Sonntag, 9. November 2014

Die andere Seite der Realität - A.P. Glonn

Die andere Seite Web


Klappentext:

London 1888. Als Inspector Seth Aspen in Whitechapel über eine Frauenleiche stolpert, ist das erst der Auftakt einer ungeheuren Mordserie, welche ganz London erschüttert. Der Mörder scheint ein nicht fassbares Phantom, von der Presse bald als Jack the Ripper betitelt. Um ihn zu stellen, verfolgt Aspen den Täter quer über den Atlantik, durch die USA und Kanada und darüber hinaus zur anderen Seite der Realität … nach Innes, einer Welt, aus welcher der Ripper seine Macht schöpft. Obwohl selbst als Fremdling verfolgt, bleibt ihm Aspen auf den Fersen; mit nur einem Ziel: Den Ripper zu finden koste es, was es wolle.

Zu Anfang einer Buchbesprechung komme ich immer ganz gerne darauf zu sprechen, woher ich den Autor kenne und welche bereits gelesenen Werke ich empfehlen kann.

Im Fall von A.P. Glonn kann ich diese Gewohnheit getrost in die Tonne treten.

Leider kenne ich bisher noch gar nichts von diesem Autor, der übrigens eine Autorin ist.

Allerdings werde ich immer gleich hellhörig, wenn der LUZIFER Verlag mir bisher unbekannte Autoren unter Vertrag nimmt, denn so viel ist klar: Dort wird wirklich kein Bockmist verlegt. Wer es bis dahin geschafft hat, befindet sich in prominenter Gesellschaft.
Kommen dann auch noch begeisterte Leserstimmen zum Tragen, Stimmen, die nicht in meinem Kopf sind, wohlgemerkt, ist das Zucken des Zeigefingers zum „Jetzt kaufen-Button“ nur noch eine Frage der Zeit.

Diese Zeit ist nun abgelaufen. Ich habe „Die andere Seite der Realität“ nicht gelesen – ich habe es gefressen.

Ich bin eigentlich kein Fan von Kriminalgeschichten, aber ich bin ein wirklich großer Fan von Geschichten über Jack The Ripper. Wenn diese dann auch noch so genial gut geschrieben sind, wie „Die andere Seite der Realität“, gibt es für mich kein Halten mehr.

Der Plot um den berühmten Serienkiller war in diesem Fall mal etwas ganz anderes, das ich in dieser Form noch nicht gelesen habe.

Dabei präsentierte sich mir eine bunte Mischung aus ein wenig Krimi, Fantasy, etwas Dramatik, Romantik (ja, auch DAS spielt hier eine Rolle, wenn auch nicht dominierend) und – für mich besonders wichtig – Humor in genau der richtigen Dosis. Die Art Humor, die im korrekten Verhältnis gewählt, dem Ganzen den letzten Feinschliff verpasst, ohne das Werk ins Alberne abdriften zu lassen.

So ist es dann auch kein Wunder, wenn der Leser Inspector Seth Aspen, Aelin und Duncan schon nach dem ersten Drittel der Lektüre rettungslos verfällt.

Evtl. schleichen sich winzige Klischees ein. Ein etwas „dämlich-verpeilter“ Ermittler, dem man ab und zu den Kopf gerade rücken muss, ist vielen Lesern sicher schon aus anderen Werken oder Filmen bekannt. Trotzdem: Für mich kein Grund zu stänkern. Spaß muss es machen!

Und das hat es nicht zu knapp!

Wie der aussagekräftige Titel uns verrät, bekommen wir es mit einer zweiten Realität zu tun. Dort kommen dann die Fantasy-Elemente zum Tragen.
Zunächst wie ein harter Wechsel erscheinend, wird diese andere, neue Welt recht schnell zu einer Selbstverständlichkeit, was man den wunderbar ausgearbeiteten Charakteren und dem tollen Schreibstil verdanken kann. Nicht eine Sekunde lang musste ich mich über Dinge wundern oder logische Abläufe hinterfragen. Hier passte einfach alles. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, kaufen wir einer Geschichte alles ab, wenn sie gut geschrieben ist.

Hier hätte ich auch ein kahlrasiertes Einhorn, das im Stringtanga auf einem Zyklop reitet, hingenommen. So viel zum Thema Glaubwürdigkeit.

Insgesamt haben wir hier einen durchaus fesselnden, unterhaltsamen Roman, der verschiedene Genres gekonnt miteinander verknüpft und somit ein vielseitiges Lesevergnügen erzeugt.

Ich bin wahrlich kein Fan von dicken Kloppern, aber hier hätte ich für weitere 200 bis 300 Seiten gerne eine Nachtschicht eingelegt. So muss phantastische Literatur sein. Fesselnd, spannend und zu allem bereit.

Abschließend bleibt nur noch, das wie immer stimmungsvoll-düstere Cover des Grafik-Designers Timo Kümmel zu erwähnen, der mit seinen abartig guten Grafiken schon häufig meinen Regalen den letzten Schliff verpasst hat.

Fazit:

„Die andere Seite der Realität“ ist ein Roman, der was kann – ein Allrounder mit Suchtfaktor, der trotz einiger blutiger Stellen auch zarter besaiteten Lesern großen Spaß machen dürfte.
Gut angelegtes Geld – gerne mehr davon!

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