Donnerstag, 30. Oktober 2014

Eilean Beatach - Die Insel der Bestie, Andreas Roschak/D.Evilll

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Klappentext:

A. J. McCullen, Letzter seines Clans, Verfechter des freien Glaubens und Gründer der „Church of Destination“. Sein Ziel ist verwegen, sieht er sich doch in der Lage, Satan einen Eid abzuringen. Dafür ist er bereit, jeden, der ihn daran hindern will, aus dem Weg zu räumen.
Die Zeit ist knapp, doch die Zeichen stehen günstig, denn es ist gefunden worden: Das Buch, so alt und geheimnisvoll – lange Zeit verschollen – birgt es den Schlüssel zu der mysteriösen Truhe, die er in jungen Jahren fand?
Eine Truhe, die nicht von dieser Welt zu sein scheint …
Robert, Mike und Chris, drei Männer, drei Freunde. Zusammen mit ihren Frauen ziehen sie los, um die schottischen Highlands zu erkunden. Sightseeing und Abenteuer. Doch der Zufall spielt ihnen ein rätselhaftes Buch in die Hände. Als sie sein Geheimnis entdecken, bricht Schritt für Schritt eine mystische, gewaltbeladene Welt über sie herein und zieht sie in einen Strudel des Verderbens. Ihr Schicksal scheint besiegelt, denn Satans Jünger gehen über Leichen …
Eilean Beatach: Eine fesselnde Mischung aus Abenteuer und Horror, mystischen Rätseln und okkulter Magie. Blutig, grausam und brutal geht der Satanskult zu Werk: Eine Geschichte, die den Leser packt, ihn mitten hinein in die Machenschaften des „Abditus Liberitas“-Bundes lenkt, um ihn dann hilflos und verwirrt am Opferstein der „Church of Destination“ zurückzulassen. Und dort erkennt er eins: Die Zahl des Menschen ist die 6 und die 6 und die 6 …


Nun habe ich ihn also endlich gelesen, den ersten Teil von „Eilean Beatach – Die Insel der Bestie“ von Andreas Roschak.
Und um es pingelig genau zu sagen, habe ich es sogar zweimal gelesen. Beim ersten Mal habe ich mir das eBook reingezogen – widerwillig, muss ich zugeben, denn ich hasse eBooks. Vor allen Dingen, wenn sie über 400 Seiten lang sind.
Warum ich es trotzdem getan habe, liegt am Autor. Von ihm kannte ich bereits „Das Säuseln im Wald“, und dieser gruselig-stimmige Schmöker hatte mich einst so begeistert, dass ich mit Schmerzen auf neuen Stoff gewartet habe.
Und ich wartete … und wartete … und …

… dann wurde ich erlöst.

Verdammt! Nur als eBook erhältlich. Aber egal. Ab auf die Kindle-App für den PC. Was tut man nicht alles für die Sucht?
Nachdem nun auch der zweite Teil „Eilean Beatach – Das Tor zur Hölle“ erschienen ist und ich rein zufällig (hüstel) in den Besitz einer Printausgabe des ersten Teils gelangen konnte, habe ich mir diesen dicken Klopper von Taschenbuch noch einmal gemütlich im Liegen und ohne Rückenschmerzen reingezogen. Und das war ein Genuss.

Wenn auch anfangs das Ganze noch eher behäbig dahinplätschert, da dieser erste Teil zunächst das einleitet, was einen im zweiten Teil aus den Latschen heben wird, kam für mich nicht einen Augenblick Langeweile auf.
Das liegt am lockeren, unterhaltsamen und gleichermaßen packenden Schreibstil von Andreas Roschak.
Der Autor hat einen angenehmen Weg gefunden, ca. 800 Seiten (beide Teile) Handlung umzusetzen.
Eine ausgefeilte Charakterzeichnung, Antagonist der extrem fiesen Art inklusive, katapultiert den Leser im Handumdrehen ins Geschehen.
Was wie ein harmloser Urlaub unter Freunden beginnt, entwickelt sich schleichend zu einem Höllentrip. Bis es soweit ist, geht etwas Zeit ins Land. Zeit, die man sich nehmen sollte!

