Samstag, 14. Dezember 2013

Das Säuseln im Wald - D. Evilll

dassäuselnimwald
Klappentext:  

Ein lange ersehnter Urlaub, ein gegebenes Versprechen, ein altes Haus im Wald - Klaus, ein Mann Ende 40, gerät bei einem Routine-Check in unvorhersehbare Schwierigkeiten, nicht zuletzt in Lebensgefahr. In einer unerträglichen, ausweglos erscheinenden Situation muss er sich seiner Vergangenheit stellen. Und die ist böse... Geschwisterliebe bis in den Tod hinein - Kinder schreien nicht, Kinder verstummen. Doch irgendwann kommt die Zeit der Rache. Wenn dich die Vergangenheit einholt musst du stark sein - oder sterben!  

Klaus hat sich seinen Urlaub auf den Malediven verdammt noch mal wirklich verdient. Seinen BMW hat er sich auch verdient. Er ist erfolgreich, oder? Vor der angestrebten Reise gibt es noch etwas zu erledigen. Die Hütte seiner Eltern, tief im Wald gelegen, muss durchgecheckt werden. Klaus nimmt sich also vor dem Abflug noch kurz die Zeit und fährt hin. Und dann geschehen Dinge, mit denen er nicht gerechnet hatte. Für eine Weile muss die Sonne auf den Malediven noch ohne Klaus scheinen.  

Immer, wenn man denkt, einen unterhält nichts mehr, kommt von irgendwo ein echt cooles Buch daher. Mit dieser abgedroschenen Floskel möchte ich gerne die Buchvorstellung zu „Das Säuseln im Wald“ einleiten.  

Wenn ich mal ganz ehrlich bin, habe ich mir nicht allzu viel versprochen. Alleine schon der Titel „Das Säuseln im Wald“ - meine Güte, wie viele Wälder denn noch, bitte schön? Alleine in 2013 habe ich vier Horrorschmöker mit dem Wort „Wald“ oder „Wälder“ im Titel gelesen. Prompt hatte ich die dazu passenden Bilder im Kopf: Geisteskranke Hinterwäldler, Kannibalismus, Dezimierung der Protagonisten nach Schema F (einer nach dem anderen), usw.

  Wie unfassbar geil ist es dann, wenn ich feststellen muss, dass ich komplett daneben lag, sozusagen auf dem Holzweg (Waldweg) war.  

„Das Säuseln im Wald“ hat rein gar nichts von den oben genannten Merkmalen. Der Autor hat einen Wolf im Schafspelz geschrieben. Die lockere, mitunter recht lässige Schreibweise sorgt zunächst für eine entspannte Haltung seitens des Lesers. Man fühlt sich in Sicherheit und in allen Vermutungen bestätigt. Und dann? Ja, dann kommt plötzlich alles ganz anders. Dann kommt nämlich der Wolf heraus und frisst einen mit einem einzigen „Mampf“ - am Stück.  

Klaus ist eine Mischung aus „Oh mein Gott, der arme Kerl!“ und „Leide, du Drecksau!“ Aber da muss man erst einmal hinkommen. Und das tut man, indem man ihn ein wenig durch sein bisheriges Leben begleitet.  

D.Evilll gibt dann auch richtig Gas und bedient sich eines uralten Hausmittelchens, um das Buch zu dem zu machen, was es ist – die gute alte Gänsehaut.  
Und darauf könnt ihr einen lassen, die hatte ich!  
Fast ohne Splatter, dafür aber mit einigen wirklich gruseligen Elementen, hatte diese Geschichte mich mühelos am Wickel. Schauderhaft gut geschrieben und in der Tat unterhaltsam. Abgerundet wird diese gelungene Mischung durch die Behandlung von Tabuthemen, die den Grundkern des Plots bestimmen, ohne zu aufgesetzt zu wirken.  
Vorhersehbarkeit? Nein, nicht wirklich. Die Story wusste zu überraschen und vor allen Dingen zu fesseln. Dieses Buch ist schlicht und einfach absolut mein Ding.  

Fazit:

 „Das Säuseln im Wald“ ist wieder einmal ein Musterbeispiel für gute, unterhaltsame Indie-Literatur. Der eher „alltägliche“ Titel und das trashig aufgemachte Cover führen den möglichen Käufer unter Umständen an der Nase herum. Für Freunde frischer Gänsehaut-Ideen ist dieser Schmöker jedoch ein Must-have, wenn nicht sogar ein mögliches Lese-Highlight. Wer sich hier nicht gruselt, ist vielleicht schon tot.

 Das Säuseln im Wald kann hier bestellt werden.

