Donnerstag, 18. Dezember 2014

Rag Men - Rocky Alexander

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Klappentext:

So könnte der Anfang vom Ende aussehen …

Sie nennen es das Qilu Virus. Es kam aus dem Osten, von irgendwo entlang des Gelben Flusses in China. Es fegte innerhalb weniger Wochen über die ganze Welt und verwandelte normale Menschen in wilde Verrückte. Es gibt nichts, was es stoppen kann.

Der ehemalige Boxer Colin Ross ist entschlossen, aus der kleinen Stadt Wenatchee zu fliehen, bevor sie durch das Virus überrannt wird. Dabei muss er überforderte und schießwütige Polizisten, Horden von Infizierten und den brutalen Wintereinbruch überleben.

Im verseuchten Seattle hinterlässt ein Mann namens Rooster einen Pfad sadistischer Gewalt und Mord auf seinem Rachefeldzug gegen einen Feind, der noch gefährlicher als das Virus zu sein scheint.

Ein spannender Hard-Boiled Thriller im Endzeit-Gewand …


WOW!
„Rag Men“ ist ein Schmöker, der mich auf eine ganz besondere Weise gut unterhalten hat.
Man sollte doch meinen, dass einem das Thema Zombies und Konsorten langsam aber sicher zu den blutenden Ohren herauskommt.
Tut es irgendwie auch – aber irgendwie auch wieder nicht.

Dieses Buch habe ich, das gebe ich offen zu, aus oben genanntem Grund zunächst eher lustlos in die Hand genommen. Ach, schon wieder Zombies (gähn!).

Und dann wurde ich brutal überfahren.

Die drei Handlungsstränge mit ihren drei Charakteren haben mächtig gerockt. Ganz sicher lag das nicht an den Zombies.
Vielmehr hat Rocky Alexander Charaktere geschaffen, die Spaß machen, denen man entweder die Pocken an den Allerwertesten wünscht, oder denen man einfach eine Schulter zum Weinen und ein geblümtes Taschentuch reichen möchte.

Da ist Colin, der alles verliert, der in seiner immensen Trauer im Grunde gar nicht weiß, wohin mit sich, der am liebsten auf der Stelle sterben würde. Dann aber bitte so, wie er es möchte. Das Schicksal hält aber noch etwas für ihn bereit, und durch seine intensive Präsenz verkümmert das ganze Zombiespektakel im Hintergrund zu einer eher unwichtigen Requisite.

Dann gibt es da Rooster. Kriminell, soziopathisch und berechnend. Eine Apokalypse mit Zombies? Prima! Sterbt ihr ruhig alle, aber ich blühe jetzt erst so richtig auf. Euer Verderben, mein Vorteil. Das ist Rooster. Ich kann guten Gewissens behaupten, dass der Kerl so böse ist, dass ihr ihn lieben werdet.

Zu guter Letzt gibt es da noch den kleinen Jungen, der schrecklichem Leid ausgesetzt wird. Man ahnt es, oder? Ja, ich finde dafür kein anderes Wort als „herzzerreißend“.

Was die Spannung und die Action angeht, dürfen die Fans brutaler und rasanter Szenen jetzt trotzdem aufatmen. Wir haben hier nämlich nicht nur ein großes Charakter- und Emotions-Kino, sondern auch alles, was das Gewohnheitsherz der Zombie-Fans begehrt. Der Autor nimmt hier kein Blatt vor den Mund. Es geht zur Sache, Leute. Es ist schlicht brutal (na ja, weniger für mich abgehärtete … , aber sicher für einige von euch).

Langeweile? Nein – an keiner Stelle hatte ich auch nur ansatzweise das Bedürfnis, das Buch freiwillig aus der Hand zu legen.

Fazit:

„Rag Men“ ist ein brillanter Zombie-Apokalypse-Schmöker, der einfach mehr bietet als das, was wir verwöhnten Racker kennen. Wenn ein Autor die Charaktere so intelligent und großartig gestaltet, dass die Zombies nur noch als Statisten fungieren, kann man wohl von großem Kino sprechen. Dieses Buch ist eines meiner Highlights im Jahr 2014.

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Dienstag, 16. Dezember 2014

Dort unten stirbst du! - Moe Teratos

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Klappentext:

Zwei Menschen, die keine Gemeinsamkeiten haben und verschiedener nicht sein könnten, werden durch das Schicksal zusammengeführt. Die eine ist Jana Heinkamp, die mit ihrer Schwester Polly in der elterlichen Konditorei arbeitet und sich mehr und mehr verdrängt fühlt. Der andere ist ein Einzelgänger. Er weiß nicht, wer seine Eltern sind, und hat die schlimmen Erlebnisse seiner Kindheit nie verarbeitet. Aber er ist gar nicht so allein, wie es auf den ersten Blick scheint. In seinem Keller bewahrt er Frauen auf, zehn an der Zahl, und nicht alle von ihnen sind am Leben … „Dort unten stirbst du!“ ist ein intensiver, grausamer und gnadenlos schneller Horrortrip, der die schlimmsten Albträume wahr werden lässt. ACHTUNG: Enthält Szenen mit expliziten Gewaltdarstellungen! Nichts für schwache Nerven!

Inzwischen ist Moe Teratos für mich kein „davon muss ich auch mal was lesen-Fall“ mehr. Den einen oder anderen Roman und auch zahlreiche Kurzgeschichten habe ich mir inzwischen zu Gemüte geführt. Die Autorin ist mittlerweile etwas länger im Horror-Genre unterwegs und ihre Bücher sind aus den Regalen aller geneigten Horror-Nerds nicht mehr wegzudenken.

Mit „Dort unten stirbst du!“ verlässt Moe Teratos die blutgetränkten Zombie-Pfade und wagt einen Ausflug in die wirren Sphären des Serienkiller-Universums.

Die Sicht wechselt zwischen der des Serienkillers und der von Jana Heinkamp, die mit ihrer zynischen, von leichtem Selbsthass geprägten Art zu überzeugen weiß. Allerdings hatte ich mir gerade von ihr etwas mehr Action und spontanen Irrsinn erhofft. Zu Beginn der Lektüre hatte sie durchaus den Eindruck erweckt, als würde sie recht schnell irgendwem den Allerwertesten aufreißen.

Der Killer ist absolut gelungen. So mag ich das. Durchgeknallt, soziopathisch (mit Abstrichen) und so ziemlich zu allem bereit.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass in diesem Schmöker das Blut nur so auf’s Bettzeug tropft. Für den Horror-Fan sehr cool – für die „Mimimiii-Fraktion“: Ihr kennt das. Lasst es einfach, und niemand wird verletzt!

Das Ende hat mich übrigens doch überrascht, in gewissem Maße auch etwas geschockt und somit gut gerockt. Hey, das reimt sich!

Insgesamt habe ich mich prima unterhalten, bekam einen wirklich „guten“ Serienkiller präsentiert und hatte, trotz einiger Klischees, wirklich spannende Lesestunden. Moe Teratos versteht ihr Handwerk, das Ding ist gelungen.

Das Cover! Leute, habt ihr das Cover gesehen? Timo Kümmel hat es entworfen – wie immer, einfach nur klasse.

Fazit:

„Dort unten stirbst du!“ von Moe Teratos hat alles, was ein guter Horror-Thriller braucht: Viel Böses, viel Blut, interessante Charaktere und etwas Ernsthaftigkeit aus dem Hintergrund.
Für Insider ist Moe Teratos bereits ein Geheimtipp. Ich würde hier zuschlagen.

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Sonntag, 23. November 2014

Gott der Tentakel - John Aysa

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Klappentext:

Als der Komet, genannt Fratze, in den Ozean einschlägt, verwüstet er die Welt. Eine Expedition in das hinter Stürmen verborgene Zentrum des Einschlaggebiets gerät für die Teilnehmer zum Desaster. Sie erleiden Schiffbruch und stranden auf einer Insel, die es hier nicht geben dürfte. Was sie dort vorfinden, birgt Lust und Grauen in ungekannten Dimensionen und hat das Potential, die schwer angeschlagene Menschheit in ein Inferno auf Erden zu verbannen.

Gut – um gleich ohne die übliche Rieseneinleitung ins Haus zu fallen:
„Gott der Tentakel“ ist ein John Aysa in seiner reinsten Form. Das heißt mit den Worten eines pingeligen Literaturkritikers: Hierbei handelt es sich um ein obszönes, brutales, pornografisches Machwerk, welches den anspruchsvollen Leser bis in die (Scham) Haarwurzeln erröten lässt.

Oder sagen wir es doch einfach mit den Worten eines eingefleischten John Aysa-Fans:
HELLYEAH! Was für ein fucking abgefahrener, geiler Scheiß!

Dieses Buch ist, wie so ziemlich alle Bücher von John Aysa, polarisierend. Es spaltet die Leserschaft sogleich in zwei Lager. Ist das Kunst oder kann das weg? Ein wahrer Fan wird sich diese Frage wohl kaum stellen, denn dieser Mann schreibt wie der verdammte Teufel höchstpersönlich. Und trotz aller darin enthaltener, mitunter sinnloser Gewalt, kristallisiert sich in jeder Szene deutlich heraus, dass der Autor sein Handwerk versteht und so lässig andere Autoren seines Genres in seinem stinkenden Fahrwasser zurücklässt.

Aller Begeisterung zum Trotz, muss ich einen geringen Punktabzug vornehmen. In der ersten Hälfte der Lektüre hatte ich etwas Schwierigkeiten, in die Story hineinzufinden. Insgesamt erschien es mir etwas wirr, und ich konnte die verschiedenen Handlungsstränge gedanklich nicht zusammenfügen. Da wäre evtl. etwas weniger mehr gewesen.
In der zweiten Hälfte lichtet sich das Dunkel aber nach und nach, so dass es mir gelang, die Zusammenhänge zu kombinieren und die Geschichte im Ganzen zu sehen.