Unmerklich wandelt sich die Situation von harmlos zu bedenklich. Man merkt es kaum. Und wenn man es merkt, gibt es bereits kein Zurück mehr.
Parallel zur Handlung der Urlauber braut sich bereits etwas wirklich Böses zusammen. Man wartet eigentlich nur darauf, dass der Bär zu steppen beginnt. Das wird er dann auch so richtig – und zwar im zweiten Teil.
Ich gebe zu, ich habe schon einen neugierigen Blick ins eBook geworfen. Aber dieses Mal, Herr Roschak, warte ich auf die Printausgabe. Ich weiß, es wird mich aus den Socken heben. Wenn das passiert, will ich liegen – unter meiner Kuscheldecke.

Fazit:

Dieser erste Teil von „Eilean Beatach“ leitet den Worst Case ein, spannend, bedrohlich und unbremsbar. Ich kann hier nur dringend raten, sich dieses Schmuckstück zu gönnen und den zweiten Teil am besten gleich hinterher zu schieben. Wahrscheinlich werdet ihr gar nicht anders können. Mir ging es jedenfalls so.

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Mittwoch, 29. Oktober 2014

Leviathan/Kopfjäger - Tim Curran

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Klappentext:

Wendebuch mit 2 spannenden Geschichten von Tim Curran!

Leviathan:
Seagull Island … eine geheimnisvolle Insel. Man munkelt, sie sei das Tor zu einer anderen Welt – einer Welt urzeitlicher Monster. Die Einheimischen reden nicht darüber. Sie verleugnen es. Aber plötzlich ändert sich alles … Auch Johnny Horowitz, ein unbeliebter Paparazzi, hat von dem Mythos gehört und ist ganz besessen von dem Gedanken, als erster einen Blick auf die andere Seite zu werfen. Während Hurricane Amelia über der Insel tobt, wird das Tor in die prähistorische Welt weit aufgestoßen, und Johnny plant dorthin zu gelangen, mit der Kamera in der Hand, unabhängig von den Konsequenzen.

Kopfjäger:
Vietnam 1970. Eine grüne Hölle, wo der Tod hinter jedem Baum, in jedem Schatten und jedem Nebel lauert. Sprengfallen und Munition, Landminen und Raketen. Mike McKinney ging dorthin, um über den Krieg zu schreiben, über den Terror und die Frustration, über Soldaten und Menschen und eine Landschaft, die durch den Krieg für immer verändert wurde … doch dann begegnet ihm noch etwas anderes: Ein urzeitlicher Horror, entsprungen dem dunkelsten vietnamesischen Aberglauben. Eine groteske Abscheulichkeit, die durch den Dschungel und über die Hochebenen schleicht, auf der Suche nach menschlichen Köpfen. Nun ist es auf der Jagd nach ihm. Und nichts kann es stoppen.

Bei Tim Curran habe ich immer ein wenig das Gefühl, er kann es mir als Leserin nie so richtig recht machen.
Bei „Zerfleischt“ war ich nach etwa 100 Seiten des immer gleichen Gemetzels recht schnell abgestumpft, so dass sich ein „weniger ist mehr-Gefühl“ einschlich.
„Dead Sea“ ist ein großartiges Buch, das mir aber auch mit etwa 200 Seiten weniger ebenso gut gefallen hätte.

Das Curran-Double „Leviathan/Kopfjäger“ konnte es mir auch nicht recht machen – aber dieses Mal im positiven Sinne.
Bei beiden Novellen hätte ich auch liebend gerne 200 bis 300 Seiten mehr verschlungen.
„Leviathan“ besticht weniger durch ausufernde Gemetzel, dafür aber umso mehr durch eine tolle Story, detailreiche und wirklich gute Szenenbeschreibungen sowie ein gut portioniertes Häppchen schwarzen Humors.
Hier hat einfach alles gepasst. Johnny Horowitz, der Unsympath schlechthin, liefert dem Leser eine actionreiche Reise in prähistorische Welten. Ich hätte hier sehr gerne mehr gelesen. Leider war das Vergnügen recht kurz – dafür aber wirklich intensiv. Diese Novelle hat großen Spaß gemacht und eine mir bislang unbekannte Seite von Tim Curran an die Oberfläche gebracht.

„Kopfjäger“ schien auf den ersten Blick nicht ganz mein Fall zu sein, weil ich nicht unbedingt auf militärisch angehauchte Schmöker stehe.
Letztlich hatte mir diese Novelle aber noch besser gefallen als „Leviathan“.
„Kopfjäger“ ist extrem in seiner Stimmung, schildert plastisch den Kriegsalltag in Vietnam, die schwarze, hoffnungslose Situation der Soldaten und zieht einen damit unweigerlich in den Abgrund.
Genial gut geschrieben – Mir blieb schlicht die Luft weg.
Sehr schön auch das Spiel mit urbanen Legenden, ein Highlight für Fans von erdrückendem Grauen und somit herrlich spooky!
Auch hier hätte ich noch Stunden weiterlesen können. Aber bekanntlich soll man gehen, wenn es am schönsten ist. Diese Story habe ich nur äußerst ungern beendet.

