Samstag, 3. Mai 2014

Fünf Tode - Fred Ink

fünftode


Klappentext:
Seit er ein kleiner Junge war, sieht Tim die Zarge: unheimliche, rauchartige Wesen, die niemand sonst wahrzunehmen scheint. Sie haben es auf seine Schwester abgesehen, und sie tauchen immer dort auf, wo Menschen ums Leben kommen. Was haben sie vor? Und wo kommen sie her? Tim muss sterben, um Antworten zu finden. Gezeichnet kehrt er zurück, nur um festzustellen, dass er etwas von der anderen Seite mitgebracht hat. Etwas Böses. Der wahre Horror hat gerade erst begonnen.

Fred Ink ist einer der fleißigsten Indie-Autoren, die ich kenne. Bei ihm muss man nicht ewig lange auf neuen Stoff warten. Und obwohl er regelmäßig neue Werke veröffentlicht, büßen diese rein gar nichts an Qualität ein. Im Gegenteil. Der Mann wird von Buch zu Buch immer besser, was nicht heißen soll, dass seine vorherigen Werke auch nur im Ansatz als schlecht zu bezeichnen wären.

Das Repertoire von Fred Ink ist ziemlich breit gefächert. Allerdings habe ich bisher noch nicht alles von ihm gelesen, weil ich mich eben doch mehr zum Horror hingezogen fühle.
Seine Werke „Das Grauen in den Bergen“ und „Wurmstichig“ sind mir dabei noch am besten in Erinnerung. Mit den Jahren habe ich mich immer mehr für seine „Lovecraftsche Ader“ begeistert. Sein Stil, die mitunter etwas altbackene Schreibweise in diesen beiden Werken und die gute Qualität seiner Texte (in Zeiten der Selfpublisher leider keine Selbstverständlichkeit mehr), haben mich zu einem Stammleser werden lassen.
Umso erfreuter war ich dann, als ich endlich „Fünf Tode“ in den Händen hielt. Ich war nicht nur erfreut, sondern auch angenehm überrascht, denn dieses Werk fährt eine komplett andere Schiene, als ich es von Fred Ink bisher gewohnt war.

Hier lernte ich nun endlich die andere, moderne Seite des Autors kennen, die wohl auch in „Uppercut“ bereits zum Vorschein kam. Dieses Werk kenne ich allerdings noch nicht.
Wer mich kennt, weiß, dass ich eine moderne, umgangssprachliche Schreibe bevorzuge. Diese Vorliebe wird hier vom Allerfeinsten bedient.

Es geht zügig und fetzig zur Sache. An keiner Stelle kommt Langeweile auf. Genau so brauche ich das.
Der Autor verzichtet auf Belanglosigkeiten und ausschweifendes Gefasel (Gott sei Dank!) – in meinen Augen der Spannungskiller Nummer eins in vielen Horrorschmökern.

Und wenn wir schon bei der Spannung sind, kann ich gleich dazu sagen, dass diese hier keineswegs zu kurz kommt. Der Plot überzeugt mehr als einmal durch überraschende Wendungen. Hier und da ist man gezwungen, einzelne Begebenheiten im Kopf erneut durchzuspielen, um dann irgendwann zu verstehen. Diese „Aha-Effekte“ mag ich, denn es zeigt mir, dass ich als Leser nicht jeden einzelnen Happen mit dem Goldlöffel gefüttert bekomme. Ich muss mir die eine oder andere Erkenntnis erarbeiten, indem ich über die Geschichte nachdenke.

Trotzdem hatte ich nicht zu jeder Zeit die richtige Peilung. Ab und zu bin ich auf falsche Fährten reingefallen. Und genau so muss es sein. Ich WILL reingelegt werden. Nur so macht eine Story mir auch Spaß. Operation gelungen – Leser verarscht! YES!

Übrigens kommen auch die Gewaltfreunde nicht zu kurz. Hier fliegen die Fetzen.

Der Protagonist Tim ist – nun ja – ein unsympathischer Sack. Trotzdem macht der Kerl irgendwie Spaß. Ich denke, es ist eine große Kunst, den Leser an so einen Charakter zu binden. Fernab aller 08/15-Klischees haben wir uns gefälligst mit diesem Unsympathen zu arrangieren. Dank der äußerst gelungenen Darstellung, der rasanten, spannenden und intelligenten Handlung und dem unterhaltsamen Schreibstil, fällt dem Leser das auch nicht schwer. Ehe man sich versieht, ist man auch schon durch. Wenn man nicht aufpasst, liest man das Ding versehentlich in einem Rutsch durch, so dass man schließlich feststellt, dass man nur noch 3 Stunden schlafen kann, bevor der Wecker klingelt. Mit anderen Worten: „Fünf Tode“ ist ein Pageturner. Geiles Teil!

Fazit:
„Fünf Tode“ von Fred Ink könnte man auch den Titel „Atemlos in einem Rutsch“ verpassen. Tempo, Spannung, Originalität und Können zeichnen diesen Roman aus. Ich wünschte, nur die Hälfte aller Indie-Autoren würden Werke in dieser Qualität abliefern.
Von mir gibt es dafür eine ganz klare Leseempfehlung. Fred Ink? Jederzeit gerne wieder!

Fuenf Tode kann man hier bestellen *klick*

Kommentare:

  1. Wieder eine richtig tolle Rezi von dir. Das Buch steht schon in meinem Horror-Regal und wartet darauf gelesen zu werden. Ich freue mich schon richtig drauf.

    LG Beate

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