Insgesamt reißt der hammermäßige Schreibstil aber alles raus, der schon allein durch seine Kreativität und seine Vielfalt ein Erlebnis ist.
John Aysa könnte sogar den Tanz von 25 langweiligen Bauernmädchen um einen Maibaum herum so unterhaltsam erzählen, dass man dabei Popcorn essen möchte.

Sex, Blut, Gewalt und Widerwärtigkeiten? Aber sicher. Lang und schmutzig, um genau zu sein. Allerdings gepaart mit tentakeligen Aliens und ordentlich Speed.

Fazit:
Fans dieses extremen Genres dürften bei „Gott der Tentakel“ vor Begeisterung jauchzen. Warmduscher und Moralapostel sollten wirklich von einem Kauf absehen. Ich denke, ihr würdet euch einen Zacken vom Krönchen abbrechen. Und das wollen wir doch nicht.
Wer bereits ein Fan von „SHE“ ist und somit die Fäkaltaufe bereits hinter sich hat, darf sich diesen Roman auf keinen Fall entgehen lassen.

Gott der Tentakel kann man hier bestellen *klick*

Sonntag, 9. November 2014

Die andere Seite der Realität - A.P. Glonn

Die andere Seite Web


Klappentext:

London 1888. Als Inspector Seth Aspen in Whitechapel über eine Frauenleiche stolpert, ist das erst der Auftakt einer ungeheuren Mordserie, welche ganz London erschüttert. Der Mörder scheint ein nicht fassbares Phantom, von der Presse bald als Jack the Ripper betitelt. Um ihn zu stellen, verfolgt Aspen den Täter quer über den Atlantik, durch die USA und Kanada und darüber hinaus zur anderen Seite der Realität … nach Innes, einer Welt, aus welcher der Ripper seine Macht schöpft. Obwohl selbst als Fremdling verfolgt, bleibt ihm Aspen auf den Fersen; mit nur einem Ziel: Den Ripper zu finden koste es, was es wolle.

Zu Anfang einer Buchbesprechung komme ich immer ganz gerne darauf zu sprechen, woher ich den Autor kenne und welche bereits gelesenen Werke ich empfehlen kann.

Im Fall von A.P. Glonn kann ich diese Gewohnheit getrost in die Tonne treten.

Leider kenne ich bisher noch gar nichts von diesem Autor, der übrigens eine Autorin ist.

Allerdings werde ich immer gleich hellhörig, wenn der LUZIFER Verlag mir bisher unbekannte Autoren unter Vertrag nimmt, denn so viel ist klar: Dort wird wirklich kein Bockmist verlegt. Wer es bis dahin geschafft hat, befindet sich in prominenter Gesellschaft.
Kommen dann auch noch begeisterte Leserstimmen zum Tragen, Stimmen, die nicht in meinem Kopf sind, wohlgemerkt, ist das Zucken des Zeigefingers zum „Jetzt kaufen-Button“ nur noch eine Frage der Zeit.

Diese Zeit ist nun abgelaufen. Ich habe „Die andere Seite der Realität“ nicht gelesen – ich habe es gefressen.

Ich bin eigentlich kein Fan von Kriminalgeschichten, aber ich bin ein wirklich großer Fan von Geschichten über Jack The Ripper. Wenn diese dann auch noch so genial gut geschrieben sind, wie „Die andere Seite der Realität“, gibt es für mich kein Halten mehr.

Der Plot um den berühmten Serienkiller war in diesem Fall mal etwas ganz anderes, das ich in dieser Form noch nicht gelesen habe.

Dabei präsentierte sich mir eine bunte Mischung aus ein wenig Krimi, Fantasy, etwas Dramatik, Romantik (ja, auch DAS spielt hier eine Rolle, wenn auch nicht dominierend) und – für mich besonders wichtig – Humor in genau der richtigen Dosis. Die Art Humor, die im korrekten Verhältnis gewählt, dem Ganzen den letzten Feinschliff verpasst, ohne das Werk ins Alberne abdriften zu lassen.

So ist es dann auch kein Wunder, wenn der Leser Inspector Seth Aspen, Aelin und Duncan schon nach dem ersten Drittel der Lektüre rettungslos verfällt.

Evtl. schleichen sich winzige Klischees ein. Ein etwas „dämlich-verpeilter“ Ermittler, dem man ab und zu den Kopf gerade rücken muss, ist vielen Lesern sicher schon aus anderen Werken oder Filmen bekannt. Trotzdem: Für mich kein Grund zu stänkern. Spaß muss es machen!

Und das hat es nicht zu knapp!

Wie der aussagekräftige Titel uns verrät, bekommen wir es mit einer zweiten Realität zu tun. Dort kommen dann die Fantasy-Elemente zum Tragen.
Zunächst wie ein harter Wechsel erscheinend, wird diese andere, neue Welt recht schnell zu einer Selbstverständlichkeit, was man den wunderbar ausgearbeiteten Charakteren und dem tollen Schreibstil verdanken kann. Nicht eine Sekunde lang musste ich mich über Dinge wundern oder logische Abläufe hinterfragen. Hier passte einfach alles. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, kaufen wir einer Geschichte alles ab, wenn sie gut geschrieben ist.

Hier hätte ich auch ein kahlrasiertes Einhorn, das im Stringtanga auf einem Zyklop reitet, hingenommen. So viel zum Thema Glaubwürdigkeit.

Insgesamt haben wir hier einen durchaus fesselnden, unterhaltsamen Roman, der verschiedene Genres gekonnt miteinander verknüpft und somit ein vielseitiges Lesevergnügen erzeugt.

Ich bin wahrlich kein Fan von dicken Kloppern, aber hier hätte ich für weitere 200 bis 300 Seiten gerne eine Nachtschicht eingelegt. So muss phantastische Literatur sein. Fesselnd, spannend und zu allem bereit.

Abschließend bleibt nur noch, das wie immer stimmungsvoll-düstere Cover des Grafik-Designers Timo Kümmel zu erwähnen, der mit seinen abartig guten Grafiken schon häufig meinen Regalen den letzten Schliff verpasst hat.

Fazit:

„Die andere Seite der Realität“ ist ein Roman, der was kann – ein Allrounder mit Suchtfaktor, der trotz einiger blutiger Stellen auch zarter besaiteten Lesern großen Spaß machen dürfte.
Gut angelegtes Geld – gerne mehr davon!

Die andere Seite der Realität: bei Amazon bestellen *klick*

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Samstag, 1. November 2014

Panoptikum - Andreas Zwengel

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Das sagt der Klappentext:

Zwölf Geschichten aus dem weiten Feld der Phantastik. Von historischem Steampunk über groteske Märchen und Lovecraft’schen Tentakelhorror bis zur dystrophischen Science Fiction. Geschichten mit einem großen Herzen für Pulp Fiction und viel schwarzem Humor.

Andreas Zwengel war mit schon vor dem Genuss dieser Kurzgeschichtensammlung ein Begriff. Ich besprach „Die Schattenkrieger“, Band 6, aus einer kleinen, ganz passablen Buchreihe mit dem fröhlichen Namen „Teezeitgeschichten“. Diese Geschichte fand ich damals nett, aber nicht überragend, was der knappen Vorgabe von etwa fünfzig Seiten geschuldet sein mochte.

Trotzdem war mein Interesse geweckt. Deswegen freute es mich, in „Mängelexemplare Dystopia“ eine wirklich unterhaltsame Kurzgeschichte von ihm zu entdecken. Mit der Story „Souljacker“ hatte Andreas Zwengel mich innerhalb weniger Minuten im Sack. Seitdem lese ich seine Werke wirklich gerne.

„Panoptikum“ ist eine vielseitige Sammlung von zwölf Kurzgeschichten, in denen der Leser so ziemlich alles vorfindet, was er sich in seinen kühnsten Phantastik-Träumen ausmalen kann. Die Palette ist äußerst breit gefächert und bietet nahezu alles an. Monster, Hexen, Viren, Aliens, Vampire – Horror, ein Hauch von Steampunk und ein wenig Science Fiction, dies alles ergibt eine kinoreife Mischung, die einem Unterhaltung vom Feinsten bietet.

Der Autor punktet aber nicht nur mit Vielfalt, sondern auch mit einem erfrischend locker-flockigen Schreibstil, der unterschwellig einen fiesen, sympathischen Humor transportiert.

In diesem Schmöker wurde ich stets auf’s Neue überrascht und somit bestens unterhalten. Ich habe wirklich jede einzelne Geschichte inhaliert, wann immer ich Zeit fand.

Fazit:

„Panoptikum“ von Andreas Zwengel ist eine in jeder Hinsicht gelungene Kurzgeschichtensammlung, die Spaß macht. Schade, dass ich sie schon gefressen habe. Gerne lese ich künftig mehr von diesem Autor.

