimi, der auch Leuten wie mir Spaß macht, die eigentlich keine Krimis mögen. Wer mal etwas Anderes möchte und auf erstklassige Unterhaltung mit intelligentem Plot steht, muss hier unbedingt zugreifen. Gerne gebe ich hier eine Kaufempfehlung.

Details zum Buch:
Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Luzifer; Auflage: 1 (2. November 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3943408094
ISBN-13: 978-3943408096
Das Taschenbuch gibt es hier *klick*
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1 Kommentar:

  1. Das Buch wartet auch schon auf meinem Reader auf mich, aber ich komme irgendwie zu gar nichts mehr. Jedenfalls hast du mich jetzt ziemlich neugierig gemacht.

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