Montag, 23. September 2013

Haunted - Bentley Little

haunted

Ganz herzlichen Dank an Voodoo Press für das Rezensionsexemplar.

Die Familie Perry, das sind Julian und Claire mit ihren beiden Kindern James und Megan, hat sich den Traum von einem neuen Haus erfüllt. Der Umzug in das neue Haus bringt nicht nur eine andere Umgebung mit sich, sondern auch ziemlich unheimliche Vorkommnisse. Kurz und bündig: In dem neuen Haus spukt es und sehr schnell wird klar, dass das Grauen nicht nur im Keller hockt, wie der Klappentext es verkündet. Etwas sehr Mächtiges hat es auf die Familie abgesehen, etwas, das sich nicht alleine mit Spuken zufrieden gibt. Die Familie ist in großer Gefahr, aber bis sie sich das eingesteht, ist es schon fast zu spät. Ein Horror-Trip beginnt, mit dem jeder von ihnen auf seine Weise fertig werden muss.

Endlich! Endlich, und dem Himmel sei Dank dafür, hatte ich wieder einen neuen Roman von Bentley Little in den Händen. Nach der letzten deutschen Veröffentlichung “Verderben” ist nun doch eine größere Zeitspanne vergangen, bis der Horrorliteratur-Gott sich endlich erbarmt hat und den Lesern Nachschub dieses coolen Autors in Form von “Haunted” ins Regal stellte.

Die Fans dieses Autors kennen sicher die älteren Veröffentlichungen durch Lübbe. Da wären dann absolute Kracher wie z.B. “Böse”, “Unheil”, “Fieber” und “Furcht”, die sich sowohl äußerlich (Covergestaltung) als auch inhaltlich irgendwo recht ähnlich waren.
Wir erinnern uns an sozial- und gesellschaftskritische Geschichten, die sich viel an den Themen Wirtschaft und Politik gerieben haben. Geschichten, in denen eine zunächst coole und sehr harmlose Situation allmählich zum Albtraum mutierte, bis schließlich gegen Ende der Story immer irgendwann der übernatürliche Part mit Dämonen und anderen Kreaturen ins Spiel kam.

Voodoo Press hat genau an der richtigen Stelle zugeschlagen. Mit “Haunted” bekommt der Leser den etwas anderen Bentley Little präsentiert. Abgesehen vom wesentlich einfallsreicherem Cover (Michael Schubert), das bereits einen ersten Eindruck vom Inhalt übermittelt, haut die Geschichte auch inhaltlich in eine komplett andere Kerbe. In diesem Roman ist das Übersinnliche von Anfang an präsent. Bereits auf den ersten 50 Seiten haben mir schon die Nackenhaare zu Berge gestanden. Dieser Roman ist ohne Frage einfach nur gruselig.
In bester Haunted-House-Manier beschreibt Mr. Little ein stetig wachsendes Grauen, das ich einfach nur als Gänsehautmagnet beschreiben kann.
Im Prinzip bin ich kein Schisser und in diesem Haushalt diejenige, die nachts aufsteht, um nachzusehen, wo das komische Geräusch herkam. Diesen Roman habe ich dann aber nach der ersten Nacht lieber tagsüber zu Ende gelesen. Wenn es dunkel und still ist und man dann dieses Buch liest, hört man in der Tat die Flöhe husten. Ich gebe zu, da gab es die eine oder andere Stelle, bei der ich wahrscheinlich den gnädigen Herztod gestorben wäre, wenn mich in diesem Moment jemand von der Seite angetippt hätte.

Sehr schön fand ich auch die geschichtlichen Hintergründe des Spuks, die Claire im Rahmen ihrer Arbeit als Anwältin zufällig entdeckt. Diese werden in kleinen Rückblenden erzählt, die sich aber im Rahmen halten und dementsprechend der Geschichte noch den letzten Schliff verpassen.

Im Letzten Drittel drückt der Autor dann noch ordentlich auf die Tränendrüse und die Story nimmt auch in Sachen Dramatik noch einmal reichlich Fahrt auf. Letztlich habe ich mich also so gut gegruselt wie schon lange nicht mehr, ein paar Tränchen verdrückt und mich insgesamt prächtig unterhalten.