Panoptikum: Phantastische Erzählungen gibt es hier als eBook *klick*

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Donnerstag, 30. Oktober 2014

Eilean Beatach - Die Insel der Bestie, Andreas Roschak/D.Evilll

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Klappentext:

A. J. McCullen, Letzter seines Clans, Verfechter des freien Glaubens und Gründer der „Church of Destination“. Sein Ziel ist verwegen, sieht er sich doch in der Lage, Satan einen Eid abzuringen. Dafür ist er bereit, jeden, der ihn daran hindern will, aus dem Weg zu räumen.
Die Zeit ist knapp, doch die Zeichen stehen günstig, denn es ist gefunden worden: Das Buch, so alt und geheimnisvoll – lange Zeit verschollen – birgt es den Schlüssel zu der mysteriösen Truhe, die er in jungen Jahren fand?
Eine Truhe, die nicht von dieser Welt zu sein scheint …
Robert, Mike und Chris, drei Männer, drei Freunde. Zusammen mit ihren Frauen ziehen sie los, um die schottischen Highlands zu erkunden. Sightseeing und Abenteuer. Doch der Zufall spielt ihnen ein rätselhaftes Buch in die Hände. Als sie sein Geheimnis entdecken, bricht Schritt für Schritt eine mystische, gewaltbeladene Welt über sie herein und zieht sie in einen Strudel des Verderbens. Ihr Schicksal scheint besiegelt, denn Satans Jünger gehen über Leichen …
Eilean Beatach: Eine fesselnde Mischung aus Abenteuer und Horror, mystischen Rätseln und okkulter Magie. Blutig, grausam und brutal geht der Satanskult zu Werk: Eine Geschichte, die den Leser packt, ihn mitten hinein in die Machenschaften des „Abditus Liberitas“-Bundes lenkt, um ihn dann hilflos und verwirrt am Opferstein der „Church of Destination“ zurückzulassen. Und dort erkennt er eins: Die Zahl des Menschen ist die 6 und die 6 und die 6 …


Nun habe ich ihn also endlich gelesen, den ersten Teil von „Eilean Beatach – Die Insel der Bestie“ von Andreas Roschak.
Und um es pingelig genau zu sagen, habe ich es sogar zweimal gelesen. Beim ersten Mal habe ich mir das eBook reingezogen – widerwillig, muss ich zugeben, denn ich hasse eBooks. Vor allen Dingen, wenn sie über 400 Seiten lang sind.
Warum ich es trotzdem getan habe, liegt am Autor. Von ihm kannte ich bereits „Das Säuseln im Wald“, und dieser gruselig-stimmige Schmöker hatte mich einst so begeistert, dass ich mit Schmerzen auf neuen Stoff gewartet habe.
Und ich wartete … und wartete … und …

… dann wurde ich erlöst.

Verdammt! Nur als eBook erhältlich. Aber egal. Ab auf die Kindle-App für den PC. Was tut man nicht alles für die Sucht?
Nachdem nun auch der zweite Teil „Eilean Beatach – Das Tor zur Hölle“ erschienen ist und ich rein zufällig (hüstel) in den Besitz einer Printausgabe des ersten Teils gelangen konnte, habe ich mir diesen dicken Klopper von Taschenbuch noch einmal gemütlich im Liegen und ohne Rückenschmerzen reingezogen. Und das war ein Genuss.

Wenn auch anfangs das Ganze noch eher behäbig dahinplätschert, da dieser erste Teil zunächst das einleitet, was einen im zweiten Teil aus den Latschen heben wird, kam für mich nicht einen Augenblick Langeweile auf.
Das liegt am lockeren, unterhaltsamen und gleichermaßen packenden Schreibstil von Andreas Roschak.
Der Autor hat einen angenehmen Weg gefunden, ca. 800 Seiten (beide Teile) Handlung umzusetzen.
Eine ausgefeilte Charakterzeichnung, Antagonist der extrem fiesen Art inklusive, katapultiert den Leser im Handumdrehen ins Geschehen.
Was wie ein harmloser Urlaub unter Freunden beginnt, entwickelt sich schleichend zu einem Höllentrip. Bis es soweit ist, geht etwas Zeit ins Land. Zeit, die man sich nehmen sollte!

Unmerklich wandelt sich die Situation von harmlos zu bedenklich. Man merkt es kaum. Und wenn man es merkt, gibt es bereits kein Zurück mehr.
Parallel zur Handlung der Urlauber braut sich bereits etwas wirklich Böses zusammen. Man wartet eigentlich nur darauf, dass der Bär zu steppen beginnt. Das wird er dann auch so richtig – und zwar im zweiten Teil.
Ich gebe zu, ich habe schon einen neugierigen Blick ins eBook geworfen. Aber dieses Mal, Herr Roschak, warte ich auf die Printausgabe. Ich weiß, es wird mich aus den Socken heben. Wenn das passiert, will ich liegen – unter meiner Kuscheldecke.

Fazit:

Dieser erste Teil von „Eilean Beatach“ leitet den Worst Case ein, spannend, bedrohlich und unbremsbar. Ich kann hier nur dringend raten, sich dieses Schmuckstück zu gönnen und den zweiten Teil am besten gleich hinterher zu schieben. Wahrscheinlich werdet ihr gar nicht anders können. Mir ging es jedenfalls so.

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Mittwoch, 29. Oktober 2014

Leviathan/Kopfjäger - Tim Curran

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Klappentext:

Wendebuch mit 2 spannenden Geschichten von Tim Curran!

Leviathan:
Seagull Island … eine geheimnisvolle Insel. Man munkelt, sie sei das Tor zu einer anderen Welt – einer Welt urzeitlicher Monster. Die Einheimischen reden nicht darüber. Sie verleugnen es. Aber plötzlich ändert sich alles … Auch Johnny Horowitz, ein unbeliebter Paparazzi, hat von dem Mythos gehört und ist ganz besessen von dem Gedanken, als erster einen Blick auf die andere Seite zu werfen. Während Hurricane Amelia über der Insel tobt, wird das Tor in die prähistorische Welt weit aufgestoßen, und Johnny plant dorthin zu gelangen, mit der Kamera in der Hand, unabhängig von den Konsequenzen.

Kopfjäger:
Vietnam 1970. Eine grüne Hölle, wo der Tod hinter jedem Baum, in jedem Schatten und jedem Nebel lauert. Sprengfallen und Munition, Landminen und Raketen. Mike McKinney ging dorthin, um über den Krieg zu schreiben, über den Terror und die Frustration, über Soldaten und Menschen und eine Landschaft, die durch den Krieg für immer verändert wurde … doch dann begegnet ihm noch etwas anderes: Ein urzeitlicher Horror, entsprungen dem dunkelsten vietnamesischen Aberglauben. Eine groteske Abscheulichkeit, die durch den Dschungel und über die Hochebenen schleicht, auf der Suche nach menschlichen Köpfen. Nun ist es auf der Jagd nach ihm. Und nichts kann es stoppen.

Bei Tim Curran habe ich immer ein wenig das Gefühl, er kann es mir als Leserin nie so richtig recht machen.
Bei „Zerfleischt“ war ich nach etwa 100 Seiten des immer gleichen Gemetzels recht schnell abgestumpft, so dass sich ein „weniger ist mehr-Gefühl“ einschlich.
„Dead Sea“ ist ein großartiges Buch, das mir aber auch mit etwa 200 Seiten weniger ebenso gut gefallen hätte.

Das Curran-Double „Leviathan/Kopfjäger“ konnte es mir auch nicht recht machen – aber dieses Mal im positiven Sinne.
Bei beiden Novellen hätte ich auch liebend gerne 200 bis 300 Seiten mehr verschlungen.
„Leviathan“ besticht weniger durch ausufernde Gemetzel, dafür aber umso mehr durch eine tolle Story, detailreiche und wirklich gute Szenenbeschreibungen sowie ein gut portioniertes Häppchen schwarzen Humors.
Hier hat einfach alles gepasst. Johnny Horowitz, der Unsympath schlechthin, liefert dem Leser eine actionreiche Reise in prähistorische Welten. Ich hätte hier sehr gerne mehr gelesen. Leider war das Vergnügen recht kurz – dafür aber wirklich intensiv. Diese Novelle hat großen Spaß gemacht und eine mir bislang unbekannte Seite von Tim Curran an die Oberfläche gebracht.

„Kopfjäger“ schien auf den ersten Blick nicht ganz mein Fall zu sein, weil ich nicht unbedingt auf militärisch angehauchte Schmöker stehe.
Letztlich hatte mir diese Novelle aber noch besser gefallen als „Leviathan“.
„Kopfjäger“ ist extrem in seiner Stimmung, schildert plastisch den Kriegsalltag in Vietnam, die schwarze, hoffnungslose Situation der Soldaten und zieht einen damit unweigerlich in den Abgrund.
Genial gut geschrieben – Mir blieb schlicht die Luft weg.
Sehr schön auch das Spiel mit urbanen Legenden, ein Highlight für Fans von erdrückendem Grauen und somit herrlich spooky!
Auch hier hätte ich noch Stunden weiterlesen können. Aber bekanntlich soll man gehen, wenn es am schönsten ist. Diese Story habe ich nur äußerst ungern beendet.

Zusammenfassend kann ich den Sterneabzug für die Kürze der Geschichten nicht nachvollziehen, denn beide Novellen sind Paradebeispiele für Currans vielseitiges Können. Und der Wunsch nach mehr zeigt deutlich, dass hier alles richtig gelaufen ist.

Fazit:
Das Curran-Double „Leviathan/Kopfjäger“ ist ein heimtückischer Anfixer für alle, die noch nie etwas von diesem Autor gelesen haben. Spätestens nach dem Genuss dieser beiden Novellen dürfte es um jeden Leser geschehen sein.

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Timmy Quinn, Band 1 von 3 - Kealan Patrick Burke

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Klappentext:

Der Schildkrötenjunge

1979, Delaware, Ohio, Sommerferien. Timmy Quinn und sein bester Freund Pete Marshall treffen am Myers-Teich auf einen seltsamen Jungen namens Darryl. Als sie ihren Eltern von dieser Begegnung erzählen, treten sie damit etwas in Gang, das seinen Ursprung in einer schrecklichen, bösartigen und brutalen Vergangenheit hat – und das Timmy Quinns Leben fort an verändern wird.

