Sonntag, 28. April 2013

Herr der Moore - Kealan Patrick Burke



Ich bedanke mich ganz herzlich bei VOODOO PRESS für das Rezensionsexemplar.


1888: Eine Gruppe von Männern macht sich auf,  um im Moor nach einer vermissten Frau zu suchen. Im Nebel geschehen grauenvolle Dinge und nicht jeder von ihnen kehrt nach Hause zurück.
Jahre später, Mansfield, einer der Männer, die an der Such beteiligt waren, liegt seit langem schwer erkrankt und nicht ansprechbar zu Bett. Seine Kinder Kate und Neil sowie einige Hausangestellte, die sich um alles kümmern, leben ebenfalls im Haus. Während sich die Menschen in Brent Prior auf das bevorstehende Halloweenfest vorbereiten, kommt ein unheimlicher Fremder in die Stadt. Niemand weiß, was es mit diesem Mann auf sich hat aber es geschehen einige unangenehme Dinge und Menschen kommen zu Tode. 

Was es mit dem unheimlichen Fremden und seinem Zusammenhang mit der Vergangenheit auf sich hat, erzählt Kealan Patrick Burke auf den folgenden knapp 300 Seiten auf auf äußerst ansprechende Art und Weise. Aber der Reihe nach.

Grundsätzlich bin ich eher ein Fan zeitgenössischer Romane. Deswegen entglitt mir auch gleich zu Beginn der Gesichtsausdruck, als ich "1888" las. Der Sprachgebrauch wurde gekonnt an diese Epoche angepasst und ich war eigentlich wesentlich schneller drin, als ich vermutet hatte.
Burke hält sich auch zu Beginn nicht lange mit ausführlichen Charakteren auf, sondern steigt ziemlich schnell in den ausgezeichneten old school Horror ein, der mir zuvor von Michael Preissl (Voodoo Press) versprochen wurde. Noch während man sich fragt, wie noch gleich dieser oder jener Charakter heißt, befindet man sich mitten im nebelverhangenem Moor mit all seinen gruseligen Eigenschaften.

Obwohl der Roman erst später richtig an Fahrt aufnimmt, hat Burke gleich zu Anfang schon so meisterhaft für eine unheimlich gruselige Stimmung gesorgt, dass man das Buch eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. 
Tatsächlich ist "Herr der Moore" eines dieser Bücher, dessen hervorragend gelungene Stimmung ich mir niemals mit der lärmenden Geräuschkulisse einer U-Bahn oder eines Freibades vermasseln würde. Wer noch den angenehmen Schauer schätzt, der einem bei spannenden Filmen über den Rücken rieselt, sollte dieses Buch in aller Stille, bei schwacher Beleuchtung und eingekuschelt in eine Decke lesen. 

Natürlich gibt es in diesem Buch auch Tote. Man sollte aber jetzt nicht erwarten, dass man knöcheltief in Blut und Gedärm watet. Der Gruselfaktor übersteigt den Splatterfaktor um ein Vielfaches und zeigt, wie ausgesprochen gut Burke darin ist, atmosphärische Dichte und einen spannenden Plot zu schaffen. 
Hier riecht man die muffig-feuchte Luft im Moor, spürt das Wabern des Nebels und lauscht auf jedes Rascheln in der Umgebung. 
Sehr abgefahren - könnte ich mir auch als Film vorstellen.
Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieser Roman, der in dieser furchtbar altmodischen Epoche spielt, so vom Platz fegen würde. Es war einfach nur ein gelungenes und rundes Lesevergnügen. Schade, dass ich nicht die Zeit hatte, es komplett am Stück und in einem Rutsch zu lesen.
Das war mit Sicherheit nicht mein letzter Roman von Kealan Patrick Burke.

Fazit:
"Herr der Moore" von Kealan Patrick Burke ist sehr düsterer, stimmungsintensiver und hochspannender old school Horror, dessen Schwere sich beim Lesen im ganzen Raum ausbreitet. Wer auf altmodisch gruseligen Schauer steht, muss hier unbedingt zugreifen. Ich gebe für dieses Buch guten Gewissens eine klare Leseempfehlung.

