Sonntag, 4. Mai 2014

Injektion - Melisa Schwermer

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Klappentext:

Verraten und verkauft: Das romantische Wochenende in einer idyllischen Berghütte entwickelt sich für Angelika zum Schrecken ohne Ende.
Zu spät bereut sie, dass sie sich auf dieses Abenteuer eingelassen hat: Hilflos ist sie einem Mann ausgeliefert, der keine Skrupel kennt.
In eine Privatklinik entführt, erlebt die junge Frau ihren schlimmsten Albtraum, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint …

„Injektion“ ist der zweite Roman von Melisa Schwermer, den ich gelesen habe. „Die Katzenlady“ war eine intelligente Story mit einer ausgeklügelten Entwicklung, die zu begeistern wusste.

Dieser Roman kommt leider nicht ganz an seinen Vorgänger heran. Die Protagonistin Angelika wurde sympathisch gezeichnet. Mitunter liegt das evtl. auch an ihren amüsanten Gedankengängen, die von der Autorin ab und zu eingestreut wurden. Dieser anfangs noch angenehme Galgenhumor killt im weiteren Verlauf der Story einen Großteil der Spannung.
Gerade zu Anfang, in der abgelegenen Berghütte, wäre beinahe Spannung aufgekommen – wenn da nicht immer diese schwarzhumorigen Gedanken gewesen wären. Diese ziehen sich dann auch durch den gesamten Roman. Angesichts der Tatsache, dass Angelika sich in einer wirklich schlimmen Lage befindet und sich dem Leser nur durch ihre Gedanken mitteilen kann, wäre eine gewisse Ernsthaftigkeit nötig gewesen, um mich dazu zu bringen, mit dieser Frau zu leiden.
Stattdessen musste ich mir tatsächlich das eine oder andere Mal an den Kopf fassen.

Die Story an sich hat mich magisch angezogen, muss ich gestehen. Fernab aller paranormalen Aktivitäten, haben wir es hier mit realem Horror zu tun. Wie immer, finde ich es schwierig, auf den Inhalt näher einzugehen, ohne zu spoilern. Zwei Begriffe sollen hier aber trotzdem fallen: Missbrauch und Menschenhandel.
Was Angelika in „Injektion“ geschieht, ist gar nicht so weit hergeholt und ich möchte nicht wissen, wie vielen Frauen genau das schon passiert ist.

Für meine Begriffe dauerte es ein wenig zu lange, bis das Mädel verstand, in welche Scheiße sie geraten ist und welcher Person sie das zu verdanken hat. Da ich selber (Gott sei gepriesen) nie in dieser Lage war, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, wie meine Gedanken dazu aussähen. Ganz sicher wären diese aber Oktaven tiefer und düsterer angesiedelt. Pechschwarz, um es genauer zu sagen.

Weiterhin gibt es da einige Entwicklungen, die, bei guter Recherche, etwas glaubwürdiger angekommen wären. Nach etwa zwei Wochen Wachkoma kann man nicht innerhalb von Stunden das tun, was Angelika tat (Verflixt, Spoilergefahr). Aber lest selbst. Vielleicht bin ich zu pingelig.

Sprachlich war der Roman genau mein Ding. Einfach gehalten, fetzig, umgangssprachlich – ein Roman für Unterhaltungsjunkies.
Die Umsetzung ist jedoch ein wenig holprig. Hier und da gibt es Fehler, überflüssige Wörter, unglückliche Formulierungen und, in meinem Fall beim Taschenbuch, auch Formatierungsfehler. Worttrennungen erfolgten ein paar Mal nach dem ersten Buchstaben. Ist im Prinzip nicht weiter schlimm, sieht im Buch aber doof aus und springt sofort ins Auge.

Wenn ich weiß, dass ein Autor für ein Lektorat viel Geld bezahlt hat, frage ich mich, warum solche Dinger nicht gesehen und behoben wurden.

Das Ende der Story kam ein wenig flott, hat mir aber gefallen, weil es Raum für die eigene Fantasie lässt. Ich hätte zwar zu gerne gewusst, was Angelika …
Aber mehr verrate ich hier nicht.

Fazit:

„Injektion“ von Melisa Schwermer wartet mit einer tollen Idee auf, die leider durch die Umsetzung nicht ihr volles Potenzial entfalten konnte. Das ist sehr schade, aber nun nicht mehr zu ändern. Ich hätte mir mehr Ernsthaftigkeit und mehr Drama gewünscht – Galgenhumor statt nackter Todesangst – das war mir zu schlaff. Handwerklich geht da mehr. Da bin ich sicher.

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