Diese Novelle gewann 2004 den Bram Stoker AWard als beste Novelle des Jahres!

Die Häute

Sieben Jahre sind seit den Ereignissen am Myers-Teich vergangen. Timmy Quinn ist auf der Suche nach einem Ort des Friedens, und das führt ihn zu seiner trauernden Großmutter in eine kleine Hafenstadt an der Südküste Irlands. Doch schnell verwandelt sich der Hafen in einen Käfig, in dessen Grundfesten sich die Toten in einer alten zerfallenden Fabrik versammeln.
Um sein Leben und das derer, die er liebt, zu beschützen, muss Timmy Quinn einen Schritt hinter den Vorhang treten, in das Reich der Toten, um dort noch etwas viel grauenhafteres zu entdecken – eine riesige Gruppe, bekannt als »Die Häute«

Noch bevor erste Werke von Kealan Patrick Burke ins Deutsche übersetzt wurden, war sein Name bereits für viele Englisch lesende Horror-Fans ein Begriff.
Im Laufe der Jahre stolperte ich immer wieder über diesen Autor und ich habe mir sagen lassen, dass gewisse Leserinnen schon alleine deswegen seine Bücher kauften, weil er so ein „Schnuckelchen“ sei.

Was zur Hölle … ?

Ja, Sachen gibt es …

Ich persönlich bin nicht unbedingt empfänglich für solche Äußerlichkeiten (glaubt es oder nicht), aber ich bin umso empfänglicher für die Empfehlungen meiner gleichgesinnten Bücherfreunde.
Darum hatte ich dann auch richtig Spaß, als Voodoo Press sich endlich erbarmte und „Herr der Moore“ ins Deutsche übersetzte.

Meine Erwartungen wurden gänzlich erfüllt, also steht Mr. Burke seitdem auf meiner persönlichen Liste der Lieblingsautoren.

Auf „Timmy Quinn“ warten wir alle nun schon etwas länger, aber lasst euch gesagt sein: Das Warten hat sich gelohnt.

Band 1 von 3 umfasst die Novellen „Der Schildkrötenjunge“ und „Die Häute“.

Kealan Patrick Burke bleibt mit dieser Reihe seinem gelungen düsteren Stil treu und legt sogar noch ein Schüppchen drauf.
Hier wird der Leser nicht unbedingt mit Brutalitäten geködert, wenn auch ein gewisses Maß an Grausamkeit vorhanden ist.
Vielmehr besticht der Autor mit seinem düster-bildhaften Schreibstil, dem man rettungslos verfällt, sobald man die ersten Seiten inhaliert hat.
„Der Schildkrötenjunge“ dient hierbei sozusagen als Vorstellung von Timmy Quinn – ein außergewöhnlicher Junge mit einer besonderen Gabe. In dieser ersten Novelle lehrt der Autor uns bereits das Fürchten.
In „Die Häute“ wird die Daumenschraube des Horrors allerdings noch enger gezogen. Tatsächlich habe ich es an verschiedenen Stellen vor lauter Spannung kaum noch ausgehalten. Lesen, des nachts, allein – das war verdammt scary!
Nennt mich Gänsehaut-Woman! Diese Geschichten haben mich wirklich mächtig gegruselt. Ich bin und bleibe ein begeisterter Fan dieses Autors. Und dass er ein Schnuckelchen ist, na ja, dafür kann er ja nichts. Schreiben kann er jedenfalls, aber holla die Waldfee!

Fazit:
„Timmy Quinn – Der Schildkrötenjunge u. Die Häute“ ist der zu hundert Prozent gelungene Auftakt einer Reihe, die einfach nur Spaß macht.
Wer sich mal wieder richtig gruseln und sich vor lauter Grauen ganz fest in seine Bettdecke wickeln möchte, sollte hier unbedingt zuschlagen. Ich bin wirklich nicht leicht zu ängstigen, aber Mr. Burke hat mich vor dem Schlafengehen die Schränke kontrollieren lassen. Klasse!

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Montag, 27. Oktober 2014

Unmensch - Sönke Hansen, Gastrezension von Jasmin Jülicher

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Dieses Mal war ich als Teil des Amrûn-Teams an der Entstehung von “Unmensch” indirekt beteiligt. Deswegen bin ich “befangen”und darf meinen Senf zum Buch nicht selbst verfassen. Trotzdem möchte ich es mir nicht nehmen lassen, zu betonen, dass ich auch vor meinem Ausflug ins Lektorat und Korrektorat bereits ein großer Fan von Sönke Hansen war. Mir war immer schon klar: “Aus dem Typ wird mal was!” Das dachte sich auch Amrûn-Chef Jürgen Eglseer und schnappte sich ganz flott dieses rasante Manuskript, bevor es ein anderer Verlag tun konnte. Gut gemacht, Jürgen!
Natürlich gebe ich nicht eher Ruhe, bis ich einen Weg finde, Amrûn-Bücher trotzdem auf Horror and more vorstellen zu können.
Aus diesem Grund hat Gastrezensentin Jasmin Jülicher “Unmensch” für euch gelesen und besprochen.
Danke für die Rezension, Jasmin!!!


Klappentext: Dem Journalisten Mark Dorn bietet sich die einmalige Gelegenheit, einen Serienkiller auf der Jagd zu begleiten. Doch die Sache eskaliert. Plötzlich klebt auch an Marks Händen Blut. Kann er den mordenden Unmenschen noch aufhalten? Will er es überhaupt?

Oh ja, der Klappentext machte sofort Lust auf mehr. Wo trifft man einen Serienkiller? Und wie kommt man dazu, einen zu begleiten? Von diesen Fragen getrieben hetzt man nur so durch den ersten Teil des Buches. Man lernt beide Hauptpersonen kennen. Und endlich lernen sie einander kennen. Fast ab dem Punkt tritt der Autor gefühlt auf die Bremse, um eine Vollbremsung zu vollführen. Irgendwie bleibt das, was man sich anhand des Klapppentextes ausgemalt hat, aus. Und irgendwie ist die Story, die ich als Leser für die Story gehalten habe, vorbei. Was kommt, ist eine Reise in die geschundene Seele des Protagonisten. Eine sehr, sehr lange Reise. So viel zur Geschichte.

Auch wenn mir das Tempo und die Spannung gerade im Mittelteil des Buches gefielen, fehlte doch immer etwas. Ein kleines Etwas, das ich nicht recht bestimmen konnte. Möglicherweise lag es an der Kälte, mit der alles beschrieben wurde, welche weder Sympathie noch Mitgefühl für die Hauptfigur aufkommen ließ, möglicherweise an den dauernden Wiederholungen in Bezug auf die Hauptperson (ich gehe nicht näher darauf ein, das würde nur zu viel von der Geschichte verraten).
Gespickt ist das Buch zusätzlich mit wirklich fiesen Szenen, die Freunde der härteren Gangart in Büchern sicher erfreuen, Menschen, die es lieber etwas gemäßigter mögen, jedoch sicher verstören werden.

Fazit: Ein absolut lesenswertes Buch mit einer sehr guten Idee, einigem an Gemetzel, absurden Szenen und zwischendurch einem deutlichen „Hä?“- Moment.

Unmensch bei Amrûn *klick*
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Donnerstag, 25. September 2014

Prinzessin - Armee der Finsternis - John Aysa

aysa armee der finsternis

Klappentext:

She ist immer noch unterwegs Richtung Westen, strebt ihrem unbekannten Ziel entgegen. Wieder begegnet sie seltsamen Menschen, gefährlichen Lebewesen und merkwürdigen Gemeinschaften – je weiter sie reist, umso bizarrer und gefährlicher werden diese Begegnungen. Die Welt verändert sich immer schneller – und nicht zum Besseren. Im Kielwasser ihrer Wanderung formieren sich die Fronten. Alte und neue Gegner machen sich auf die Reise, um gegen She und vor allem gegeneinander anzutreten, vereint im Bemühen, alle anderen zu vernichten. Zu allem Unglück ist She nicht in Höchstform und braucht gefährlich lang, um sich einen Überblick über das Durcheinander an Gegnern zu verschaffen. Denn sie wird überaus wirkungsvoll abgelenkt und in ein Gefühlschaos gestürzt – von einer Frau namens Stella ..

Wenn man gleich auf den ersten Seiten durch einen brusthohen See voller Scheiße watet und ein gemeingefährlicher Irrer überlegt, ob er im Takt zu seinen Folterhandlungen furzen könnte, befindet man sich in einem Roman von John Aysa.

Willkommen in der Welt von SHE!

Der erste Teil „Prinzessin“ vergewaltigte mein Hirn bereits mit einem in Fäkalien getränkten Dornenprügel, und man muss schon auf eine abartige Weise bekloppt und nerdig genug sein, sich nach einem solchen Gewaltmarsch einen zweiten Teil zu wünschen.

Nun ja, ich bin von allem etwas.
Deswegen gehöre ich wahrscheinlich zu einer eher kleinen Gruppe von Verrückten, die sich mit leuchtenden Augen auf den zweiten Teil „Armee der Finsternis“ stürzten – ungläubiges Kopfschütteln meiner verwandten Mitbewohner ignorierend.