Fazit:
“Haunted” punktet mit einer durchgängig spannenden Geschichte, die auf positive Weise vom Schema der älteren Veröffentlichungen abweicht und aus erwachsenen Hardcore-Lesern ängstliche Schäfchen macht. Wer mal wieder mit vollen Hosen angstvoll ins Dunkel starren möchte, ist mit “Haunted” mehr als gut bedient. Das war Suchtstoff ganz nach meinem Geschmack. Sehr gerne mehr davon.

Details zum Buch:
Broschiert: 397 Seiten
Verlag: Voodoo Press (31. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3902802553
ISBN-13: 978-3902802552
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,1 x 3 cm
Preis für das Taschenbuch EUR 12,95 und EUR 4,99 für das eBook.

Ihr wollt es haben? Dann besucht VOODOO PRESS !!!

Dienstag, 17. September 2013

Legenden aus der Zwischenwelt - René Junge

Legenden-aus-der-Zwischenwelt---Horror-B00EZXOHMU_xxl
Bei "Legenden aus der Zwischenwelt" handelt es sich um eine Sammlung von fünf Horrorgeschichten von René Junge.  

Kommen wir zu den einzelnen Geschichten.  

Animal Inside:  
Der sexuell frustrierte Ben würde einiges tun, um der Libido seiner Frau neues Leben einzuhauchen. Deswegen kommt ihm das Wundermittel "Animal Inside" wie gerufen. Im Internet lässt sich der geheimnisvolle Stoff problemlos bestellen, also schlägt Ben kurzentschlossen zu und hofft auf reichlich Action im Schlafzimmer. Die Tropfen schlagen tatsächlich an und seine Frau verwandelt sich im Handumdrehen in eine zügellose Sexbestie. Womit er nicht gerechnet hätte: Das Wort Sexbestie nimmt sie anscheinend ein wenig zu wörtlich.  

Diese Story hat die Sammlung grandios eingeleitet. Mit einer gelungenen Mischung aus schwarzem Humor und Action bekommt der geneigte Leser eine ordentliche Portion Horror um die Ohren geschlagen, die es in sich hat. Ich war hin- und hergerissen zwischen Spannung und Lachflash. Obwohl die Story mitunter sehr amüsant war, driftet sie an keiner Stelle in die Lächerlichkeit ab. Popcorn-Spaß vom Feinsten!  

Stan:
Auf den ersten Blick ist Stan einfach nur ein gutaussehender Mann, der die Frauen anzieht wie ein Hollywoodstar die Groupies. Ungünstig nur, dass er gleichzeitig der Psychopath ist, dem man nicht im Dunkeln begegnen möchte.

 Aufgrund der Kürze der Story darf an dieser Stelle die Inhaltsangabe auch schon wieder beendet werden. Andernfalls müsste man Spoileralarm geben. Obwohl diese Geschichte die kürzeste in der Sammlung ist, hat sie dennoch alles, was eine gute Shortstory im Repertoire haben sollte. Zwar weiß der Leser recht schnell, worauf das Ganze hinauslaufen wird, trotzdem hängt man wie gebannt an den Zeilen. Für mich persönlich gibt es kaum etwas Spannenderes, als in die Gedanken eines Irren schlüpfen zu dürfen. Das ist René Junge hier sehr gut gelungen. Ein komplett durchgeknallter Geisteskranker - perfekt gezeichnet. Gut gemacht!  

Dreamdevil:
Der kleine Harry leidet unter immer wiederkehrenden Albträumen, die ihn letztlich auf die Couch eines Psychiaters bringen. Ob dieser ihm helfen kann? Keine weiteren Angaben an dieser Stelle.  

Diese Story kannte ich bereits aus der Anthologie "Traumnetze". Trotzdem habe ich sie erneut verschlungen und jedes Wort genossen. Hier haben wir die klassische Kurzgeschichte mit gruseligen Elementen und einem traumatisierendem Ende. Rasant, intelligent und blutig. So mag ich das.  

