Sonntag, 21. September 2014

Das Geheimnis von Barton Hall - L.C. Frey

barton


Produktbeschreibung beim großen Amazonas:

Port, New Hampshire, in den letzten Jahren des neunzehnten Jahrhunderts. Der Tod seines vermögenden Vaters zieht den jungen Robert Barton zurück nach Barton Hall, dem Stammsitz seiner Familie. Aus Langeweile beginnt er sich mit den merkwürdigen Umständen zu beschäftigen, die zum Tod seines Vaters führten und gerät bald selbst in einen Strudel aus üblen Ahnungen und uralten Geheimnissen.

Wer oder was hat John Barton tatsächlich umgebracht und wie hängt das alles mit dem finsteren, halbverfallenen Haus auf dem Hügel über der Stadt Port zusammen?
Eine klassische Schauernovelle aus dem Sloburn-Universum und eine Verneigung vor H.P. Lovecraft und E.A. Poe.

Nun hat es mich also mal wieder erwischt. Mich, die so rein gar nichts mit diesem altertümlich anmutendem Horrorkram anfangen kann.
Und sind wir doch mal ehrlich zueinander: Wenn ich schon „neunzehntes Jahrhundert“ lese, will mein Körper sofort in den Schlafmodus wechseln.

Allerdings hatte die Sache in diesem Fall einen Haken für mich. Ich kannte nämlich schon drei Werke von L.C. Frey.
Da wären die ersten beiden Teile der Jake Sloburn-Reihe und der abgefahren gute Horrorthriller „Draakk“. Nie gehört? Dann wird es aber Zeit!
Man möge mir vergeben, dass ich bisher nie dazu kam, eines seiner Werke zu besprechen. Tatsächlich las ich diese zu meinem reinen Vergnügen, ohne jegliche Rezensionsverpflichtungen. Muss ja auch mal sein.
Deswegen muss ich an dieser Stelle ein kurzes Statement abgeben.
Herr Frey rockt – und das nicht zu knapp. Und weil das so ist und bisher jeder seiner Romane ein Pageturner war, kam ich auch an „Das Geheimnis von Barton Hall“ nicht vorbei.

Ich ignorierte also dieses vermaledeite neunzehnte Jahrhundert, warf die Kindle-App auf meinem Notebook an und begann gestern Abend gegen 23 Uhr mit dem Werk.
Als ich das nächste Mal auf die Uhr sah, war es etwa zwei Uhr dreißig, neben mir schnarchte mein Mann und die letzten Zeilen waren verschlungen.

Diese Novelle, die ursprünglich als Kurzgeschichte geplant war und sich dann irgendwie verselbstständigte, lieferte mir genau das, was ich von L.C. Frey gewöhnt bin. Fesselnde Unterhaltung, eine gut durchdachte Geschichte und eine unerwartete Auflösung.

Sehr ungewöhnlich: Nahezu die gesamte Novelle wurde als Brief verfasst, der sowohl Titelüberschriften als auch wörtliche Reden enthält. Künstlerische Freiheit? Ich kenne das in dieser Form nicht, aber es hatte den faszinierenden Effekt, dass sich das Ganze wie ein ganz normaler Roman liest, während man gleichzeitig den Brief im Hinterkopf hat.

An die altmodische Schreibweise habe ich mich wider Erwarten recht schnell gewöhnt, so war ich also im Nu gefesselt von dieser Geschichte, die so völlig ohne Gemetzel auskam (im Gegensatz zur Sloburn-Reihe). Ob diese Schreibweise gut gelungen ist oder nicht, wage ich nicht zu beurteilen, weil ich generell einfach nicht darauf stehe und mir somit dieses Urteil nicht erlauben KANN.
Dafür gibt es sicherlich genügend andere Experten.

Hier überwog das namenlose Grauen, das einen packt, wenn man durch alte Gemäuer schleicht, während man sich besorgt fragt, welcher wilde Watz einen eigentlich geritten hat, als man beschloss, die verwitterte, baufällige Treppe hinunterzusteigen.

Und am Ende war da noch dieser winzige Bezug zu Jake Sloburn.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hab’s aufgefressen wie nichts. Es war einfach nur gut.

Fazit:

Für meine Begriffe ein gelungener altmodischer Gruselstil. Gänsehaut, Unterhaltung, Aha-Effekt und eine Prise Sloburn. Alles da. Lesen!!!

Alle Werke von L.C. Frey sind hier erhältlich *klick*

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