Auch dieses Mal schaffte es John Aysa erneut, mir hin und wieder ein entsetzt-amüsiertes Keuchen zu entlocken.
SHE ist ein abgebrühtes Stück Kampfsau, und ich liebe sie.
Der Autor vereint in seinem Schreibstil die Fähigkeit, dem Leser keine Pausen zu gönnen, mit der Eloquenz eines Horror-Autors, der genau weiß, wie er seine Munition abzufeuern hat. Ich schwöre, dass ich mindestens zehn neue Beleidigungen gelernt habe.

Um gleich die Moralapostel unter den Lesern abzubremsen, sei gesagt, dass natürlich Dreck und Schnodder nicht alles im Leben eines Horrorlesers ist. Wenn aber jemand in der Lage ist, diesen in gute, nicht ernst zu nehmende Unterhaltung zu packen, ist das für mich schon eine Art von Kunst.
Ich sehe mir im Kino auch nicht „The Expendables“ an, um mich in Anspruch zu suhlen. Diesen Aspekt sollte man bitte in Betracht ziehen, bevor man den Bestellbutton klickt.

Dann hätten wir da noch eine Kleinigkeit, mit der ich nach dem Genuss des ersten Teils niemals gerechnet hätte. Liebe.

SHE bekommt eine Freundin an die Seite gestellt, und die Herren der Schöpfung sollten besser beim Lesen keine zu engen Hosen tragen (Hier anzügliches Grinsen einfügen). Abgesehen von sehr detailliert geschildertem Sex, bekommt der Leser zusätzlich SHEs andere Seite präsentiert. Das mag eine Seite sein, die sie vielleicht vor Jahren hatte und die mit der Zeit einer stinkenden, sterbenden Welt zum Opfer fiel.
Die Wiederbelebung dieser eher verkümmerten Seite erfolgt durch Stella, und man sollte es kaum glauben, aber – es schmerzt fast, dieses Wort auszuschreiben – SHE entwickelt Gefühle und so etwas wie einen Beschützerinstinkt. Das tut sie auf ihre ganz und gar eigenartige Art. Ich war hin- und hergerissen zwischen Belustigung und Faszination.
Damit gelang es John Aysa sogar, inmitten dieses verwesenden Sumpfes eine kleine, leuchtende Schatulle voller Tiefe zu platzieren.

Nun da ich weiß, dass es noch einen dritten (und finalen?)Teil geben wird, bleibt das Ende von „Armee der Finsternis“ hier einfach unerwähnt, und ich harre der abgefahrenen Dinge, die da noch kommen werden.

Zusammenfassend noch einmal ganz kurz: Ihr seid nun gewarnt, hier fliegen euch Dinge um die Ohren, die ihr nicht wissen wollt. Es ist laut, blutig, dreckig, versaut und extrem unterhaltsam. Könnt ihr das ab? Dann schlagt zu! Ansonsten Finger weg.

Fazit:

Dieser Roman versohlt euch den Arsch. Ihr werdet hier nicht frieren, zieht euch trotzdem warm an!
Absolute Leseempfehlung für abgehärtete Nerds, die auch Lee und Co. mögen.
Teil drei, ich komme! Bis dahin ziehe ich mir Aysas „Gott der Tentakel“ rein.

Prinzessin – Armee der Finsternis kann man hier bestellen *klick*

Sonntag, 21. September 2014

Das Geheimnis von Barton Hall - L.C. Frey

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Produktbeschreibung beim großen Amazonas:

Port, New Hampshire, in den letzten Jahren des neunzehnten Jahrhunderts. Der Tod seines vermögenden Vaters zieht den jungen Robert Barton zurück nach Barton Hall, dem Stammsitz seiner Familie. Aus Langeweile beginnt er sich mit den merkwürdigen Umständen zu beschäftigen, die zum Tod seines Vaters führten und gerät bald selbst in einen Strudel aus üblen Ahnungen und uralten Geheimnissen.

Wer oder was hat John Barton tatsächlich umgebracht und wie hängt das alles mit dem finsteren, halbverfallenen Haus auf dem Hügel über der Stadt Port zusammen?
Eine klassische Schauernovelle aus dem Sloburn-Universum und eine Verneigung vor H.P. Lovecraft und E.A. Poe.

Nun hat es mich also mal wieder erwischt. Mich, die so rein gar nichts mit diesem altertümlich anmutendem Horrorkram anfangen kann.
Und sind wir doch mal ehrlich zueinander: Wenn ich schon „neunzehntes Jahrhundert“ lese, will mein Körper sofort in den Schlafmodus wechseln.

Allerdings hatte die Sache in diesem Fall einen Haken für mich. Ich kannte nämlich schon drei Werke von L.C. Frey.
Da wären die ersten beiden Teile der Jake Sloburn-Reihe und der abgefahren gute Horrorthriller „Draakk“. Nie gehört? Dann wird es aber Zeit!
Man möge mir vergeben, dass ich bisher nie dazu kam, eines seiner Werke zu besprechen. Tatsächlich las ich diese zu meinem reinen Vergnügen, ohne jegliche Rezensionsverpflichtungen. Muss ja auch mal sein.
Deswegen muss ich an dieser Stelle ein kurzes Statement abgeben.
Herr Frey rockt – und das nicht zu knapp. Und weil das so ist und bisher jeder seiner Romane ein Pageturner war, kam ich auch an „Das Geheimnis von Barton Hall“ nicht vorbei.

Ich ignorierte also dieses vermaledeite neunzehnte Jahrhundert, warf die Kindle-App auf meinem Notebook an und begann gestern Abend gegen 23 Uhr mit dem Werk.
Als ich das nächste Mal auf die Uhr sah, war es etwa zwei Uhr dreißig, neben mir schnarchte mein Mann und die letzten Zeilen waren verschlungen.

Diese Novelle, die ursprünglich als Kurzgeschichte geplant war und sich dann irgendwie verselbstständigte, lieferte mir genau das, was ich von L.C. Frey gewöhnt bin. Fesselnde Unterhaltung, eine gut durchdachte Geschichte und eine unerwartete Auflösung.

Sehr ungewöhnlich: Nahezu die gesamte Novelle wurde als Brief verfasst, der sowohl Titelüberschriften als auch wörtliche Reden enthält. Künstlerische Freiheit? Ich kenne das in dieser Form nicht, aber es hatte den faszinierenden Effekt, dass sich das Ganze wie ein ganz normaler Roman liest, während man gleichzeitig den Brief im Hinterkopf hat.

An die altmodische Schreibweise habe ich mich wider Erwarten recht schnell gewöhnt, so war ich also im Nu gefesselt von dieser Geschichte, die so völlig ohne Gemetzel auskam (im Gegensatz zur Sloburn-Reihe). Ob diese Schreibweise gut gelungen ist oder nicht, wage ich nicht zu beurteilen, weil ich generell einfach nicht darauf stehe und mir somit dieses Urteil nicht erlauben KANN.
Dafür gibt es sicherlich genügend andere Experten.

Hier überwog das namenlose Grauen, das einen packt, wenn man durch alte Gemäuer schleicht, während man sich besorgt fragt, welcher wilde Watz einen eigentlich geritten hat, als man beschloss, die verwitterte, baufällige Treppe hinunterzusteigen.

Und am Ende war da noch dieser winzige Bezug zu Jake Sloburn.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hab’s aufgefressen wie nichts. Es war einfach nur gut.

Fazit:

Für meine Begriffe ein gelungener altmodischer Gruselstil. Gänsehaut, Unterhaltung, Aha-Effekt und eine Prise Sloburn. Alles da. Lesen!!!

Alle Werke von L.C. Frey sind hier erhältlich *klick*

Samstag, 20. September 2014

Graues Land 3 - Am Ende der Welt - Michael Dissieux

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Das sagt der Klappentext:

7 Jahre später … 7 Jahre nach Mayfield … Die Welt ist nur noch ein Schatten ihrer selbst, eine stille Hülle, ein Relikt … Wenige Menschen wandeln über diesen unendlichen, von Gott verlassenen Friedhof, noch weniger sind bei klarem Verstand. Das Leben hat seine Werte verloren. Hoffnung ist ein bitteres Wort, bedeutungslos. Daryll ist einer der Überlebenden. Ein Gestrandeter, gezeichnet von Hunger und Furcht. Dennoch sucht er weiter. Er sucht eine Bedeutung in all dieser Sinnlosigkeit … Auf seiner einsamen Reise durch diese verheerte Welt macht er seltsame Bekanntschaften und muss einer schrecklichen Wahrheit ins Auge sehen.
Graues Land 3 – Am Ende der Welt. Das grandiose Finale einer Buchserie, die tausende Leser begeistert hat!

Und dem ist eigentlich kaum noch etwas hinzuzufügen – auch mich hat diese grandiose Endzeit-Reihe begeistert. Immer wieder!

Immer, wenn ich ein Werk von Michael Dissieux in meinen Händen halte, verwandelt sich die abgefuckte Trash-Leserin in eine hochkonzentrierte, nicht ansprechbare Irre.

Für die sterbenden, trostlosen Welten dieses Autors brauche ich Zeit, Stille, Gemütlichkeit und ganz wichtig: meine Ruhe.
Kennt ihr das, wenn ihr für bestimmte Filme, Bücher oder Events das passende Umfeld braucht? So geht es mir mit „Graues Land“.
Wenn sich in meinem Kopf die Bilder einer hoffnungslos verderbten Welt formen und mein Verstand sich auf Stille und Einsamkeit einstellt, bin ich wieder angekommen – Am Ende der Welt.

Auch bei diesem dritten – und wie man munkelt – finalen Teil (oder doch nicht???) dauerte es keine zehn Minuten, bis die beklemmende Atmosphäre sich ihren Platz in meiner Vorstellung erobert hatte.