Details zum Buch:

  • Taschenbuch: 312 Seiten, inklusive Leseprobe zu "Vogelmanns Schatten"
  • Verlag: Voodoo Press (April 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3902802154
  • ISBN-13: 978-3902802156
  • Originaltitel: Master of the Moors 
  • EUR 12,95

Zur Bestellung geht es HIER !!!

Bitte bestellt Eure Bücher nach Möglichkeit immer direkt beim Verlag, um ihnen kostenintensive Abgaben an Großhändler zu ersparen. Danke :-)
      

Dienstag, 23. April 2013

"Welttag des Buches" - Sondergewinnspiel






And the winner is....

Elke Hauch aus Peine

Ihre Begründung hat mich am meisten überzeugt. Bücher werden von ihr ganz gerne weiter gegeben, damit sie nach dem Lesen nicht im Regal verstauben.

Ganz meiner Meinung! Bücher sollen reisen. Dieses hier reist nun zu Elke :-)

Herzlichen Glückwunsch !!!   

Sonntag, 21. April 2013

Sand & Blut - Isabell Schmitt-Egner und Xander Morus


Vorab geht mein herzlichster Dank an die Autoren Xander Morus und Isabell Schmitt-Egner für die Überlassung dieses Rezensionsexemplares.

"Sand & Blut" ist eine Kombination aus zwei Thrillern, die aus den Federn der beiden Autoren Isabell Schmitt-Egner und Xander Morus stammen.

Beginnen wir mit dem Thriller "Sandbank" von Isabell Schmitt-Egner.
Hier erfahren vier junge Deutsche, was es heißt, auf einer abgelegenen Sandbank ausgesetzt zu werden.
Im Urlaub lernen sie einen gutbetuchten, jungen Mann kennen, der sie mit Spaß und Luxus auf sein Boot lockt. Der Ausflug endet im Desaster und die gesamte Aktion hat tiefere Hintergründe als es zunächst den Anschein hat.

Dieser Thriller hat mich wirklich ans Buch gekettet, muss ich im Nachhinein zugeben. Es war nicht nur diese beklemmende Situation, in die die Urlauber geraten sind, sondern vielmehr die Gesamtheit der Problematik.
Frau Schmitt-Egner überzeugt zunächst mit einem sehr angenehmen Schreibstil, der sich leicht und flüssig ins Gehirn schleicht. Ich war erstaunlich schnell in der Geschichte gefangen. 
Noch beeindruckender war jedoch die Entwicklung der Gesamtsituation. Hier wurde ziemlich gut herausgearbeitet, wie deutlich der menschliche Charakter in Extremsituationen zum Tragen kommt. Menschliche Abgründe, charakterliche "Mißbildungen" sowie das empfindliche Thema Mobbing wurden in "Sandbank" spannend und schlüssig behandelt.
Dieser Thriller erinnert zunächst an den Film "Open Water", zeigt aber auf den zweiten Blick, dass der Horror und der Thrill sich nicht auf Haie und andere Gestalten beschränken. Hier ist der Mensch das wahre Monster. Diese Darstellung ist Isabell Schmitt-Egner zu 100% gelungen, wie ich finde.
Abgesehen vom technischen Handwerk gefiel mir auch die Entwicklung der Geschichte mit ihren kleinen aber feinen Überraschungen, die dem Ganzen noch das Krönchen aufgesetzt haben.

Der zweite Thriller "Rattennest" von Xander Morus braucht ein wenig länger, um Fahrt aufzunehmen. Dann kommt es allerdings so richtig dicke.
Er handelt von einem jungen Studentenpaar, das vor der Aufgabe steht, ihre jeweils eigene Doktorarbeit abliefern zu müssen. Beide lösen ihre Probleme auf ihre spezielle Art. Tanja versucht ihr Glück mit aufputschenden Drogen und Theo klaut schlicht und einfach die bereits fertige Arbeit eines längst Verstorbenen. 
Während Tanja ihre Methode für absolut in Ordnung hält, sieht sie die Sache in Theos Fall ganz anders. Sie wird zum Problem für Theo, das er zu lösen gedenkt.