Unberührbar:  
Mitchell erlebt an einem Busbahnhof den Albtraum seines Lebens. Jemand richtet ohne erkennbare Waffen ein wahres Massaker an. Sein Weg hinterlässt eine Schneise aus Angst und Tod. Nachdem er auf Mitchell trifft, ist der Wahnsinn beendet, aber für Mitchell fängt er gerade erst an.  

Obwohl ich alle Stories umwerfend fand, neige ich dazu, diese am meisten zu mögen.Oder war es doch "Animal Inside"? Langsam wird es schwer, sich für eine Geschichte zu entscheiden, denn auch diese Story hat es mächtig in sich. Mitchell gerät in eine Situation, die, egal was er tut, für niemanden gut ausgehen kann. Ich liebe diese ausweglosen Lebenslagen, in denen der Leser immer wieder mit etwas Hoffnung angefüttert wird, um schließlich doch wieder zu erleben, wie der Protagonist eine neue Arschkarte zieht. Auch hier wieder: Gut geschrieben, spannend und extrem gut unterhaltend.  

Die Weltlosen:  
Der Schauplatz hier ist ein Antiquariat, dessen Inhaberin Norah sich mit wertvollen Büchern und unangenehmen Kunden umgibt. Ihr liebster Kunde jedoch, der alte Mr. Keeper, plant, die Stadt zu verlassen. Bevor er das tut, hinterlässt er Norah ein Geheimnis und damit ein Vermächtnis, das ihr Leben auf einen Schlag verändern soll.  

Auch hier stellt sich mir wieder die Frage, ob das nicht vielleicht meine Lieblingsgeschichte sein könnte. Und wieder kann ich diese nicht klar beantworten. René Junge behandelt hier die Themen, die auch im wahren Leben den Menschen sehr oft zum Verhängnis werden. Lust und Gier. Die bodenständige Norah macht mit diesen Eigenschaften Bekanntschaft und der Autor hat sehr gut herausgearbeitet, wie sie damit zu kämpfen hat. Auch hier haben wir Unterhaltung pur und eine sehr gut geschriebene Geschichte, die vollkommen frei von überflüssigen Längen ist.  

Fazit:  
"Legenden aus der Zwischenwelt" von René Junge ist eine absolut empfehlenswerte Sammlung von fiesen Horrorstories, die hervorragend zu unterhalten wissen. Jede einzelne von ihnen ist ein Schlag in die Magengrube und das ist hier als Pluspunkt zu werten. Deswegen gibt es dafür auch die volle Punktzahl.

Montag, 9. September 2013

Das Ende der Nacht - Nikolas Preil

dasendedernacht
Vorab ganz herzlichen Dank an Nikolas Preil für das Rezensionsexemplar.  

In Hamburg gehen die Menschen noch völlig ahnungslos den alltäglichen Dingen nach, während sich gleichzeitig bereits das Ende der Menschheit anbahnt. Xaver steht kurz vor seiner Beförderung und ist gerade Vater geworden. Michelle und Christina sitzen bei einem feuchtfröhlichen Mädels-Abend mit Bier und Horror-Filmen beisammen und Kevin, der kleine Junge, hat schon einen ersten Blick auf das Ende werfen dürfen. Wenn die Nacht vorbei ist, wird sich jeder von ihnen von seinem gewohnten Leben verabschiedet haben.  

Bevor ich nun genauer auf das Buch zu sprechen komme, möchte ich kurz ein paar Worte über den Autor verlieren. Noch vor einem halben Jahr kannte ich ihn gar nicht. Außerdem kannte ich Michael Friedrichs, Hauke Rouven und Christian Sidjani ebenso wenig. Was diese Autoren miteinander zu tun haben? Das möchte ich gerne näher erläutern. Der Vater all dieser Autoren ist Christian Sidjani und alle anderen Autoren sind seine Pseudonyme. Bisher habe ich bereits einige Werke dieser Autoren gelesen (leider noch nicht alle besprochen) und war immer wieder erstaunt darüber, wie vielseitig ein einziger Autor sein kann. Ein Fan von Horrorliteratur mag in der Regel verschiedene Spielarten des Horrors. Darum muss er auch viele Werke von verschiedenen Autoren lesen, um diese Interessensvielfalt abzudecken. Auch Christian Sidjani liest auf diese Art und Weise. Genau so formen sich in seinem Kopf die unterschiedlichsten Geschichten. Mit Herrn Friedrichs bin ich noch nicht vertraut, aber Herr Rouven ist für klassische Schauergeschichten der richtige Mann. Herr Sidjani ist der Literat dieser Truppe, der ohne viel Gemetzel, nur durch die Kunst des Schreibens, subtiles Grauen erzeugen kann. Nikolas Preil ist der Trasher mit dem hohen Unterhaltungsfaktor. In seinen Stories geht es richtig zur Sache. Da fliegen die Fetzen und das Tempo ist enorm hoch. Was Nikolas Preil ausbrütet, würde Christian Sidjani niemals aufschreiben.  