Daryll, der Zeitungsjunge aus dem ersten Teil, ist nun erwachsen. So hat er, im Gegensatz zu allen anderen Charakteren aus den vorherigen beiden Teilen, einen nicht unbeträchtlichen Teil seines Lebens in einer toten Welt verbracht. Er ist damit aufgewachsen, kennt es fast nicht anders.
Dementsprechend erleben wir die Geschehnisse aus seiner Perspektive, mit seinen Gedanken und Gefühlen.
Hier und da gibt es dezente Hinweise zum Wie und Warum des Ganzen, doch so recht will der Autor nicht mit den ganzen Details ans Tageslicht kommen. Das hat aber auch schon in den beiden Teilen davor sehr gut funktioniert. Es gibt uns Raum für eigene Spekulationen und Bilder.

Trotz winziger, nennen wir es Action-Einlagen, bleibt die Gangart ruhig und beklemmend. Damit ist es auch völlig klar, dass unterhaltungsorientierte Leser sich höchstwahrscheinlich ziemlich langweilen werden, während die stillen Genießer in einem düsteren See atmosphärischer Dichte ertrinken.

Und das sage ich an dieser Stelle noch einmal klar und deutlich: Michael Dissieux beherrscht das Vokabular des apokalyptischen, einsamen Grauens wie kein Zweiter.

Wenn er seine dahinsiechende Welt über uns ausgießt, braucht es keine temporeichen Gemetzel. Er schafft es auch ohne Rambazamba, einen schweren Stein in unseren Mägen zu platzieren.
Immer wieder großartig – mehr gibt es dazu nicht zu sagen – und beim Lesen bitte das Atmen nicht vergessen!

Fazit:

„Graues Land 3 – Am Ende der Welt“ von Michael Dissieux ist ein mehr als würdiger, finaler (?) Teil der inzwischen sehr beliebten Endzeitreihe aus dem Hause LUZIFER. Hier bekommt jedes noch so sonnige Gemüt dunkle Risse, da bin ich sicher.
Übrigens kann der Autor auch anders. Den Lesern, die es brutaler und direkter lieben, empfehle ich guten Gewissens „Die Saat der Bestie“.

Graues Land 3 – Am Ende der Welt: Roman hier bestellen *klick*

Oder mal bei LUZIFER vorbei schauen *klick*

Mittwoch, 3. September 2014

Monstersperma - Edward Lee

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Um der legendären Studentenverbindung „Alpha-Haus“ beitreten zu können, müssen die Bewerberinnen ziemlich auf Zack sein. Schlechte Noten? Fetter Hintern? Gesichtsunfall? Gar kein Problem. Das alles ist nicht wirklich wichtig im Alpha-Haus. Wichtig ist nur eines: Die Anwärterinnen müssen willig sein und Nerven wie Stahlseile besitzen. Nur dann gibt es eine vernichtend geringe Chance, die rituellen Aufnahmeprüfungen zu bestehen.

Ann, Hannah und Mercy sind in Edward Lees „Monstersperma“ die drei mehr oder weniger willigen Kandidatinnen für das jährlich stattfindende Aufnahmeritual.

Während Mercy und Hannah sich etwas zieren, kennt Ann hingegen keine Tabus, denn sie hat die Wahl: In die begehrte Verbindung aufgenommen oder aber von ihren Eltern enterbt zu werden und damit ihr Schicksal als Verliererin of the year endgültig zu besiegeln.

Damit geht der Spaß auch schon los. Und wenn ich sage Spaß, dann meine ich:

Heilige Geschlechtskrankheit und alles, was man sonst so beschwören kann !!!

Das Cover, der Klappentext und die inzwischen unter Hardcore-Fans sehr beliebte Eigenmarke „Extrem“ des Festa-Verlags versprechen Gore-Porno der allerhärtesten Sorte. Das ist, gelinde ausgedrückt, maßlos untertrieben.

Wer den Buchdeckel öffnet, sollte damit rechnen, innerhalb kürzester Zeit mit (nicht immer) menschlichen Ausscheidungen sämtlicher Kategorien beworfen zu werden. Selbstverständlich dürfen auch verschiedenste Sexualpraktiken nicht fehlen.
Wer jetzt meint, man nehme zwei Drittel Ekel und ein Drittel Porno und der neue Schmöker von Lee ist geboren, weil es ja sowieso immer dasselbe ist, dem muss ich an dieser Stelle mit Nachdruck widersprechen.

„Monstersperma“ brilliert nicht mit verstecktem Anspruch und auch nicht mit gebeutelten Charakteren, deren Tiefe der Seele uns noch bis ins Nirwana beschäftigen soll. Dieser Roman besticht durch den reinen Spaßfaktor und einer urig abgefahrenen Protagonistin, die es in sich hat.

Ann hat alles, was ein Charakter braucht, um einen unterhaltungsgesteuerten Horror-Nerd über Stunden zu beschäftigen. Ich spreche hier von ihrer rotzigen Ausdrucksweise und einer herrlich kranken Selbstironie. Aus der Ich-Perspektive von Ann höchstpersönlich erzählt, konnten die Geschehnisse in „Monstersperma“ nicht göttlicher geschildert werden.

Mehr als einmal musste ich laut und herzhaft lachen – und darüber sollte man sich im Klaren sein: „Monstersperma“ ist ein Roman, den man nicht ernst nehmen darf. Das ist wie ein Film von Monty Python oder Seth MacFarlane. Zurücklehnen, Hirn ausschalten und in den Popcorn-Eimer greifen.
So krank, übertrieben pervers und absurd, dass es schon wieder lustig ist.

Wer damit ein Problem hat, sollte es einfach lassen.

Mir persönlich hat dieser furztrockene schwarze Humor, den Lee hier wieder an den Tag legt, einen Heidenspaß bereitet. Ich kann glaubhaft versichern, dass man sich an all den Dreck in diesem Schmöker recht schnell gewöhnt und das Ding in nur einer Sitzung inhaliert, wenn einen menschliche Bedürfnisse wie z.B. Hunger oder eine volle Blase nicht zwischendurch stören.

Sehr spannend auch: Im Auto sitzen, auf jemanden warten und dabei das Buch lesen. Sich dann über hochgezogene Augenbrauen freuen, wenn die Politesse bei der Kontrolle des Parkscheins das Buchcover betrachtet, hinter dem sich eine mütterlich aussehende Horror-Nerdin versteckt. Solltet ihr mal in der Bahn lesen. Ist sicher amüsant.

Fazit:

„Monstersperma“ hat eine saucoole Protagonistin, eine Menge Dreck und eine bescheuert-absurde Story – mit anderen Worten, dieser Roman bietet eine Menge Spaß. Wer einen robusten Magen hat (ich hasse diese Floskel, aber sie ist wahr), findet in diesem Schmöker ein Unterhaltungsfeuerwerk der Sauereien und somit sein persönliches Aufnahmeritual für die Liga der Hardcore-Horror-Nerds.
Wenn ihr mich jetzt bitte entschuldigt, die Dusche ruft – ich fühle mich schmutzig.


Monstersperma – Extrem gibt es hier als eBook *klick*
Und hier als Taschenbuch in Leder-Optik *klick*

Sonntag, 31. August 2014

Toxic Lullaby - Torsten Scheib/Ralf Kemper

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Klappentext:

Was als unbeschwerter, sommerlicher Ausflug aufs Land begann, mündet für Eloise in einen wahr gewordenen Albtraum. Alleine, hilflos und ohne Erinnerung erwacht sie unvermittelt inmitten einer vergifteten, der Seele beraubten, toten Welt. Wer hier überleben will, muss sich jener Hülle entledigen, die ihn einst zum Menschen gemacht hat. »Fressen oder gefressen werden« lautet das oberste Gesetz. Am Tage oder in der Nacht, wenn unersättliche Kreaturen namens »Schläfer« auf Beutezug gehen. Gemeinsam mit einer Handvoll abgehärteter Überlebenskämpfer begibt sich Eloise auf die Suche: nach der Wahrheit und nach der mysteriösen, legendären »Grünen Insel«, dem angeblich letzten unversehrten Ort auf Erden. Doch was sie am Ende ihrer Odyssee finden wird, übersteigt sogar ihre schlimmsten Fantasien BEI WEITEM …


Seit einigen Jahren kenne und schätze ich nun schon die zahlreichen Kurzgeschichten von Torsten Scheib, die mir immer wieder über den Weg laufen, und die aus den bekannteren Anthologie-Reihen der Szene nicht mehr wegzudenken sind.

Einigen Lesern dürfte der Name Torsten Scheib auch durch zahlreiche Übersetzungsarbeiten (wie z.B. für Voodoo Press) bekannt sein.

Nun kam ich endlich in den Genuss, einen „richtigen“ Roman von diesem Autor zu lesen. Vorab sei gesagt, dass es sich bei „Toxic Lullaby“ (p. machinery Michael Haitel) um den Roman zum gleichnamigen Film handelt, der übrigens 2010 den Award für den besten internationalen Horrorfilm beim New York International Film Festival in den USA gewann.

Diesen Film habe ich zuvor nicht gesehen, weiß aber, dass dieser mit wenigen Mitteln von Ralf Kemper produziert wurde und in der „Szene“ als Geheimtipp gilt.

Mit großem Interesse erwarb ich also Torsten Scheibs Debüt-Roman – gespannt, was dieser aus dem Drehbuch und der Filmvorlage gemacht hat.

Dank des gewohnt knackig-kurzen Schreibstils, den ich so mag, war ich ziemlich zügig in diesem apokalyptischen Albtraum unterwegs.
Obwohl hier sicherlich einiges an Füllmaterial eingeflossen sein muss, hat dies dem Roman nicht geschadet. Vielmehr wurden Orte und Personen sehr deutlich dargestellt, was einem die Filmbilder würdig ersetzt und die Charaktere greifbar erscheinen lässt.

