Mittwoch, 9. April 2014

Gastrezension von Thomas Lo Zito: Mit Zähnen und Klauen - Craig DiLouie

Gastrezension von Thomas Lo Zito – vielen Dank dafür !!!

Wir sind die Army Hu-ah!

Und wir treten jedem in den Arsch Hu-ah!

Sollen sie nur kommen – der mächtigste Kriegsapparat der Welt wird mit allem fertig!
Mit allem? Wirklich mit allem? Was, wenn die Bedrohung nicht greifbar wäre? Wenn sie weder Angst noch Schmerz kennt? Was wäre, wenn für diese Bedrohung Begriffe wie Moral, Gewissen oder Mitleid völlig bedeutungslos wären? So bedeutungslos wie ein trockener Furz auf dem Mars! Eine Bedrohung, die alles verschlingt, die niemals aufhört bis es nichts mehr weiter zu vernichten gibt – sich jeden Fetzen Fleisch einverleibt: Mit Zähnen und Klauen!

Mit-Zähnen-und-Klauen-Web 

Als ich das Cover zu diesem Buch sah, war mir klar: Das könnte interessant werden. Ein krankes Gesicht, alles fleckig und blutverschmiert. Hmm lecker – genau nach meinem Geschmack. Definitiv mein nächstes Objekt im Regal. (Anmerkung von Horror and more: Das Cover wurde von Timo Kümmel gestaltet.)

Der Klappentext verrät noch nicht zu viel: Eine Tollwut-ähnliche Pest ist in Amerika ausgebrochen. Die Opfer der Pest verhalten sich extrem gewalttätig. Eine Kompanie unerschrockener Soldaten, angeführt von Lieutenant Todd Bowman, soll eine Forschungseinheit sichern, in der ein angebliches Heilmittel schlummert.
Was hilft gegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit? Ein paar Granatwerfer, .30-Geschosse, aber ein M4-Karabiener tut’s zur Not auch.

Gleich vorweg: Dieses Buch ist sehr militärisch angehaucht. Wer hier die übliche Story a la „versprengte-Gruppe-ängstlicher-Zivilisten-bahnt-sich-den-Weg-durch-Zombietown“ sucht, liegt mit der Wahl dieses Buches vollkommen daneben. Bis auf wenige Nebenhandlungen wird hier fast alles aus der Sicht einer US amerikanischen Kompanie erzählt.

Mittlerweile gibt es Zombie-Schinken wie Sand am Meer – und ich habe viele davon verschlungen. Während sich der Großteil dieser Schmöker um eine möglichst düstere Stimmung bemüht und den Leser in tiefste Depressionen stürzen lässt, wird man hier einen Einblick in die Naivität, Selbstüberschätzung und zu guter Letzt der Hoffnungslosigkeit des amerikanischen Militärs erhalten. Wir erleben, wie Hochmut schnell zu Fall kommt, wie junge Bürschchen mit Helm und Sturmgewehr plötzlich erwachsen werden und angesichts des nicht endenden Grauens das Strahlen in ihren Augen verlieren.

Der Autor spielt mit der Urangst der Amerikaner: Der Zerfall des mächtigsten Landes der Welt. Dieser Gedanke ist so ungeheuerlich – absolut ABSURD. Und doch erlebt die hier schon erwähnte amerikanische Einheit um Todd Bowman genau das.

Wir haben es hier mit im Irak erprobten Kampfeinheiten zu tun, die sich plötzlich gegen ihre eigenen Landsleute zur Wehr setzen müssen. Anfangs geht man noch von ein paar infizieren Irren aus, deren Erschießung in Notwehr für heftige Diskussionen und moralische Zeigefinger innerhalb der eigenen Reihen sorgt. Es dauert eine Weile bis auch die Letzten in der Einheit begriffen haben, dass hier Moral absolut fehl am Platz ist. Dass die Infizierten sich erschreckend schnell vermehren und – allein gelassen vom Oberkommando – bald um das eigene Überleben kämpfen müssen.

Um jetzt nicht den Diesel aus dem Motor zu lassen, mag ich nicht weiter auf die Story eingehen, denn wer mag schon Spoiler? Es sei aber gesagt: Hier geht es zum Teil recht rasant zu. Wer auf Untergangsszenarien mit militärischer Note steht, für den ist dieses Buch ein absolutes Muss! Hat ein wenig was von Last man standing. Für die holde Jugend ist das Buch weniger geeignet. Hier werden bergeweise Körperteile auf 399 blutgetränkte Seiten verteilt. So viel Blut, dass ich am Ende des Buches selbst schon ein wenig abgestumpft wirke…

“Mit Zähnen und Klauen“ von Craig DiLouie erschien am 27. Februar 2014 beim LUZIFER Verlag Steffen Janssen

Mit Zähnen und Klauen gibt es hier *KLICK*

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