Montag, 18. November 2013

Die Katzenlady - Melisa Schwermer

diekatzenlady
Klappentext:
Jahrelanger Psychoterror bestimmt Sabrinas Leben. Seit dem Tod ihres Vaters lebt sie alleine mit ihrer alkoholkranken Mutter in einem vermüllten Messiehaus am Rande von Darmstadt. Als sie die Unterdrückung durch ihre Mutter nicht mehr ertragen kann, befreit sie sich und beginnt gemeinsam mit ihren Katzen ein neues Leben. Um ihre neu gewonnene Freiheit zu verteidigen, ist ihr jedes Mittel recht. Wirklich jedes!  

Melisa Schwermer gab bereits mit der eher kurz gehaltenen Geschichte „Der Käfer“ ihr Debüt im Horrorgenre. Leider gab es diesen Schmöker nur als eBook, so dass ich mich bis heute nicht daran begeben habe.   Meine Chance als sture „Holzbuchleserin“ kam dann endlich mit der Veröffentlichung von „Die Katzenlady“ und ich war sehr neugierig auf dieses Buch.  

Die Story, wie oben bereits im Klappentext beschrieben, handelt von der jungen Frau Sabrina, die zusammen mit ihrer Mutter in einem vermüllten Messiehaushalt lebt. Sie steht komplett unter der Fuchtel der verwahrlosten Mutter, muss diese versorgen, pflegen und deren seltsame Essgewohnheiten unterstützen. Über kurz oder lang geschieht, was zu erwarten war. Sabrina sieht sich am Ende ihres Geduldsfadens angelangt und beschließt zu handeln. Sie beginnt damit, sich von ihrem alten Leben und, vor allen Dingen, von ihrer Mutter zu befreien.  

Dieser Prozess setzt sich schleichend, aber mit grausamer Gewissheit in Gang. Sabrina verliert nach und nach alle Hemmungen und ihre Psyche verändert sich.   In meinen Augen ist diese Veränderung richtig gut gelungen. Nach und nach wird Sabrina mehr oder weniger irre. Wie das letztlich vonstatten geht, ist Frau Schwermer sehr gut von der Hand gegangen.  

Dabei nimmt die Autorin auch keinerlei Rücksicht auf Verluste oder schwache Mägen. Die eine oder andere Szene hat es schwer in sich. Jeder Horrorjunkie wird sich danach die Finger lecken. Diese Tatsache sollte der geneigte Leser bitte VOR dem Kauf in Betracht ziehen. Wenn man sich einen Horror-Roman kauft, könnte dieser evtl. widerwärtige Inhalte haben. Um das herauszufinden, kann man sich den Blick ins Buch genehmigen, Bewertungen lesen oder gar Tante Google benutzen. Für mich ist das jedenfalls kein gerechtfertigter Grund für einen Sterneabzug.  

Ein Sternchen geht dennoch in meiner Bewertung verloren. Die Geschichte um Kerstin in der Nebenhandlung war für meinen Geschmack etwas zu langatmig. Da gab es mitunter Passagen, bei denen mein Geist etwas abschweifte. Mit anderen Worten, es kam ein wenig Langeweile auf. Diese kleinere Krise war aber sofort überwunden, nachdem die Handlung sich wieder auf Sabrina konzentrierte.

Mit dieser Protagonistin ist Melisa Schwermer ein wahrer Glücksgriff gelungen. Die Entwicklung dieser unterdrückten Persönlichkeit sorgt für reichlich Spannung und lässt den Unterhaltungwert stetig ansteigen.  

Sprachlich ist „Die Katzenlady“ ein Roman für „jedermann“. Wir im Ruhrpott sagen gerne: Frei Schnauze. Die Autorin schreibt locker und frech, so, wie ihr „der Schnabel gewachsen ist“. Es wird viel geflucht und geschimpft, so dass Freunde der lockeren Umgangssprache sich in diesem Roman wahrscheinlich leicht wiedererkennen werden. Da auch ich diesen Schreibstil bevorzuge, hat mir der Roman großen Spaß gemacht – ein wahres Popcorn-Spektakel – Couch, Decke, Buch und Popcorn, fertig ist die gemütliche Leseecke.  

 Hier und da hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Was z.B. in der Nebenstory um Kerstin zu viel des Guten war, hätte man gegen Ende gerne draufpacken dürfen. So erschien mir schließlich das Ende ein wenig knapp und gehetzt, dafür aber mit ordentlich Schmackes in jeder Hinsicht.  

 Fazit:
„Die Katzenlady“ von Melisa Schwermer hat alles, was eine gute Horror-Story braucht: Blut, Widerwärtigkeiten, Wahnsinn und menschliches Versagen. Patienten mit schwachen Mägen lesen bitte Rosamunde Pilcher. Alle anderen, die verstanden haben, worum es in diesem Roman geht, suchen sich eine gemütliche Ecke und verabschieden sich für ein paar Stunden von der Welt. Mir hat es großen Spaß gemacht und ich werde sicher weitere Werke dieser Autorin lesen wollen.
  

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