Zusammenfassend kann ich den Sterneabzug für die Kürze der Geschichten nicht nachvollziehen, denn beide Novellen sind Paradebeispiele für Currans vielseitiges Können. Und der Wunsch nach mehr zeigt deutlich, dass hier alles richtig gelaufen ist.

Fazit:
Das Curran-Double „Leviathan/Kopfjäger“ ist ein heimtückischer Anfixer für alle, die noch nie etwas von diesem Autor gelesen haben. Spätestens nach dem Genuss dieser beiden Novellen dürfte es um jeden Leser geschehen sein.

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Timmy Quinn, Band 1 von 3 - Kealan Patrick Burke

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Klappentext:

Der Schildkrötenjunge

1979, Delaware, Ohio, Sommerferien. Timmy Quinn und sein bester Freund Pete Marshall treffen am Myers-Teich auf einen seltsamen Jungen namens Darryl. Als sie ihren Eltern von dieser Begegnung erzählen, treten sie damit etwas in Gang, das seinen Ursprung in einer schrecklichen, bösartigen und brutalen Vergangenheit hat – und das Timmy Quinns Leben fort an verändern wird.

Diese Novelle gewann 2004 den Bram Stoker AWard als beste Novelle des Jahres!

Die Häute

Sieben Jahre sind seit den Ereignissen am Myers-Teich vergangen. Timmy Quinn ist auf der Suche nach einem Ort des Friedens, und das führt ihn zu seiner trauernden Großmutter in eine kleine Hafenstadt an der Südküste Irlands. Doch schnell verwandelt sich der Hafen in einen Käfig, in dessen Grundfesten sich die Toten in einer alten zerfallenden Fabrik versammeln.
Um sein Leben und das derer, die er liebt, zu beschützen, muss Timmy Quinn einen Schritt hinter den Vorhang treten, in das Reich der Toten, um dort noch etwas viel grauenhafteres zu entdecken – eine riesige Gruppe, bekannt als »Die Häute«

Noch bevor erste Werke von Kealan Patrick Burke ins Deutsche übersetzt wurden, war sein Name bereits für viele Englisch lesende Horror-Fans ein Begriff.
Im Laufe der Jahre stolperte ich immer wieder über diesen Autor und ich habe mir sagen lassen, dass gewisse Leserinnen schon alleine deswegen seine Bücher kauften, weil er so ein „Schnuckelchen“ sei.

Was zur Hölle … ?

Ja, Sachen gibt es …

Ich persönlich bin nicht unbedingt empfänglich für solche Äußerlichkeiten (glaubt es oder nicht), aber ich bin umso empfänglicher für die Empfehlungen meiner gleichgesinnten Bücherfreunde.
Darum hatte ich dann auch richtig Spaß, als Voodoo Press sich endlich erbarmte und „Herr der Moore“ ins Deutsche übersetzte.

Meine Erwartungen wurden gänzlich erfüllt, also steht Mr. Burke seitdem auf meiner persönlichen Liste der Lieblingsautoren.

Auf „Timmy Quinn“ warten wir alle nun schon etwas länger, aber lasst euch gesagt sein: Das Warten hat sich gelohnt.

Band 1 von 3 umfasst die Novellen „Der Schildkrötenjunge“ und „Die Häute“.

Kealan Patrick Burke bleibt mit dieser Reihe seinem gelungen düsteren Stil treu und legt sogar noch ein Schüppchen drauf.
Hier wird der Leser nicht unbedingt mit Brutalitäten geködert, wenn auch ein gewisses Maß an Grausamkeit vorhanden ist.
Vielmehr besticht der Autor mit seinem düster-bildhaften Schreibstil, dem man rettungslos verfällt, sobald man die ersten Seiten inhaliert hat.
„Der Schildkrötenjunge“ dient hierbei sozusagen als Vorstellung von Timmy Quinn – ein außergewöhnlicher Junge mit einer besonderen Gabe. In dieser ersten Novelle lehrt der Autor uns bereits das Fürchten.
In „Die Häute“ wird die Daumenschraube des Horrors allerdings noch enger gezogen. Tatsächlich habe ich es an verschiedenen Stellen vor lauter Spannung kaum noch ausgehalten. Lesen, des nachts, allein – das war verdammt scary!
Nennt mich Gänsehaut-Woman! Diese Geschichten haben mich wirklich mächtig gegruselt. Ich bin und bleibe ein begeisterter Fan dieses Autors. Und dass er ein Schnuckelchen ist, na ja, dafür kann er ja nichts. Schreiben kann er jedenfalls, aber holla die Waldfee!