Von Xander Morus hatte ich zuvor schon die eine oder andere Kurzgeschichte gelesen. Deswegen war ich ziemlich gut vorbereitet und bekam auch prompt das, was ich erwartet hatte. Herr Morus ist ein Autor, der den "leisen Horror" beherrscht. Bei ihm merkt man erst, dass man sich in einer Horrorstory befindet, wenn es bereits zu spät ist.
So auch in "Rattennest".
Die Story baut sich allmählich auf und gibt dem Leser unter anderem sehr interessante Einblicke in gewisse Gepflogenheiten an deutschen Universitäten. Was einigen Lesern mitunter langatmig erschien, hat mir persönlich sehr gut gefallen. Viele Details und Informationen waren mir vorher nicht bekannt.  Sehr aufschlußreich!
Nach und nach entwickelt sich eine schier unlösbare Konfliktsituation, die letztlich im blanken Horror ihren Höhepunkt findet. 
Der zunächst eher langsame Thriller entwickelt sich etwa ab der Hälfte zu einem echten Pageturner, der mich unfassbar gut unterhalten hat. Auch hier hat mich der Scheibstil des Autors mühelos bei der Stange gehalten. Herr Morus kann sowohl bildhaft als auch simpel und flappsig (wenn man das so nennen darf). Dieser ungewöhnliche Mix hat mich selbst in der eher ruhigeren ersten Hälfte mühelos für sich eingenommen.

Die beiden Autoren Isabell Schmitt-Egner und Xander Morus haben bereits unter dem Namen "Horrorschmiede" das gemeinsame Projekt "Sommer, Sonne & Tod" auf die Beine gestellt.

Fazit:
"Sand & Blut" ist eine absolut gelungene Kombination zweier Thriller, die es nicht nur bis ins Hirn sondern auch bis unter die Haut geschafft haben.
Beide Stories haben mich ausgezeichnet unterhalten und besitzen sogar eine gewisse nachträgliche Wirkung. Hier wurden auf intelligente Weise diverse Kritikpunkte an Mensch und Gesellschaft mit Spannung und Unterhaltung vermischt. Von diesem Autorengespann werde ich auf jeden Fall auch weitere Werke lesen. So viel ist sicher. Deswegen gebe ich "Sand & Blut" eine klare Kaufempfehlung.

Details zum Buch laut Amazon:

  • Taschenbuch: 114 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (31. Juli 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 147828966X
  • ISBN-13: 978-1478289661
  • Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 12,6 x 1 cm 
  • eBook EUR 2,99
  • Taschenbuch EUR 5,95
Bisher veröffentlichte Werke von Isabell Schmitt-Egner: *KLICK*

Bisher veröffentlichte Werke von Xander Morus: *KLICK*
              

Freitag, 19. April 2013

Seelentausch - Martin S. Burkhardt



Vorab herzlichen Dank an Südwestbuch für das Rezensionsexemplar.

Peter Heyde, der mit seiner Freundin Maren auf dem Hof seiner Eltern lebt, wird von einem Moment auf den anderen von geheimnisvollen Visionen geplagt, in denen er sich im Körper eines Soldaten in zweiten Weltkrieg befindet. Als die sehr real wirkenden Visionen immer häufiger auftreten, beginnen Peter und Maren, der Sache auf den Grund zu gehen. Schnell finden die beiden heraus, dass nur Peters Großvater eine Antwort auf ihre Fragen haben kann. Doch die Nachforschungen gestalten sich schwierig, denn der alte Lackner, der beste Freund von Peters Großvater, wird zum Problem. Er will mit allen Mitteln verhindern, dass Peter ihm einen Deal vermasselt, der vor langer Zeit mit einer bösen Wesenheit ausgehandelt wurde.

So oder so ähnlich hätte der Klappentext lauten müssen, um mich als möglichen Käufer an die Angel zu kriegen.
Normalerweise beginne ich keine Rezension mit einem Kritikpunkt aber da dies der einzige ist, kann man darüber hinweg sehen. Der originale Klappentext hätte mich definitiv nicht zum Kauf verführt. Das liegt zum einen daran, dass er viel zu lang ist und zudem noch viel zu viel von der Handlung verrät. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass im Klappentext ein wenig gespoilert wird. Dort wird nämlich schon in etwa die erste Hälfte des Buches zusammengefasst. Bleibt zwar immer noch die zweite Hälfte, doch es hätte gerne etwas weniger sein dürfen.
Dazu kommt dann noch das wenig ansprechende Cover.

