Donnerstag, 10. April 2014

Grindhouse Splatter - Marc Gore

Klappentext:

“Kollege Marc ist ein absoluter Versteher des schonungslosen Splatter Romans. GRINDHOUSE bietet Tarantino gekonnt die Stirn und beweist Eier, wenn es um brutalen und schmutzigen Gore (hier in zweifacher Auslegung) geht. Nichts für Weiche und Kakaotrinker. Dafür aber durchaus für Liebhaber des ungeschönten Horrors. Wer klassischen Splatter aus Deutschland erwartet, anstatt die abgefahrene und kranke Variante, der sollte jetzt einfach weggehen und das Buch besser in Ruhe lassen.” Rona Walter


Grindhouse_Splatter_Gore 


Inhalt:
Fatal Desert
Limb by limb
Carnival of the dead
My beloved mummy
Devourer
Clint Morrisons best friends
Benito
Fear

Nach „The Terror Compilation“ oder der vielfach umstrittenen Kurzgeschichte „Orgiastic“, geht man mit einer festen Erwartungshaltung an „Grindhouse Splatter“ heran. Umso überraschter war ich, als ich weitaus mildere Stories als die Erwarteten vorfand.

Das Spektrum aller möglichen Horrorszenarien wurde dabei auch großzügig ausgeschöpft.
Verfressene Riesenameisen, lebende Tote, Mumien – hach ja, alles, was das Herz begehrt – insgesamt aber etwas weniger splatterig, als man es von Mr. Gore kennt.

Zugegeben, vielleicht sind die meisten Geschichten etwas abgedroschen und bieten soweit nichts Neues, trotzdem erstaunt mich doch immer wieder die nahezu grenzenlose Ideen-Vielfalt dieses Autors. Obwohl viele der Ideen nicht unbedingt neu sind und in ihrer Umsetzung mitunter an die Heftromane aus den Achtzigern erinnern, gibt es doch hier und da diese eine Geschichte, die mir dann doch noch so richtig Spaß gemacht hat.

In dieser Sammlung handelt es sich um die Geschichte „Limb by limb“, in der eine alte Dame sich mit einem Fluch für ihre Abschiebung ins Pflegeheim rächt. Die Abteilung „Flüche“ wird in der Horrorliteratur gerne etwas vernachlässigt. Deswegen freue ich mich immer über kleinere Ausflüge in diese Richtung.

Nun, von Marc Gore kenne ich inzwischen so einige Werke. Einige Stories haben Spaß gemacht, andere eher weniger. Das könnte mitunter daran liegen, dass der Autor einen Heidenspaß daran hat, seine Leser zu schocken. Kontroverse Meinungen zu seinen Werken zieht er sich mit stoischer Gelassenheit rein. Er weiß um seine treue Fangemeinde und sieht milde grinsend auf diverse Verrisse herab.

Grundsätzlich liegt mir nichts ferner, als einen Verriss zu schreiben. Trotzdem muss ich in der Gesamtwertung Punkte abziehen. Gute Ideen hin oder her, die Umsetzung muss stimmen.
Leider haut der sehr einfache, mitunter holprige Stil mich nicht wirklich vom Hocker. Da gibt es ungünstige Formulierungen, Wiederholungen und zahlreiche Fehler, die ein professionelles Lektorat/Korrektorat hätte sehen und beseitigen müssen.

Lobend hervorheben möchte ich gerne die wirklich beeindruckenden Fotografien von Sonja Bender. Angefangen beim äußerst verstörenden Cover, bis hin zu den anderen Bildern im Inneren des Schmökers, bin ich absolut begeistert. Für so ein Cover würde ich mir den kleinen Finger abnagen. Sehr gelungen!

Fazit:
„Grindhouse Splatter“ überrascht mit etwas weniger Blutregen und Eingeweiden, als der Titel und der blutgetränkte Name des Autors versprechen, punktet aber mit recht spaßigen Ideen und gutem altem Trash – eine bunter Mix aus altbekannten Filmszenen und Heftromanen mit einigen neuen Ideen, die durchaus zu begeistern wüssten, wenn sie denn vor der Veröffentlichung entsprechend „gepimpt“ worden wären. Die handwerkliche Qualität muss stimmen, sonst stört es das Lesevergnügen. Bei mir ist das leider so, deswegen gibt es Abzüge.

Grindhouse Splatter kann man hier bestellen *KLICK*

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