Freitag, 13. Dezember 2013

Sommertod - Der Indie-Killer - Milos Never

sommertod
  Klappentext:  
Deutschlands erste Satire auf die Self-Publisher-Szene
 Alles, was du schon immer vermutet hast, stimmt: Rezensionen werden gekauft, Ebooks werden künstlich gepusht, und keiner tut was dagegen. Bis heute...

 „Sommertod“ ist schonungslos, ehrlich, hart und ab 18. Ein satirischer Thriller mit Extras. Spaß und Empörung garantiert.  

„Darauf hat die Ebook-Welt gewartet.“ - Cornelius aus dem Nicht-Hier  

„Dieses Buch gehört verboten. Ich kontaktiere sofort meinen Anwalt.“ - Anonym

 „Na, wenn das mal keine negativen Rezensionen nach sich zieht.“ - Nikolas Preil  

Ach so, zum Inhalt:  
Ein Serienkiller, der es auf erfolgreiche Self-Publisher abgesehen hat. Eine Kommissarin, die Horror-Romane auf ihrem E-Reader liest. Und ein Indie-Autor, der ins Visier des Killers gerät.  
Das Ebook umfasst ca. 50.000 Worte, also ca. 200 Normseiten. Inklusive von zwei Kurzgeschichten und einer Leseprobe.“    

Auf den ersten Blick ist „Sommertod“ vielleicht nur ein extrem trashiger Roman, dessen heftige Kritik wahrscheinlich nur von den Insidern der Buchbranche erkannt und verstanden wird.

 Auf den zweiten Blick macht dieser Roman eine Menge Spaß.    

Aber beginnen wir doch von vorne.    
Sommertod“ beschäftigt sich mit den Aufregern der Buchbranche – und zwar mit allen.    

Seit sich die Möglichkeit des Selfpublishings (selber veröffentlichen ohne Verlag) aufgetan hat, tobt im Internet ein ziemlich unschöner und nicht immer fairer Konkurrenzkampf unter den sogenannten Indie-Autoren. Die Palette ist enorm. Von gekauften Rezensionen, über Eigenbewertungen mit zig verschiedenen Accounts beim großen „A“, bis hin zu organisierten Facebookgruppen, in denen sich die Mitglieder mit allerhand dreisten Maßnahmen gegenseitig in die Charts heben, ist so ziemlich alles dabei, was den verarschten Käufern und den ehrlichen Autoren das Wasser in die Augen treibt.  

 In „Sommertod“ rechnet unser Serienkiller mit all denen ab, die sich, seiner Meinung nach, zu Unrecht die Taschen vollstopfen. Die Horror-Charts werden bereinigt – die Betrüger müssen leiden.    

Und wie sie leiden müssen! Milos Never ist wirklich nicht zimperlich und er macht auch keine Gefangenen. Der Autor lässt einen krankhaft besessenen Fanatiker auf die schreibende Zunft los. Und was er dann alles mit seinen Opfern anstellt, wissen diese wohl selbst am besten, denn sie haben ihre Tötungsszenarien selbst entworfen.  

 Sommertod“ ist sehr schwarzhumorig und extrem provokant geschrieben. Mit Sicherheit wird dieser herrlich satirische Trasher denen gefallen, die zu den erzählten Situationen zustimmend abnicken. Allerdings wird es auch laute Buhrufe geben – wahrscheinlich von denen, die sich den Schuh anziehen.

 Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass mir dieser Roman keinen Spaß gemacht hätte. Spaß ist sogar noch maßlos untertrieben. Ich habe laut gelacht, Situationen wiedererkannt und bei manchen Szenen den Autor innerlich angefeuert, noch ein Schüppchen draufzulegen.    

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich vorhin die letzte Seite verschlungen. Jetzt fühle ich mich irgendwie ein bisschen dreckig und gleichzeitig unheimlich zufrieden.  

 Übrigens gibt es in „Sommertod“ einen sehr urigen Charakter namens Cornelius, den ich gerne irgendwann einmal erneut treffen möchte. Es wäre zu schade, wenn dieser coole Typ jetzt in Rente müsste, denn es gibt noch viel zu tun in der Buchwelt, oder?  

Fazit:  
Sommertod“ ist eine Satire mit extrem brutalen Elementen und provokanten Inhalten. Mit einem stabilen Magen und einem relativ hoch angesiedeltem Sinn für schwarzen Humor kann man dieses Buch bedenkenlos lesen. Wer all das nicht hat und zudem noch – ach, lassen wir das … Lest es dann einfach nicht.      

Sommertod - Der Indie-Killer hier bestellen