Montag, 9. Juni 2014

Amok Snuff - Nikolas Preil

amok


Klappentext:


“Mein Gott, denkt er, was ist bloß aus Hamburg geworden? Und aus seinen Einwohnern, vor allem aus ihnen? Vielleicht ist diese Stadt nicht verrückt. Etwas Böses hat sich eingeschlichen, das die Menschen packt. Kommissar Daniels würde diese übersinnliche Antwort gerne gelten lassen, aber sie gehört in Fiktionen. Die Realität sieht anders aus.”

Zur falschen Zeit am falschen Ort. Ahnungslos leiht sich der unbescholtene Bürger Joachim Ringleder zum Feierabend ein paar Videos aus, nur um von einer gefährlichen Situation in die nächste zu geraten. Die Spirale der Gewalt ist unaufhaltsam, und die Reise führt tief in das finstere Herz einer Hafenstadt. Wird der ermittelnde Kommissar Richard Daniels weiteres Unheil abwenden können? Die Zeichen sprechen dagegen. Dieser Wahnsinn wird jeden einholen.

Achtung: Dieses Buch behandelt ein extremes Thema und ist ebenso grafisch in seiner Darstellung. Amok Snuff ist definitiv nichts für sanfte Gemüter. Empfohlen ab 18 Jahren.


Und diese Warnung sollte man auch beherzigen.

„Amok Snuff“ ist eines dieser Bücher, die man kaum noch aus der Hand legen kann.

Nikolas Preil lebt seine dunkelste Seite in diesem Horrorschmöker auf eine Weise aus, die mir so noch nicht oft begegnet ist. Der augenscheinlich knapp gehaltene Stil vermittelt ein wenig den unbeteiligten, sachlichen Beobachter.
Was zu Anfang minimalistisch anmutet, entwickelt sich im Laufe der Zeit – je nach Entwicklung der Handlung – zu sehr viel mehr.
So freute ich mich schließlich über sehr klar gezeichnete Charaktere, die sich nahezu auf der Stelle in meiner Vorstellung manifestierten.
Mir persönlich hat es sehr gefallen, wie intensiv und intim die Menschen mit einfachen, nüchternen Worten dargestellt wurden. Somit ist der ganze Roman komplett frei von ausschmückendem Firlefanz, was der Charakterzeichnung sehr zugute kam.

Parallel zu dieser Entwicklung steigert sich auch der Gore-Faktor. Wie der Titel „Amok Snuff“ schon verspricht, ist es abgedreht, geisteskrank und äußerst matschig.
Ich kann schwören, dass mir die eine oder andere Foltermethode noch völlig neu war. Man lernt eben immer noch dazu.
Mir, als abgehärtete Hardcore-Leserin, hat schon die eine oder andere Sache ein angewidertes „Boah nee!“ entlockt. Aber das wundert mich auch nicht. Nikolas Preil macht eben keine Gefangenen.

Preil hat mich dazu gebracht, mich in die Handlung einmischen zu wollen.
Ich wollte ins Buch klettern und die Machete schwingen. Wenn ein Roman das kann, hat er mich schon fast im Sack. Zusätzlich hat dieser unterhaltsame Roman ein durchweg zügiges Tempo, und jedes Kapitel macht Spaß.

Die Geschichte an sich schildert eine kaum vorstellbare, aber dennoch mögliche Situation. Und gerade diese Möglichkeit, mit all ihren tiefgreifenden Wurzeln, macht das Ganze letztlich noch schlimmer.


Fazit:

„Amok Snuff“ ist ein weiteres Werk von Nikolas Preil, das ich nahezu in einem Zug verschlungen habe. Action, Splatter und Rotz gepaart mit etwas Tieferem, das eigentlich ständig an der Oberfläche kratzt. Hat mir ausnehmend gut gefallen und ich empfehle es gerne.

Amok Snuff kann man hier erwerben *klick*

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen