Mittwoch, 24. Juli 2013

Es muss nicht immer Hirn sein - Chris van Harb


Ich bedanke mich ganz herzlich bei Chris van Harb für das Rezensionsexemplar.
In den letzten zwei Tagen habe ich mich mit einem etwas anderen Zombie-Schmöker beschäftigt. “Es muss nicht immer Hirn sein” von Chris van Harb ist ein Buch, wie ich es bisher noch nie gelesen habe. Dementsprechend schwierig ist es auch, hier das passende Genre zu wählen. Bei Amazon finden wir dieses außergewöhnliche Werk in der Belletristik-Abteilung, aber eigentlich ist es ein Kochbuch.
 

Ja, richtig gelesen! Das, sagen wir mal Büchlein, mit seinen gerade mal 100 Seiten bringt dem humorvollen Leser auf sehr amüsante Weise einige deftige Rezepte mit Innereien nahe. Und was passt besser zu Herz, Lunge, Leber & Co. als ein paar hungrige Zombies, die sich noch nicht ganz mit ihren neuen Lebensumständen anfreunden können?
In zehn kurzen Geschichten über Zombies und solche, die es noch werden wollen, leitet die Autorin mit viel Wortwitz und spaßigen, verrottenden Figuren die Rezepte ein.
Zugegeben, die Rezepte sind ganz und gar nicht mein Fall. Wahrscheinlich würde ich mir eher den kleinen Zeh abhacken, als eines davon nachzukochen. Trotzdem muss ich zugeben, dass die Gerichte laut Zubereitungsanleitung letztlich doch irgendwie lecker sein könnten. Das überlasse ich aber gerne den experimentierfreudigen Köchen unter den Lesern.
Mein Augenmerk lag, ich gebe es zu, hauptsächlich auf den Geschichten.
Hier begegnen wir den Zombies mal ganz anders. Chris van Harb hat für diese heißgeliebte Randgruppe eine völlig neue Welt geschaffen, in der sie, von der Gesellschaft anerkannt, humpeln, stöhnen, fressen und vor sich hin faulen können. Manch einer von ihnen kommt mit seinen neuen Eigenschaften noch nicht richtig zurecht. Und einige von ihnen lernen, mit Hilfe der angefügten Rezepte ihre Ernährung umzustellen. Geschrieben wurde das Ganze mit viel Liebe, Wärme und Humor und so manches Mal konnte ich mir einen Schmunzler nicht verkneifen.
Dennoch habe ich einen Kritikpunkt, den ich mir leider nicht verkneifen kann.
Wenn man mir als Horror- und Thriller-Rezensentin ein Buch schickt, das noch dazu ein so hammergeiles Cover wie dieses hier hat, erwarte ich wenigstens ein klitzekleines bisschen Horror oder ansatzweise ein bisschen “Dreck”, wenn ich das so formulieren darf. Diese Geschichten sind niedlich, toll formuliert und sehr witzig, haben aber nicht den Drall, den ich brauche, um in diesem Buch mehr als nur ein Kochbuch zu sehen. Jede Geschichte führt zu einem Rezept und würde ohne dieses Rezept komplett ins Leere laufen. Dieses Schema setzt sich in einem durch fort und macht es dadurch dann auch vorhersehbar. Man merkt schon, ich tue mich wahrlich schwer, ein Kochbuch zu besprechen.
Ein eigenständiges Buch über diese in die Gesellschaft integrierten Zombies, mit all diesem wunderbaren Humor und den amüsanten Figuren wäre mir jedoch einiges an Lesezeit wert. Denn, so viel muss ich sagen, es ist wirklich toll formuliert.


Fazit: “Es muss nicht immer Hirn sein” von Chris van Harb ist ein sehr unterhaltsames – ja, was denn nun? Ich würde es als Vorlese-Kochbuch bezeichnen, das mit seinem abgefahrenen Cover auch in ein Horror-Regal passt, jedoch nur meinen Appetit das Fürchten lehrt. Die Geschichten sind einfach nur süß und sympathisch, leider aber auch nicht mehr. Für einen wirklich guten Lesestoff hat es bei mir nicht ganz gereicht, aber als Geschenkidee ist dieses außergewöhnliche Kochbuch hervorragend geeignet.


Details zum Buch: Taschenbuch: 100 Seiten Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (19. Mai 2013) Sprache: Deutsch ISBN-10: 1484982932 ISBN-13: 978-1484982938 Größe und/oder Gewicht: 22,9 x 15,2 x 0,6 cm Preis für das Taschenbuch: EUR 6,95

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Kommentare:

  1. Ich lese es ja gerade als Naachttischbuch und kann dir wieder nur in allen Punkten zustimmen.

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