Und damit wären wir dann auch endlich bei "Das Ende der Nacht". Dass in diesem Roman mächtig der Bär steppt, brauche ich wohl an dieser Stelle nicht mehr erwähnen. Die Menschen in dieser Geschichte stehen unter einem bösartigen Einfluss und verlieren mitunter jede Art von Moralempfinden. Aus diesem Grund bin ich auch am Anfang der Geschichte ordentlich reingefallen. Xaver, der ja zum ersten Mal Vater wird, wollte anfangs kein stimmiges Bild in meinem Kopf erzeugen. Viel zu emotionslos und desinteressiert erschien mir dieser Mensch, der doch als werdender Vater den Beginn der Geschichte einläutete. Warum das so war, wurde mir später klar und ab da gab es für Nikolas Preil eigentlich kein Halten mehr. Der eher kalte und ruhige Anfang mutierte zu einer blutigen Achterbahnfahrt, die einem kaum mehr Zeit für Pinkelpausen gönnt. Einmal in Fahrt, kommt Herr Preil so schnell nicht wieder runter und das ist auch gut so. Es ist ihm nämlich gelungen, das rasante Tempo bis zum Ende durchzuziehen. Damit brilliert die Geschichte nicht nur durch eine Menge Action und ordentlich Splatter, sondern auch durch das gänzliche Fehlen unnötiger Längen. 

So blutig das Gesamtwerk ist, so heftig ist dann mitunter auch der Sprachgebrauch, so dass das berühmte "F-Wort" genau so gerne zum Einsatz kommt wie das andere berühmte "F-Wort". Ich sehe, wir verstehen uns. Nebenher nimmt der Autor noch gekonnt eine berühmte Szene aus "Tanz der Teufel" auf's Korn und verrät dem Leser ein paar seiner Film-Favoriten. Schließlich bricht Herr Preil auch noch so manches moralische Tabu, aber das zu ergründen ist nun dem werten Leser selbst überlassen.  

Fazit: "Das Ende der Nacht" ist ein bitterböser Endzeit-Horrorschmöker, der vor Blut nur so trieft und dem Leser in jeder Hinsicht die volle Breitseite gibt. Definitiv keine Lektüre für minderjährige Leser, aber ganz sicher eine Lektüre für mich. Daher gibt es nur noch drei Dinge zu sagen: Kaufen, lesen, weiterempfehlen!  

Details zum Buch:  
Taschenbuch: 200 Seiten  
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (23. August 2013)  
Sprache: Deutsch ISBN-10: 1492235822  
ISBN-13: 978-1492235828  
Größe und/oder Gewicht: 20,3 x 12,7 x 1,3 cm  
Preis für das Taschenbuch: EUR 8,99  

Dieser Roman ist entweder als Taschenbuch (s.o.) oder in fünf Teilen als eBook erhältlich (Preis je EUR 0,99). Eine Gesamtausgabe als eBook ist geplant und wird voraussichtlich im Oktober erscheinen.

 

Freitag, 6. September 2013

Joyland - Stephen King

joyland

 Ich bedanke mich vorab bei Heyne und Randomhouse für das Rezensionsexemplar.  

