Samstag, 14. Juni 2014

Leichenexperimente - Moe Teratos

moe


Klappentext:

Was wäre, wenn du in einer verlassenen Stadt, die umgeben ist von einer hohen Mauer, aufwachst und dich in Gesellschaft fremder Menschen befindest? Was wäre, wenn deine Entführer dich bedrohen und alles, woran du noch denken kannst, dein Überleben ist? Tobias Menneke erlebt genau diesen Albtraum und kämpft sich mit vier anderen Menschen durch die wie tot wirkende Stadt. Nicht nur sie scheint tot zu sein. Bald geschehen die ersten merkwürdigen Dinge und kurz darauf begegnen Tobias und seine Gruppe dem wahren Grauen: einem wahrhaftigen Zombie. Aber er ist nur der erste von vielen, die Tobias und seine Leute durch die Stadt jagen, immer ihrem Ziel entgegen. Werden sie fliehen können? Wer wird überleben? Finde es heraus, wenn du dich traust …


Von Moe Teratos habe ich schon seit Urzeiten den Titel „Totentanz“ auf der virtuellen Wunschliste und so langsam wird es Zeit, dass ich ihn mir auch zulege, denn „Leichenexperimente“ hat mir ganz gut gefallen.

Dieser Roman vereint einige ältere Ideen der Literaturwelt. Ganz im Stil der gerade so angesagten Jugenddystopien, in denen man Menschen gegeneinander antreten lässt, die um ihr Überleben kämpfen müssen, beherbergt diese schöne Idee auch noch unsere vielgeliebten Untoten.

Natürlich steckt bei dieser Geschichte noch mehr dahinter, als nur ein makaberes Spiele-Prinzip. Was das genau ist, findet der Hauptprotagonist Tobias nach und nach heraus.

Die meisten Figuren bleiben im Grunde relativ blass, werden sie doch ziemlich schnell verheizt und haben deswegen auch nicht wirklich viel Zeit, dem Leser vertraut zu werden. Aber ich will mich nicht beklagen. Wenn ich mir einen Roman mit diesem Titel und diesem Cover zu Gemüte führe, erwarte ich sowieso nicht, dass dort alle glücklich bis an ihr Lebensende Sirtaki tanzen.

Tobias wird dem Leser wesentlich detaillierter präsentiert. Allerdings muss ich zugeben, dass der Typ mir, trotz aller intimen Informationen, relativ egal war. Woran es gelegen hat, kann ich nicht einmal genau sagen. Mein Herz wollte einfach nicht für ihn schlagen.

„Leichenexperimente“ ist aber auch kein Roman, bei dem ich persönlich großen Wert auf ausgefeilte Charaktere lege. Vielmehr hatte mich interessiert, wie es vorangeht und was hinter allem steckt.
Die Handlung schreitet recht zügig und flüssig voran und auf unnötige Längen wurde komplett verzichtet, so dass der Leser sich an keiner Stelle quälen muss.

In Sachen Mord und Totschlag war Frau Teratos wirklich nicht zimperlich und es wurde fleißig gemetzelt und gesplattert. Allerdings fehlte mir persönlich etwas der Dreck – das Rotzige, Düstere, das meiner bevorzugten Lektüre in den meisten Fällen anhaftet.
Ich hatte mir aufgrund des wirklich coolen Covers und der Inhaltsangabe etwas wesentlich Schlimmeres vorgestellt. Für meine Begriffe ist „Leichenexperimente“ nicht unbedingt ein Buch für Erwachsene, wenn ich das mit einem Augenzwinkern einfach mal so in den Raum werfen darf.

Sehr gut gefallen haben mir die eingeschobenen Tagebucheinträge der gegnerischen Seite, die zwischendurch immer wieder für Aufklärung sorgen und dazu beitragen, dass der Leser an den richtigen Stellen ungeduldig wird.

Insgesamt hat der Roman mir aber Spaß gemacht. Es warf mich nicht unbedingt atemlos vom Hocker, aber ich wurde trotzdem gut unterhalten und hatte wirklich Spaß an der Sache.

An dieser Stelle möchte ich auch erwähnen, dass dieses Werk eines der wenigen Selfpublisher-Romane ist, denen man anmerkt, dass sehr sorgfältig auf Fehlerfreiheit geachtet wurde. Respekt dafür – heutzutage ist das leider nicht mehr selbstverständlich.

Fazit:
„Leichenexperimente“ von Moe Teratos bietet nicht nur erwachsenen Lesern solide Zombie-Unterhaltung. Angesprochen fühlen darf sich da gerne ein breitgefächertes Publikum ab 16 Jahre – und auch die Leser, die sich nicht so gerne gruseln, dafür aber Spaß an reichlich Action haben.

Leichenexperimente kann man hier bestellen *klick*

1 Kommentar:

  1. Um das Buch schleiche ich auch schon eine geraume Zeit rum. Der Klappentext klingt ansprechend aber irgendwie war ich mir nicht sicher ob das Buch was für mich ist. Aber nach deiner Rezi ist es dann doch auf meinen Reader gewandert :)

    Liebe Grüße

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