Klappentext und Cover in dieser Kombination vermitteln mir im ersten Impuls Langeweile.

Umso überraschter war ich dann, als sich "Seelentausch" dann als wirklich unterhaltsamer Mystery-Thriller entpuppte.
Herr Burkhardt erzählt die Geschichte auf eine dermaßen angenehme Art und Weise, dass man es nicht schafft, nur kurz die ersten Seiten anzulesen. Das war ursprünglich auch meine Absicht und es endete damit, dass ich das Buch erst nach ca. 150 Seiten wieder aus der Hand gelegt habe.
Was immer es auch genau war, es hat mich wirklich ans Buch gefesselt. Mir gefielen auch besonders Peters unfreiwillige Ausflüge in die Visionen. Die Beschreibungen aus der Kriegszeit im verschneiten Finnland waren interessant, unterhaltsam und vor allen Dingen spannend. Tatsächlich konnte ich sogar noch etwas lernen. Einige Fakten über den zweiten Weltkrieg waren mir bis dahin neu.
Die beiden Charaktere Peter und Maren sind sympathisch und irgendwie echt. Der alte Lackner hat die Schraube genau im richtigen Winkel locker und kommt herrlich unheimlich und unberechenbar rüber. Und dann ist da natürlich noch das Böse. An dieser Stelle sind die Horrorelemente genau richtig dosiert. Der Leser bekommt eigentlich immer nur so viel, dass er mehr will und bei der Stange gehalten wird. 

Das Schöne ist auch, dass der Leser nicht zu lange mit der Handlung hingehalten wird. Man muss sich nicht erst durch endlos lange Beschreibungen kämpfen, sondern es geht ziemlich schnell zum Punkt. Dasselbe gilt für den Schreibstil, der angenehm knapp gehalten ist und nicht in den Augen brennt. So bleibt es dann auch im Rest der Geschichte. Man ist mittendrin und möchte auch gar nicht mehr raus. Deswegen habe ich dieses Buch dann auch verhältnismäßig schnell verschlungen und ich bereue keine Leseminute.  

Fazit:
"Seelentausch" von Martin S. Burkhardt ist ein überraschend guter Pageturner, mit hohem Unterhaltungsfaktor, den ich guten Gewissens jedem Mystery-Fan empfehlen kann. Leider isst das Auge mit. Deswegen möchte ich noch einmal betonen, dass das Cover und der Klappentext dem Buch nicht gerecht werden und so vielleicht mögliche Leser nicht für sich begeistern können. Eine Leseprobe oder ein Blick ins Buch könnte dem abhelfen.

Details zum Buch:

  • Broschiert: 292 Seiten
  • Verlag: Südwestbuch (11. März 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942661551
  • ISBN-13: 978-3942661553
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 13 x 2,4 cm 
  • Preis EUR 12,50
 "Seelentausch" kann man HIER bestellen.
      

Sonntag, 7. April 2013

Das Haus am Park - C.H. Illmann


Ich durfte "Das Haus am Park" bereits vor der Veröffentlichung lesen und bedanke mich dafür noch einmal ganz herzlich beim Herausgeber Niels Rudolph.

Der von einer Schreibblockade geplagte Autor Illmann schießt eines schönen Tages den Deal seines Lebens. Beim Joggen entdeckt er ein Holzhaus, das zum Verkauf steht und es ihm sogleich angetan hat. Trotz eher magerer Haushaltskasse, ruft er den Eigentümer an, der es sich auf seinem Altersruhesitz gut gehen lässt. 
Wie durch ein Wunder kann er das Haus zu einem Spottpreis erstehen und macht sich sogleich an den Umzug.
Das Haus hat allerlei Antiquitäten zu bieten und darüber hinaus scheint es Illmann zu neuen Werken anzuregen. Die Schreibblockade ist verschwunden und es fließt nur so aus ihm heraus. Mit Hilfe einer antiken Schreibmaschine entstehen so immer mehr neue Kapitel, die anscheinend etwas Besonderes an sich haben. Sie zeigen nämlich einen Blick in die Zukunft und die ist nicht besonders angenehm.

