Dienstag, 4. Februar 2014

Die Fährte der Toten - Michael White

fährte

Klappentext:
Ihre Familie wurde massakriert und sie selbst mit zwei Kugeln im Rücken zum Sterben in der Wüste zurückgelassen. Doch Lee wird von Pete und seiner Gang gerettet und kann den Killern entkommen.
Als sie nach jahrelanger Flucht wie durch Zufall auf die Spur der Mörder stößt, sieht sie die Chance gekommen, Rache zu nehmen – und gerät in eine tödliche Falle!
Ein uralter Vampir bringt Lee in seine Gewalt und verwandelt sie in ein Kind der Dunkelheit. Um ihre Freiheit zurückzugewinnen, schließt Lee einen blutigen Kontrakt mit ihm – doch inzwischen haben die unruhigen Toten ihre Witterung aufgenommen, und Lee muss erkennen, dass ihre Reise ans Ende der Nacht gerade erst begonnen hat.

Okay, wahrscheinlich kennt ihr das auch. Der Begriff Vampirroman lässt euch mehr gruseln, als jeder gute Horrorschmöker es jemals könnte. Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, welche Machwerke zu diesem Thema in den letzten Jahren den Buchmarkt geflutet haben.

Dementsprechend lang wurde dann auch mein Gesicht, als ich gebeten wurde, mal einen Blick in „Die Fährte der Toten“ zu werfen. Mit spitzen Fingern griff ich mir also besagtes Buch, um es schließlich die nächsten fünf Stunden nicht wieder loszulassen.

Michael White schuf mit Lee einen starken, weiblichen Charakter, der mit Blümchen-Bella wirklich absolut nichts gemeinsam hat. Als Leser bekommt man ein knallhartes und zudem sehr eindringliches Bild davon übermittelt, wie ein Mensch handelt, der im Prinzip immer gegen seine eigenen moralischen Grundsätze verstoßen muss. Lee ist kein Kind von Traurigkeit und hat weiß Gott kein Problem damit, sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln durchzusetzen. Dennoch ist sie eine geschlagene, empfindsame Person, deren Leben ein einziger Kampf ist. Diese Charakterzeichnung empfinde ich als extrem gut gelungen und alleine damit hat dieser Roman schon die volle Punktzahl geholt.

Die Dialoge wurden gut platziert und beschränken sich eigentlich auf das Nötigste, ohne an Bedeutung einzubüßen. Da ist kein Wort zu viel und alles wird gesagt. Das Ganze präsentiert sich in einer ziemlich düsteren, melancholisch anmutenden Stimmung. Ich möchte damit sagen, dass Michael White kein Mann des sinnlosen Geschwafels ist. Der Roman ist relativ zackig geschrieben, ohne gehetzt zu wirken. Uninteressante Füllpassagen habe ich hier tatsächlich nicht entdecken können.

Was den Horrorfan evtl. am meisten in den Fingern juckt: Gibt es Blut? Gibt es Sex?
Bleibt ruhig, Leute! Ja, natürlich gibt es das, aber erwartet hier bitte kein perverses Massaker á la Edward Lee. In diesem Roman hat alles ein dezentes Maß, obwohl es reichlich vorhanden ist.

War es langweilig? Nein. Kein bisschen.
Und das liegt daran, dass dieser Roman einfach nur fesselnd geschrieben ist. Ehe man sich versieht, hat man bereits die Füße hochgelegt und sich eine Wolldecke geschnappt, denn dieser Schmöker hat eine Atmosphäre, die es einem nicht erlaubt, nur „mal eben“ einige Seite zu lesen.

Für ein Erstlingswerk ist „Die Fährte der Toten“ wahrlich gut gelungen. Michael White ist ein Autor, der mich begeistern konnte und den ich definitiv im Auge behalten werde.
Ich mag immer noch keine Vampirromane, aber diesen hier mag ich.

Fazit:
„Die Fährte der Toten“ von Michael White ist ein etwas anderer Vampirroman, der diesem Genre ein Stück dessen zurückgibt, was Bella und Edward zerstört haben – back to the roots, nur etwas moderner und düsterer. Endlich mal ein Autor, der nicht gleich versucht, seinen weiblichen Lesern ein Tränchen ins Herz und einen Fleck in den Schlüpfer zu zaubern. Es geht also auch anders. Gerne mehr davon.

Die Fährte der Toten kann man hier bestellen *klick*

Kommentare:

  1. Ahhhh Carmen,
    du bist so fies. Alleine das Cover ist schon drr Knaller und deine Rezi macht es zu einem Buch das ich absolut haben muss. Aber ich soll doch nicht *heul*

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jaaaa, das Cover ist wirklich ein echter Hingucker :-)
      Ich verlose es nächste Woche!

      Löschen