Der Klappentext und der Titel lassen zunächst auf einen Endzeit-Schmöker über eine vergiftete oder verstrahlte Welt schließen. Das ist aber nur ein Teil des Ganzen. Grundsätzlich geht es hier um Zombies, hier Schläfer genannt.

Gegen diese müssen sich Eloise und ihre Mitstreiter nahezu ohne Verschnaufpausen zur Wehr setzen. Das Tempo ist hoch und das Blut fließt in Strömen. Hier wurden ganz klar die Fans von actionreichen Massakern gut bedient.
Aber auch die Charaktere kommen nicht zu kurz. Eloise lässt uns an ihren innersten Ängsten teilhaben. Das wurde richtig gut umgesetzt. Ich vermute mal, dass sie mir im Film vielleicht egal gewesen wäre. Im Roman war dies nicht der Fall.

Insgesamt wurde ich nach einem etwas gemütlicheren Einstieg recht schnell vom Autor am Kragen gepackt und mit einem Affenzahn durch die Story geschleift. Torsten Scheib hat dafür gesorgt, dass keine Langeweile aufkam – so viel ist sicher.
Allerdings blieben am Ende einige Fragen offen, die wahrscheinlich auch der Film nicht beantwortet hat. Aber dafür ist wahrscheinlich Ralf Kemper zuständig. Wer weiß, vielleicht wird es dazu irgendwann eine Ergänzung geben. Ich wäre nicht abgeneigt, diese zu lesen.

Ich hatte jedenfalls meinen Spaß und wurde rasant unterhalten.

Trotzdem kann ich mir am Ende folgendes Statement nicht verkneifen:
Ich hatte wirklich keine Zombies erwartet.

Fazit:
„Toxic Lullaby“ ist ein rasant geschriebener Zombie-Albtraum, der sich locker mit den uns bekannten Schmökern über Untote messen kann. Ich wurde durchweg gut unterhalten und wünsche mir von Torsten Scheib jetzt noch einen Roman über böse Geister. Dann kann ich in Frieden in die Urne kriechen.

Toxic Lullaby kann man hier bestellen *klick*

Donnerstag, 14. August 2014

Der Sommer, als ich starb - Ryan C. Thomas

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Klappentext:

Als Roger Huntington für den Sommer vom College nach Hause kommt und seinen besten Freund Tooth trifft, weiß er, dass sie jede Menge Spaß haben werden. Bier, Comics, Filme, vielleicht sogar Mädchen. An einem prächtigen Sommermorgen brechen sie zum Bobcan Mountain auf, um auf Bierdosen zu schießen. Nur zwei Freunde, die zusammen Zeit verbringen und über ihre Zukunft reden … zwei Freunde, die urplötzlich in einen Albtraum gestürzt werden. In den Klauen eines sadistischen Killers und seines hungrigen Hunds müssen sie die Frage beantworten: Werden Helden geboren oder erschaffen? Und wichtiger noch: Wie überlebt man, wenn alle Wege in den Tod führen?

„Der Sommer, als ich starb“ war mein „Erster“ von Ryan C. Thomas. Ziemlich sicher wird es wohl auch nicht das letzte Buch dieses Autors sein, welches den Weg in mein blutrünstiges Regal finden wird.

Wie die kurze Einleitung bereits verrät, hatte ich mächtig Spaß. Nicht nur, weil es in diesem Schmöker herzhaft zur Sache ging, sondern weil hier einfach alles gepasst hat.

Dabei hatte ich auf den ersten 5-10 Seiten noch gedacht: „Hm, irgendwie komme ich nicht rein.“ Am nächsten Tag war mir klar, dass man einfach nach gut zehn Stunden Arbeit am Computer, mit kleinen, verquollenen Augen und müde wie ein Komapatient keinen frischen Lesestoff in die Hand nehmen sollte.
Nachdem ich also ausgeruht das Ganze noch einmal in Angriff nahm, gab es auch kein Halten mehr.

Ich habe das gute Stück völlig gebannt in einem Happen gefressen und bin gerade ziemlich stinkig, weil es nun vorbei ist.

Der Autor nennt die Dinge beim Namen, macht keine Gefangenen, kennt keine Scham und rockt damit ein Leserhirn bis in die hintersten Windungen.

Ich möchte jetzt an dieser Stelle keine Vergleiche mit Lee, White und Co. In die Buchbesprechung werfen. Zwar mag der Anteil an Gewalt und Blut in etwa passen, aber trotzdem macht Mr. Thomas sein ganz eigenes Ding.

Angefangen beim rotzig-direkten Sprachgebrauch bis hin zu Charakteren, die man förmlich sehen kann, wenn sie beschrieben werden, war der ganze Roman ein einziger fetter Strike.

Die gelungene Mischung aus sämtlichen möglichen Gefühlen des menschlichen Verstands, gepaart mit einer unterhaltsamen Story, macht diesen Schmöker zu einem spannenden Pageturner, der eher gelassen beginnt und sich bis zum Ende zu einem Monster von Horror-Roman steigert.

Mehr! Gibt es mehr? Ich werde recherchieren und schauen, ob ich mehr bekommen kann.

Fazit:

„Der Sommer, als ich starb“ von Ryan C. Thomas entpuppte sich als überraschend spannender, hochwertiger Pageturner und ist somit eines meiner Highlights 2014.
Keine Frage – Kaufen!

Der Sommer, als ich starb kann hier bestellt werden *klick*

Dienstag, 12. August 2014

Weird Trip - Thomas Williams

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Es gab schon die eine oder andere Anthologie, in der ich über eine der fetzigen Kurzgeschichten von Thomas Williams gestolpert bin.

Eine davon ist „Santas Dorf der Verdammten“ aus der Anthologie „Dunkle Seiten VI“, die zu diesem Zeitpunkt für mich DAS Highlight der gesamten Anthologie war.

Keine Frage, dass ich von diesem Autor gerne mehr lesen wollte. Also habe ich mich mit seiner Kurzgeschichtensammlung „Weird Trip“ beschäftigt – und es nicht bereut.

Zum Inhalt:

Die Mitternachtstür

Ein Haus mit einer geheimnisvollen Türe, die sich nur nachts für jeweils eine Stunde zeigt und öffnet, etwas, das dahinter lebt und ein Mann, der deswegen seine Frau verlor.
Sehr geile Story mit Romanpotenzial. Hier hätte ich gerne ein ganzes Buch gehabt. Man hätte daraus einen fetten Schinken basteln können. An keiner Stelle langweilig.

Ein Tag wie jeder andere

Hier recherchiert der Journalist eines Magazins über ungewöhnliche Phänomene in einer „Spuksache“. Was er dann erlebt, hätte er sich mit Sicherheit so nicht träumen lassen. Sehr coole Geschichte im Stil der Gespenster-Comics von Bastei.

Nur für ihn

Grandiose Stalker-Story mit einem gut herausgearbeiteten Psycho.

Eine Abkürzung

Es könnte seine Gründe haben, wenn einem ein Obdachloser den Weg zu einer Abkürzung versperrt. Wer sich die Passage trotzdem erzwingt, könnte es bereuen.

Duelo del monstruo

Wenn man möchte, kann man heutzutage auf nahezu alles wetten. Auch auf riesige Monster, gegen die Godzilla ein feuchter Fliegenpups ist und die ganze Städte niederreißen, wenn sie gegeneinander kämpfen.

Zu seinem eigenen Besten

Manchmal wird man entführt, weil sich jemand ein großzügiges Lösegeld erhofft. Und manchmal ist es zum eigenen Besten.

Gestohlener Fluch

Man sollte wirklich gründlich prüfen, was man klaut, bevor man es klaut. Es gibt Dinge, die aus gutem Grund bei ihrem Besitzer bleiben sollten.

Black Cadillac

Es gibt sie wirklich – diese Nerds, die Serienkiller verehren und deren ehemalige Besitztümer sammeln. Glaubt ihr nicht? Dann lest „Black Cadillac“!

Der letzte Luchador

Ein alter, abgehalfterter Wrestler, der nichts mehr hat außer einem schlechten Ruf, kämpft seinen letzten Kampf.


Ich kann es nicht anders formulieren. Thomas Williams Geschichten sind allesamt wahre Pageturner. Dabei hat er überhaupt kein Problem damit, alle Gangarten des Horrors auszuleben. Ob unheimlicher Spuk oder rasende Zerstörung, nichts wurde hier ausgelassen. Besonders gut gefiel mir die Stalkergeschichte, weil ich abgedrehte Psychos mag. Die Art und Weise, wie der Autor diesen Charakter zeichnete, hat mich wirklich gut abgeholt.
Sehr geil gemacht!

Als Fan der frühen Gespenstercomics von Bastei, habe ich beim Lesen dieser Geschichten sehr oft an diese Comics denken müssen, und vor meinem inneren Auge formten sich die Zeichnungen wie von selbst. Ich gebe zu, ich mag diese ganz speziellen Geschichten, die niemals gut ausgehen können, und die sich nahezu endlos wiederholen können – egal, was die Protas versuchen.

„Seltsam? Aber so steht es geschrieben …“

Dieser Satz ist den Comic-Nerds sicher noch bekannt. Mir spukt er noch immer dezent im Kopf herum.

Erwähnte ich schon, dass Thomas Williams über einen wirklich angenehmen Humor verfügt? Ab und zu lässt er diesen in seinen Geschichten aufblitzen, ohne dabei ins Lächerliche abzudriften.

