Freitag, 13. Dezember 2013

Sommertod - Der Indie-Killer - Milos Never

sommertod
  Klappentext:  
Deutschlands erste Satire auf die Self-Publisher-Szene
 Alles, was du schon immer vermutet hast, stimmt: Rezensionen werden gekauft, Ebooks werden künstlich gepusht, und keiner tut was dagegen. Bis heute...

 „Sommertod“ ist schonungslos, ehrlich, hart und ab 18. Ein satirischer Thriller mit Extras. Spaß und Empörung garantiert.  

„Darauf hat die Ebook-Welt gewartet.“ - Cornelius aus dem Nicht-Hier  

„Dieses Buch gehört verboten. Ich kontaktiere sofort meinen Anwalt.“ - Anonym

 „Na, wenn das mal keine negativen Rezensionen nach sich zieht.“ - Nikolas Preil  

Ach so, zum Inhalt:  
Ein Serienkiller, der es auf erfolgreiche Self-Publisher abgesehen hat. Eine Kommissarin, die Horror-Romane auf ihrem E-Reader liest. Und ein Indie-Autor, der ins Visier des Killers gerät.  
Das Ebook umfasst ca. 50.000 Worte, also ca. 200 Normseiten. Inklusive von zwei Kurzgeschichten und einer Leseprobe.“    

Auf den ersten Blick ist „Sommertod“ vielleicht nur ein extrem trashiger Roman, dessen heftige Kritik wahrscheinlich nur von den Insidern der Buchbranche erkannt und verstanden wird.

 Auf den zweiten Blick macht dieser Roman eine Menge Spaß.    

Aber beginnen wir doch von vorne.    
Sommertod“ beschäftigt sich mit den Aufregern der Buchbranche – und zwar mit allen.    

Seit sich die Möglichkeit des Selfpublishings (selber veröffentlichen ohne Verlag) aufgetan hat, tobt im Internet ein ziemlich unschöner und nicht immer fairer Konkurrenzkampf unter den sogenannten Indie-Autoren. Die Palette ist enorm. Von gekauften Rezensionen, über Eigenbewertungen mit zig verschiedenen Accounts beim großen „A“, bis hin zu organisierten Facebookgruppen, in denen sich die Mitglieder mit allerhand dreisten Maßnahmen gegenseitig in die Charts heben, ist so ziemlich alles dabei, was den verarschten Käufern und den ehrlichen Autoren das Wasser in die Augen treibt.  

 In „Sommertod“ rechnet unser Serienkiller mit all denen ab, die sich, seiner Meinung nach, zu Unrecht die Taschen vollstopfen. Die Horror-Charts werden bereinigt – die Betrüger müssen leiden.    

Und wie sie leiden müssen! Milos Never ist wirklich nicht zimperlich und er macht auch keine Gefangenen. Der Autor lässt einen krankhaft besessenen Fanatiker auf die schreibende Zunft los. Und was er dann alles mit seinen Opfern anstellt, wissen diese wohl selbst am besten, denn sie haben ihre Tötungsszenarien selbst entworfen.  

 Sommertod“ ist sehr schwarzhumorig und extrem provokant geschrieben. Mit Sicherheit wird dieser herrlich satirische Trasher denen gefallen, die zu den erzählten Situationen zustimmend abnicken. Allerdings wird es auch laute Buhrufe geben – wahrscheinlich von denen, die sich den Schuh anziehen.

 Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass mir dieser Roman keinen Spaß gemacht hätte. Spaß ist sogar noch maßlos untertrieben. Ich habe laut gelacht, Situationen wiedererkannt und bei manchen Szenen den Autor innerlich angefeuert, noch ein Schüppchen draufzulegen.    

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich vorhin die letzte Seite verschlungen. Jetzt fühle ich mich irgendwie ein bisschen dreckig und gleichzeitig unheimlich zufrieden.  

 Übrigens gibt es in „Sommertod“ einen sehr urigen Charakter namens Cornelius, den ich gerne irgendwann einmal erneut treffen möchte. Es wäre zu schade, wenn dieser coole Typ jetzt in Rente müsste, denn es gibt noch viel zu tun in der Buchwelt, oder?  

Fazit:  
Sommertod“ ist eine Satire mit extrem brutalen Elementen und provokanten Inhalten. Mit einem stabilen Magen und einem relativ hoch angesiedeltem Sinn für schwarzen Humor kann man dieses Buch bedenkenlos lesen. Wer all das nicht hat und zudem noch – ach, lassen wir das … Lest es dann einfach nicht.      

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