Zunächst muß ich darauf hinweisen, dass "Das Haus am Park" mit nur 116 Seiten her eine kurze Novelle als ein Roman ist. Dafür sind aber als Bonusmaterial die Kurzgeschichten "Kopfkino" von Niels Rudolph und "Lazarus" von C.H. Illmann enthalten. Somit finde ich den Preis von nur EUR 5,96 für das Taschenbuch absolut angemessen. 

Nun komme ich also zur Geschichte selbst, die sich locker und schnörkellos in der ersten Person, also aus der Sicht von Illmann präsentiert.
Wir lernen einen lustlosen, leicht flapsigen Charakter kennen, der den Leser anfangs amüsiert, um später zu einem Menschen zu mutieren, der kurz vor dem Irrsinn steht.
Diese Wandlung vollzieht sich angenehm schleichend, so dass der Leser nach und nach in diesen Wahn mit hinein gezogen wird.
Diese Entwicklung empfinde ich persönlich als sehr gut gelungen. Eventuell hätte unser Protagonist ein paar Anstrengungen unternehmen können, um sich aus dieser Situation zu befreien. Da wir es hier aber nur mit einer Novelle zu tun haben, bleibt dieser Teil wohl auch aufgrund der Kürze weiterhin ein Rätsel. Außerdem sind es eigentlich genau diese Dinge, die man in nahezu jedem Horror-Roman bemängeln möchte. Wo zum Geier bleibt hier die Logik? Gute Frage! Würden alle phantastischen Romane sich an die uns bekannte Definition von Logik halten, wären sie nur halb so unterhaltsam, oder? Definitiv wäre hier aber genug Stoff für einen ausgewachsenen Roman vorhanden gewesen. Da hätte ich sehr gerne mehr gelesen. Vielleicht hat der Autor inzwischen Lust, einen richtig fetten Schmöker zu schreiben. Es wäre mit Sicherheit genau meine Kragenweite.

Damit kommen wir auch schon zum Gore-Faktor. Sicher splattert es hier nicht so ausschweifend wie bei einem Edward Lee. Trotzdem hat Illmann in "Das Haus am Park" einige fiese Dinge eingebaut, die dann auch die Blutfans bedienen. Letztlich haben wir es hier aber nicht mit reinstem Blut-Trash sondern eher mit einer klassischen Haunted House Story zu tun, die mir originell und gelungen scheint.

Mit der Beschreibung der Umgebung sowie den Namen der Charaktere und auch mit dem Haus selbst bewegt Illmann sich auf relativ sicherem Gelände. So kann der Leser sich quasi aussuchen, wo das Ganze spielen soll. Amerika? Skandinavien? Deutschland? Who knows? Hier ist Spielraum für die eigene Fantasie gegeben. Ich bin ja mehr der Amerika-Fan, wenn es um Romane geht. Deswegen befindet sich "mein" Haus einfach mal am Central Park. Nirgens gibt es einen Hinweis auf den tatsächlichen Schauplatz und das war auch genau so gewollt.

Ich müsste lügen, würde ich sagen, dass es genial ist. Nichts für ungut. Insgesamt empfand ich "Das Haus am Park" aber als gelungenes Erstlingwerk von C.H. Illmann, von dem ich mir auch in Zukunft weitere Bücher kaufen würde. Dieses hier hat mir jedenfalls großen Spaß gemacht. 

Fazit:
"Das Haus am Park" ist durchaus sehr unterhaltsam, gut geschrieben und spannend, bietet jede Menge Freiraum für das eigene Kopfkino und hätte sogar Potential für einen wesentlich fetteren Schmöker gehabt. Angesichts des wirklich günstigen Preises lohnt sich der Kauf auf jeden Fall. Wer es spooky und ein bisschen irre mag, sollte hier zuschlagen. Ich gebe dafür gerne eine Kaufempfehlung.

