Dienstag, 12. August 2014

Weird Trip - Thomas Williams

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Es gab schon die eine oder andere Anthologie, in der ich über eine der fetzigen Kurzgeschichten von Thomas Williams gestolpert bin.

Eine davon ist „Santas Dorf der Verdammten“ aus der Anthologie „Dunkle Seiten VI“, die zu diesem Zeitpunkt für mich DAS Highlight der gesamten Anthologie war.

Keine Frage, dass ich von diesem Autor gerne mehr lesen wollte. Also habe ich mich mit seiner Kurzgeschichtensammlung „Weird Trip“ beschäftigt – und es nicht bereut.

Zum Inhalt:

Die Mitternachtstür

Ein Haus mit einer geheimnisvollen Türe, die sich nur nachts für jeweils eine Stunde zeigt und öffnet, etwas, das dahinter lebt und ein Mann, der deswegen seine Frau verlor.
Sehr geile Story mit Romanpotenzial. Hier hätte ich gerne ein ganzes Buch gehabt. Man hätte daraus einen fetten Schinken basteln können. An keiner Stelle langweilig.

Ein Tag wie jeder andere

Hier recherchiert der Journalist eines Magazins über ungewöhnliche Phänomene in einer „Spuksache“. Was er dann erlebt, hätte er sich mit Sicherheit so nicht träumen lassen. Sehr coole Geschichte im Stil der Gespenster-Comics von Bastei.

Nur für ihn

Grandiose Stalker-Story mit einem gut herausgearbeiteten Psycho.

Eine Abkürzung

Es könnte seine Gründe haben, wenn einem ein Obdachloser den Weg zu einer Abkürzung versperrt. Wer sich die Passage trotzdem erzwingt, könnte es bereuen.

Duelo del monstruo

Wenn man möchte, kann man heutzutage auf nahezu alles wetten. Auch auf riesige Monster, gegen die Godzilla ein feuchter Fliegenpups ist und die ganze Städte niederreißen, wenn sie gegeneinander kämpfen.

Zu seinem eigenen Besten

Manchmal wird man entführt, weil sich jemand ein großzügiges Lösegeld erhofft. Und manchmal ist es zum eigenen Besten.

Gestohlener Fluch

Man sollte wirklich gründlich prüfen, was man klaut, bevor man es klaut. Es gibt Dinge, die aus gutem Grund bei ihrem Besitzer bleiben sollten.

Black Cadillac

Es gibt sie wirklich – diese Nerds, die Serienkiller verehren und deren ehemalige Besitztümer sammeln. Glaubt ihr nicht? Dann lest „Black Cadillac“!

Der letzte Luchador

Ein alter, abgehalfterter Wrestler, der nichts mehr hat außer einem schlechten Ruf, kämpft seinen letzten Kampf.


Ich kann es nicht anders formulieren. Thomas Williams Geschichten sind allesamt wahre Pageturner. Dabei hat er überhaupt kein Problem damit, alle Gangarten des Horrors auszuleben. Ob unheimlicher Spuk oder rasende Zerstörung, nichts wurde hier ausgelassen. Besonders gut gefiel mir die Stalkergeschichte, weil ich abgedrehte Psychos mag. Die Art und Weise, wie der Autor diesen Charakter zeichnete, hat mich wirklich gut abgeholt.
Sehr geil gemacht!

Als Fan der frühen Gespenstercomics von Bastei, habe ich beim Lesen dieser Geschichten sehr oft an diese Comics denken müssen, und vor meinem inneren Auge formten sich die Zeichnungen wie von selbst. Ich gebe zu, ich mag diese ganz speziellen Geschichten, die niemals gut ausgehen können, und die sich nahezu endlos wiederholen können – egal, was die Protas versuchen.

„Seltsam? Aber so steht es geschrieben …“

Dieser Satz ist den Comic-Nerds sicher noch bekannt. Mir spukt er noch immer dezent im Kopf herum.

Erwähnte ich schon, dass Thomas Williams über einen wirklich angenehmen Humor verfügt? Ab und zu lässt er diesen in seinen Geschichten aufblitzen, ohne dabei ins Lächerliche abzudriften.

Die Vielfalt aller Ideen, das Tempo und eine gesunde Portion Können machen aus dieser Sammlung ein rasantes Lesevergnügen mit großem Unterhaltungswert. Noch immer frage ich mich, wo der Typ all diese Einfälle herzaubert.

Fazit:

„Weird Trip“ von Thomas Williams ist sowas von ein Pageturner unter den Kurzgeschichtensammlungen, dass es eine wahre Freude ist.
Schnell, direkt, unterhaltsam und originell – genau so brauche ich meinen Lesestoff.

Weird Trip kann man hier bestellen *klick*

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