Die Vielfalt aller Ideen, das Tempo und eine gesunde Portion Können machen aus dieser Sammlung ein rasantes Lesevergnügen mit großem Unterhaltungswert. Noch immer frage ich mich, wo der Typ all diese Einfälle herzaubert.

Fazit:

„Weird Trip“ von Thomas Williams ist sowas von ein Pageturner unter den Kurzgeschichtensammlungen, dass es eine wahre Freude ist.
Schnell, direkt, unterhaltsam und originell – genau so brauche ich meinen Lesestoff.

Weird Trip kann man hier bestellen *klick*

Sonntag, 10. August 2014

Autorenportrait - Arthur Gordon Wolf

Dieses Autorenportrait widme ich dem 1962 geborenen Schriftsteller Arthur Gordon Wolf.


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Meine Autorenportraits sollen den geneigten Leser nicht mit Fakten langweilen, die sich leicht ergoogeln lassen. Hier halte ich fest, wie ich auf genau diesen Autor gekommen bin und was mich dazu gebracht hat, ihn hier vorzustellen.

Wer dennoch auch die Sachinformationen möchte, ist herzlich eingeladen, Mr. Wolf auf seiner Homepage zu besuchen.

Als Horror and more noch in den Kinderschuhen stand, war ich privat ständig auf der Suche nach neuem Horrorstoff.
Arthur Gordon Wolf – bzw. seine Erstausgabe von „Katzendämmerung – schwarze Sterne“ – entdeckte ich im Regal einer Büchertausch-Plattform. Ich dachte, das wäre ein schönes Geschenk für meinen Bruder, da man sich das Buch auch signieren lassen konnte. Die Story juckte auch mir in den Fingern, also beschloss ich, es zu ordern.

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Das Buch landete also (mit einer ganz tollen Widmung versehen) bei meinem Bruder. Dort wurde es dann später auch von seiner Freundin entdeckt und verschlungen. Die Begeisterung meiner Schwägerin in spe ist mir noch gut in Erinnerung. Also orderte ich dann noch eines für mich.

Was soll ich sagen? Ich liebte es! Wie sehr, könnt ihr hier nachlesen.

Hier sehen wir den Autor an einem der Originalschauplätze aus „Katzendämmerung“. Etwa ein Jahrzehnt Arbeit und Recherche stecken in diesem Werk.

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Leider war das gute Stück aber unvollständig. Von der existierenden Trilogie waren in diesem Exemplar nur die ersten beiden Teile abgedruckt.

Erlöst wurde ich schließlich vom LUZIFER Verlag, der anscheinend von diesem Werk ebenso beeindruckt war wie ich. „Katzendämmerung“ wurde mit einem genialen Cover von Timo Kümmel geschmückt und als vollständige Trilogie neu aufgelegt.

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Meine Meinung dazu könnt ihr hier lesen.

Aber auch VOODOO PRESS hatte bereits zuvor ein Auge auf Arthur Gordon Wolf geworfen. Und so hielt ich noch vor Erscheinen der Neuauflage von Katzendämmerung meinen ersten UMC-Roman von ihm in den Händen. Auch diesen konnte ich signiert ergattern.

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Mit „Die weissen Männer“ hatte der Autor mich dann endgültig am Wickel. In meiner Buchbesprechung dazu gibt es alle weiteren Details.

Arthur Gordon Wolfs UMC-Universum besteht aus mehreren Romanen/Novellen oder auch Geschichten, von denen ich zuvor bereits „Die Dunwich-Pforte“ gelesen hatte. Auch diesen Titel hatte ich hier bereits vorgestellt.

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Und immer wenn man denkt, woher kenne ich den bloß? Wo, verdammt noch eins, habe ich diesen Namen schon gelesen, betrachte man bitte diese eigens geklöppelte Collage. Sie beinhaltet, wenn ich anständig recherchiert habe, alle Veröffentlichungen in Anthologien und Magazinen.


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Okay, die Dunwich-Pforte ist noch einmal mit reingerutscht, ich bitte um Verzeihung.

Während wir also auf Facebook, via Twitter oder auch Google+ täglich von Hunderten von Autoren mit Werbung gefoltert werden, sitzt dieser außergewöhnliche, bescheidene und hochtalentierte Autor schon an einer neuen, aufregenden Geschichte.

So ist es auch kein Wunder, dass auch beim Vincent Preis ab und zu sein Name fällt.

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Inzwischen bin ich zu einem echten Fan von Arthur Gordon Wolf geworden. Und ich gebe zu, ich sammle seine Bücher und die Anthologien, in denen er vertreten ist. Natürlich besitze ich noch nicht alle, aber ich bin auf einem guten Weg.

Seit ich weiß, dass weitere UMC-Geschichten unveröffentlicht in der Schublade schlummern, habe ich Hummeln im Hintern und hoffe sehr, dass sich da bald etwas tut. Es wäre zu schade, die nicht lesen zu dürfen.

Last but not least hatte ich sogar zweimal die Ehre, meine eigenen Geschichten zusammen mit denen von Arthur Gordon Wolf in einer Anthologie veröffentlicht zu sehen. Ohne Übertreibung, darauf bilde ich mir wirklich etwas ein.

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Beide zu beziehen über Amrûn .
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Dieser Autor ist ein fester Bestandteil meiner Leseliste geworden. Jede seiner Geschichten, die ich bereits kenne, hat mich auf unterschiedliche Weise begeistert. Ich mag die gute Mischung, denn Herr Wolf beherrscht alle Gangarten der Fantastik – auch die härteren – ohne jemals vulgär zu werden. Er kann Figuren erschaffen, die einem wichtig werden, und er haucht allem Leben ein, was sich in sein Manuskript verirrt. Wollen wir also hoffen, dass nicht eines Tages versehentlich eine Dämonen-Statue in sein nächstes Manuskript fällt. Die Folgen könnten verheerend sein.

Dienstag, 22. Juli 2014

Dead Souls - Michael Laimo

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Klappentext:

Für den achtzehnjährigen Johnny Petrie, stellt das heruntergekommene Farmhaus in Maine einen Ausweg dar. Laut einem Brief hat ihm ein unbekannter Mann ein Anwesen vererbt. Johnny wird bewusst, dass er endlich der Hölle auf Erden, seiner fanatisch religiösen Mutter und seinem stets betrunkenen Vater, entkommen kann. Er weiß nicht, dass die Hölle, in die er sich begibt, noch viel, viel schlimmer wird …

Quelle: Amazon

Johnny macht sich also auf den Weg nach Maine, um sein Erbe anzutreten und einen ersten Blick auf eine Familie zu erhaschen, die er besser nie kennengelernt hätte. Was wäre auch ein Millionenerbe ohne den dazugehörigen Haken?

Zugegeben, bisher kannte ich von Michael Laimo nur den Roman „Dämonenfeuer“, der als relativ simpel gehaltener Besessenen-Splatter daherkam. Viel ist mir von diesem Werk nicht mehr in Erinnerung, aber immerhin so viel, dass ich von „Dead Souls“ nicht allzu viel erwartet hatte.

Glücklicherweise wurden meine Erwartungen dann aber doch übertroffen.

Zwar lassen sich gewisse Parallelen zu „Dämonenfeuer“ nicht leugnen, und auch in „Dead Souls“ bekommen wir es wieder mit der Kirche und dem dazugehörigen Gegenstück, der Unterwelt, zu tun. Allerdings hat Laimo dieses Mal richtig viel Liebe in die Charaktere und deren Beweggründe gesteckt.

So machen wir also Bekanntschaft mit Okkultismus, religiösem Fehlverhalten und dunkelsten Abgründen, und so manches Mal möchte man die eine oder andere Person schnappen und im nächsten See ersäufen. Für meine Begriffe ist die Charakterzeichnung also absolut gelungen.

Die Geschichte baut sich auf Rückblenden auf.
Wir wechseln ständig zwischen Johnnys Gegenwart und der Vergangenheit seiner Ahnen hin und her und erfahren so, wie genau das mysteriöse Erbe zustande kam und wie alles miteinander verknüpft ist.

Für die Freunde des Gemetzels wurde natürlich auch gesorgt. Hier und da fließen ein paar gepflegte Liter Blut und die Toten bleiben nicht unbedingt immer tot. Allerdings wäre es übertrieben, hier von Zombies zu sprechen. Vielmehr blitzt in „Dead Souls“ ab und zu ein kleines bisschen „Dämonenfeuer“ auf, wo sich in Besitz genommene Körper tummelten.

Was mir persönlich aber noch viel besser gefiel, waren die wenigen, aber gut platzierten Gruselmomente. Ich sage nur: … bumm … bumm … bumm
Huuuh, wer es gelesen hat, wird wissen, was ich meine. Ich fand diese Stelle extrem gänsehautlastig.

Wer es noch nicht gelesen hat, dem empfehle ich dieses Buch einfach mal, denn darin ist alles enthalten, was ein guter Roman braucht.

Fazit:
„Dead Souls“ von Michael Laimo kann locker mit den Großen der Horrorliteratur mithalten. Sowohl Splatter- als auch Gruselfreunde werden hier ausreichend bedient. Und wem das noch nicht genug ist, findet sicher die geforderte Portion Anspruch in gelungenen Charakteren und brisanten, gesellschaftlichen Themen, die zwischendurch immer wieder aufgegriffen werden.
Einzig der etwas zähe Einstieg erfordert ein wenig Durchhaltevermögen. Actionfans werden aber im späteren Verlauf mit ordentlichen Horror-Showeinlagen belohnt.

Dead Souls kann man hier bestellen *klick*

Oder direkt bei Voodoo Press *klick*