Details zum Buch:

  • Taschenbuch: 116 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (29. Januar 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1481997726
  • ISBN-13: 978-1481997720
  • Größe und/oder Gewicht: 22,9 x 15,2 x 0,7 cm 
  • EUR 5,96 oder EUR 2,99 für das eBook
Das Taschenbuch kann man HIER bestellen.

Das eBook bekommt man HIER. 

 

   

Samstag, 6. April 2013

Fida - Stefanie Maucher



Ganz herzlichen Dank an die Autorin Stefanie Maucher für das signierte Rezensionsexemplar.  
Laura ist 13 Jahre alt und steht in der Blüte ihrer Teenagerjahre. Freunde, Make up und eine erste zarte Schwärmerei stehen im Mittelpunkt ihres jungen Lebens.
Alles könnte perfekt sein, wäre da nicht dieser eine schwarze Tag im Leben des Teenagers, an dem sie spurlos verschwindet. Keine Zeugen, keine Hinweise, keine Hoffnung.
Tatjana und Jochen, Lauras Eltern, drohen an diesem Verlust zu zerbrechen.  Mit dem Verschwinden ihrer Tochter, beginnt auch deren Ehe sich in Luft aufzulösen. Während Tatjana ihre Tochter nicht aufgeben will, wendet Jochen sich bereits anderen Dingen zu. “Fida” ist eine Geschichte über Tränen, Trauer, Hoffnung und unaussprechliches Leid. Darüber hinaus ist “Fida” ein Thriller, in dem das abgrundtief Böse Regie führt.
Von Stefanie Maucher kenne ich bisher bereits die Bücher “Fanklin Gothic Medium” und “Kalte Berechnung” sowie einige fiese kleine Kurzgeschichten. Deswegen war mir von Anfang an klar, dass ich mich für “Fida” warm anziehen muss. 
Zugegeben, ich bin eine abgebrühte Leserin, die über Berge von Leichen und Wannen voller Blut bestenfalls müde grinst. Wenn ich mir also für ein Buch von Stefanie Maucher einen Kaffee mit Schuss zubereite und meiner Familie für jede Unterbrechung einen Todesblick schicke, hat das einen ganz bestimmten Grund.
Diese Autorin kann etwas, das nur wenige Schriftsteller können. Sie kann mich komplett ohne Splatter und Trash in einen bodenlosen Abgrund schubsen. Einfach so – mit einem wissenden Lächeln auf den Lippen und einer Aneinanderreihung unerträglicher Geschehnisse, mit den richtigen Worten erzählt.
“Fida” präsentiert sich aus verschiedenen Perspektiven. Der Leser darf abwechselnd zu Gast in jeder einzelnen Psyche sein – auch in der der Bestie. 
Auf diese Weise geht der Leser durch eine wahre Gefühlshölle. Gleich auf den ersten Seiten wird man mit unfassbarer Trauer und Verzweiflung konfrontiert. Es schleicht sich heimtückisch an einen heran und erschlägt einen dann nahezu, nachdem man begriffen hat, worum es eigentlich geht. Nach den ersten 50 Seiten habe ich mir eine Kleenex-Box aus der Kammer geholt und meinem Kaffee weitere Prozente zugeführt.
Lauras Sichtweise war eigentlich kaum zu ertragen. Es hat mich fast erstickt, nicht in dieses Buch springen zu können, um einfach nur irgendetwas zu unternehmen.
Unnötig zu erwähnen, dass ich schließlich im Kopf des Täters am liebsten eine mittelschwere Atombombe gezündet hätte. Das war wieder eines jener Bücher bei denen ich mich zwischendurch immer mal neu erden muss, um zu realisieren, dass es nur ein Roman ist.
Erzählt wird das Ganze in zwei Zeitabschnitten. Auf der einen Seite gibt es die Zeit, in der das Verbrechen stattfindet und auf der anderen Seite ist es bereits ein Jahr später.
Frau Maucher führt diese beiden Zeitzonen gleitend und fast unmerklich wieder zueinander, indem sie den Leser Schritt für Schritt an die Auflösung heranführt.
Die Hobbydetektive unter den Lesern werden hier ihren Spaß haben. Es ist nicht alles so wie es den Anschein hat – oder doch? Es gibt jedenfalls die eine oder andere Überraschung und jede Menge Aha-Effekte.
Insgesamt hat es mich stellenweise vor Spannung fast gekillt. Dieses Buch kostete mich eine Menge Nerven, Taschentücher und Likör für meinen Kaffee.
Stefanie Maucher hat einen emotionalen Kraftakt geschaffen, der die volle Bandbreite möglicher Reaktionen auslösen kann. Als Leser schwankt man ständig zwischen Trauer, Wut, Verzweiflung und Hoffnung. “Fida” ist ein Thriller, der noch lange nach dem Lesen im Gehirn hockt wie ein kleiner böser Troll.
Fazit:
“Fida” von Stefanie Maucher ist ein Thriller, der einen mit 180 Sachen überfährt. Und noch bevor man begreifen kann, was einen gerammt hat, wendet es und überrollt einen erneut. Große Klasse und absolute Kaufempfehlung.
Details zum Buch:
  • Taschenbuch: 230 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (26. März 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1483957519
  • ISBN-13: 978-1483957517
  • Größe und/oder Gewicht: 20,3 x 12,7 x 1,5 cm 
  • EUR 9,99 oder  EUR 4,99 für das eBook
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Mittwoch, 3. April 2013