Klappentext: Um sich sein Studium zu finanzieren, arbeitet Devin Jones während der Semesterferien im Vergnügungspark Joyland an der Küste von North Carolina. Drei Dinge sind es, die ihn im Laufe des Sommers 1973 vor allem beschäftigen: Seine große Liebe Wendy gibt ihm per Brief den Laufpass. In der Geisterbahn Horror House soll es spuken, nachdem dort ein Mädchen ermordet wurde. Und er fragt sich, welches Geheimnis sich wohl hinter der schönen jungen Frau mit ihrem behinderten Sohn verbirgt, an deren Strandvilla er jeden Tag vorbeikommt. Vom unbekümmerten Schaustellerleben in Joyland fasziniert, verlängert Devin seinen Aufenthalt. Mit seinen neugierigen Nachforschungen tritt er jedoch eine Lawine von Ereignissen los, bei denen es schließlich um Tod oder Leben geht ...  

Mit King fing alles an. Und wenn es so weitergeht, wird mit King auch alles enden.

Ich erinnere mich noch voller Wehmut an meine ersten Bücher von ihm, die mich schon als Teenager begeistert haben. Inzwischen muss Stephen King sich mein Regal mit einer Vielzahl neuer Autoren teilen, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen kamen. Seine Bücher wurden immer dicker und schwerer, mitunter auch sehr langatmig, so dass ich den einstigen Helden meiner jungen Jahre traurigerweise aus den Augen verloren habe. Bei der Veröffentlichung von "Joyland" kribbelte es urplötzlich wieder im Bauch und das um Einiges handlichere Format (im Vergleich zu "Die Arena") lockte den Teenager in mir hervor. Da war es wieder, das King-Gefühl, so als wäre es nie fort gewesen.  

Zu Beginn sei gleich gesagt, dass der geneigte Leser hier keinen Horror erwarten darf, wie er es z.B. von "Es" gewöhnt ist. "Joyland" ist anders und brachte mir den Nostalgie-Flash, den ich damals beim Lesen von "Die Leiche" hatte. Hier vereinen sich Kings altbekannte Erzählkunst und vielleicht eine angemessene Menge neu gewonnener Erfahrungen, die aus diesem Roman ein echtes Glanzstück machen. In gewohnt ausschweifender, aber dieses Mal nicht langatmiger Weise, erzählt der Autor eine Geschichte voller Farben und Atmosphäre, die mir das Gefühl gab, nach langer Zeit zu den Wurzeln meiner Lesesucht zurückzukehren.  

Zwar haben wir auch hier einen gewissen düsteren Hintergrund rund um einen Mord, aber der Schwerpunkt liegt auf dem jungen Devin, den der Leser sozusagen beim Prozess des Erwachsenwerdens begleiten darf. So ist dann auch der gesamte Roman von einer gewissen Melancholie umschattet, was im Leser ein wenig mehr zum Klingen bringt als nur den reinen Unterhaltungssinn. "Joyland" ist in meinen Augen sehr liebevoll geschrieben. So wächst die Geschichte um Devin einem ziemlich schnell ans Herz. King braucht weder Handys noch Computer, um eine gute Geschichte packend zu erzählen. Als Kind der siebziger Jahre fühlte ich mich in meine Kindheit zurückversetzt, in der das Erleben der Dinge noch nach ganz anderen Mustern ablief. Und es ist ihm gelungen, mich Devins Geschichte nahezu hautnah miterleben zu lassen. Ich habe sie nicht nur gelesen. Ich konnte sie fühlen.  

Fazit:  
"Joyland" war einfach wunderbar. Es hat mir ein lange vermisstes Lesegefühl zurück gebracht, das nur Stephen King erzeugen kann. Freunde des Horrors, für euch ist dieses Buch nicht geeignet, es sei denn, ihr wollt einfach mal wieder mit allen Sinnen eine packende Geschichte lesen. Wer sich jetzt noch fragt, warum er vor Jahren süchtig nach den Büchern von King war, sollte "Joyland" lesen und sich darüber freuen, dieses heimische Gefühl zu erleben.  

Details zum Buch:  
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten  
Verlag: Heyne Verlag (17. Juni 2013)  
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453268725  
ISBN-13: 978-3453268722  
Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,4 x 3,4 cm  
Preis für die Hardcoverausgabe EUR 19,99