Fazit:
„Timmy Quinn – Der Schildkrötenjunge u. Die Häute“ ist der zu hundert Prozent gelungene Auftakt einer Reihe, die einfach nur Spaß macht.
Wer sich mal wieder richtig gruseln und sich vor lauter Grauen ganz fest in seine Bettdecke wickeln möchte, sollte hier unbedingt zuschlagen. Ich bin wirklich nicht leicht zu ängstigen, aber Mr. Burke hat mich vor dem Schlafengehen die Schränke kontrollieren lassen. Klasse!

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Montag, 27. Oktober 2014

Unmensch - Sönke Hansen, Gastrezension von Jasmin Jülicher

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Dieses Mal war ich als Teil des Amrûn-Teams an der Entstehung von “Unmensch” indirekt beteiligt. Deswegen bin ich “befangen”und darf meinen Senf zum Buch nicht selbst verfassen. Trotzdem möchte ich es mir nicht nehmen lassen, zu betonen, dass ich auch vor meinem Ausflug ins Lektorat und Korrektorat bereits ein großer Fan von Sönke Hansen war. Mir war immer schon klar: “Aus dem Typ wird mal was!” Das dachte sich auch Amrûn-Chef Jürgen Eglseer und schnappte sich ganz flott dieses rasante Manuskript, bevor es ein anderer Verlag tun konnte. Gut gemacht, Jürgen!
Natürlich gebe ich nicht eher Ruhe, bis ich einen Weg finde, Amrûn-Bücher trotzdem auf Horror and more vorstellen zu können.
Aus diesem Grund hat Gastrezensentin Jasmin Jülicher “Unmensch” für euch gelesen und besprochen.
Danke für die Rezension, Jasmin!!!


Klappentext: Dem Journalisten Mark Dorn bietet sich die einmalige Gelegenheit, einen Serienkiller auf der Jagd zu begleiten. Doch die Sache eskaliert. Plötzlich klebt auch an Marks Händen Blut. Kann er den mordenden Unmenschen noch aufhalten? Will er es überhaupt?

Oh ja, der Klappentext machte sofort Lust auf mehr. Wo trifft man einen Serienkiller? Und wie kommt man dazu, einen zu begleiten? Von diesen Fragen getrieben hetzt man nur so durch den ersten Teil des Buches. Man lernt beide Hauptpersonen kennen. Und endlich lernen sie einander kennen. Fast ab dem Punkt tritt der Autor gefühlt auf die Bremse, um eine Vollbremsung zu vollführen. Irgendwie bleibt das, was man sich anhand des Klapppentextes ausgemalt hat, aus. Und irgendwie ist die Story, die ich als Leser für die Story gehalten habe, vorbei. Was kommt, ist eine Reise in die geschundene Seele des Protagonisten. Eine sehr, sehr lange Reise. So viel zur Geschichte.

Auch wenn mir das Tempo und die Spannung gerade im Mittelteil des Buches gefielen, fehlte doch immer etwas. Ein kleines Etwas, das ich nicht recht bestimmen konnte. Möglicherweise lag es an der Kälte, mit der alles beschrieben wurde, welche weder Sympathie noch Mitgefühl für die Hauptfigur aufkommen ließ, möglicherweise an den dauernden Wiederholungen in Bezug auf die Hauptperson (ich gehe nicht näher darauf ein, das würde nur zu viel von der Geschichte verraten).
Gespickt ist das Buch zusätzlich mit wirklich fiesen Szenen, die Freunde der härteren Gangart in Büchern sicher erfreuen, Menschen, die es lieber etwas gemäßigter mögen, jedoch sicher verstören werden.

Fazit: Ein absolut lesenswertes Buch mit einer sehr guten Idee, einigem an Gemetzel, absurden Szenen und zwischendurch einem deutlichen „Hä?“- Moment.

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