Diabolos - Horror-Anthologie


Vorab ganz lieben Dank an Steffen Janssens LUZIFER-Verlag für dieses geniale Rezensionsexemplar.

Inhalt:

1. Vincent Voss mit »Eine kurze Geschichte über den Tod und den Untod«
2. Illustration von Jan Hillen
3. C.J. Walkin mit »Abyssus abyssum invocat«
4. Arthur Gordon Wolf mit »Tal der Toten«
5. Illustration von Astrid Christ
6. Dirk Alt mit »Die Verschwörung«
7. Thomas Backus mit »Penner«
8. Illustration von Lydia Pollakowski
9. Michael Dissieux mit »Der Fluch der Hexe«
10. Achperosch mit »Die weiße Stunde«
11. Illustration von Jan Hillen
12. Torsten Scheib mit »Die Lemminge«
13. Ann-Helena Schlüter mit »Gegangen«
14. Illustration von Viktor Bogdanovic
15. Herbert Blaser mit »Nachtbesuch«
16. Michael Dissieux mit »Das dunkle Vermächtnis«
17. Illustration von Lothar Bauer
18. C.J. Walkin mit »Without Innocence – The Cross is only Iron«
19. Rona Walter mit »Classico«

Inzwischen ist es eigentlich schon amtlich: Ich bin zum Kurzgeschichten-Fan mutiert. Deswegen habe ich neben diesem Rezensionsexemplar noch eine signierte Ausgabe über den teilnehmenden Autor Arthur Gordon Wolf erworben, die jetzt mein Regal schmückt.

Es gibt reichlich Anthologien auf dem Markt. Diese hier ist jedoch etwas ganz Besonderes.
Eigentlich hat man immer etwas zu mäkeln. Oft findet man nur einige Geschichten ganz toll und die restlichen gehen im Einheitsbrei unter. Diese Anthologie ist eine von ganz wenigen, bei der das nicht zutrifft.
Einige der Autoren, wie zum Beispiel Vincent Voss, Arthur Gordon Wolf, Rona Walter, Michael Dissieux, Thomas Backus und Torsten Scheib waren mir bereits vorher bekannt. Deren Werke und Geschichten kenne ich zum Teil alle recht genau, so dass ich mit entsprechend hohen Erwartungen an die Anthologie heran getreten bin. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass diese Autoren ihrer gewohnt guten Qualität treu geblieben sind und mich mehr als nur gut unterhalten haben.
Umso schöner war es dann, dass die mir bisher unbekannten Autoren C.J. Walkin, Ann-Helena Schlüter, Herbert Blaser, Achperosch und Dirk Alt mit dieser Qualität ohne Weiteres mithalten konnten.

Selten haben mich Horrorstories so dermaßen am Genick gepackt.
Gleich die erste Geschichte von Vincent Voss hat mich quasi vom Platz gefegt. Hier trifft nämlich der blanke Horror auf die erstaunte Tränendrüse. Ich bin wirklich abgebrüht und objektiv. Dennoch hat Herr Voss mit dieser Erzählung bei mir und bei anderen Lesern (soweit ich weiß) einen Nerv getroffen, der mich wie ein Baby heulen ließ. Nach dieser Story war ich den Rest des Tages zu nichts mehr zu gebrauchen. Ganz großes Kino. Genial geschrieben. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Eigentlich müßte man auf jede einzelne Geschichte in gebührendem Maße eingehen. Leider habe auch ich nur ein Leben. Deswegen hier das Wesentliche:

Der Leser bekommt in "Diabolos" Tränen, Irrsinn, Gänsehaut, Grauen, Nachdenkliches und Wahnsinniges.
Viele der Geschichten, wie z.B. "Abyssus abyssum invocat" zeigen einen Blick in die Hölle. Andere wiederum machen nachdenklich, wie z.B. "Penner" von Thomas Backus. Und einige Stories verkörpern die pure Psychose. Hier rede ich z.B. von "Verschwörung" von Dirk Alt.
Michael Dissieux besticht durch seine kunstvoll schaurige Erzählweise in gleich zwei Geschichten.
Rona Walter - ohne Worte - einfach nur großartig. Arthur Gordon Wolfs humorig angehauchte Schreibweise konnte mich auch hier wieder in gewohnt guter Weise an die Geschichte fesseln.
Bei der Auswahl der Autoren und der Geschichten hat Steffen Janssen ein mehr als glückliches Händchen bewiesen. Alle Stories verursachen einen gewissen Nachhall in der Psyche. Man denkt darüber nach und beschäftigt sich noch über das Lesen hinaus mit den verschiedenen Themen. Selten hat mich eine Anthologie gleichzeitig so gefesselt und gequält. Es war ein absolut abgefahrenes Leseerlebnis.

Zum Schluss bleibt mir nur noch zu erwähnen, dass auch dieses Buch wieder über eine sehr hochwertige und stabile Klappbroschur verfügt, die diesem edlen Schmöker mit Sicherheit ein langes Leben bescheren wird. Daumen hoch für die inzwischen gewohnt gute Qualität der LUZIFER Bücher.
Verschiedene Illustrationen zwischen den Geschichten und ein verstörend schönes Cover runden dieses gelungene Gesamtpaket ab. 

Fazit:

"Diabolos" ist eine wirklich abgefahren gute Zusammenstellung verschiedenster Horrorkurzgeschichten, die dem Leser alles abverlangen. Diese Geschichten treffen den Leser ins Herz, ins Hirn und ins Zentrum geheimer Ängste. Die Qualität zeigt sich sowohl in den Geschichten als auch in der Verarbeitung. Dieses Buch ist absolut jeden Cent wert.      

Details zum Buch:

ISBN: 978-3-943408-12-6 (SoftCover), 400 Seiten, EUR 16,95 oder EUR 5 als Mängelexemplar (Print)
ISBN: 978-3-943408-25-6 (eBook), Formate: EPUB, PDF, MOBI, EUR 4,99

 
Diabolos kann man HIER bestellen.     

Eine kostenlose Leseprobe gibt es HIER

Und HIER gibt es Diabolos als Hörbuch inklusive Hörprobe. 

Dienstag, 2. April 2013

Amrûn-Special

Amrûn Gewinnspiel



Hier kommen die Gewinner der Verlosung.

Am besten gefallen haben mir die Mails von 

Henriette Egler und Beate Schneider

Herzlichen Glückwunsch !!! Ihr bekommt gleich die Gutscheincodes per eMail.

Und weil so wahnsinnig viele Leute mitgemacht haben, nämlich insgesamt ganze 4 (in Worten VIER) Personen, bekommen die anderen beiden, die sich die Mühe gemacht haben, zumindest eine Überraschung von mir.

Liebe Sonja Kemper, lieber Hans von Wirth,
bitte sendet mir Eure Adressen an horrorandmore@arcor.de. Ich werde mir für Euch etwas überlegen :-)

Ein dickes Dankeschön an Euch Vier. Euer Feedback zu Amrûn leite ich an Jürgen Eglseer weiter, damit es auch gehört wird.