Freitag, 13. Februar 2015

Fleisch 2 - Horror-Anthologie

Fleisch2


Mit Anthologien ist das ja oft so eine Sache.
Es ist eher selten der Fall, dass ich mich für jede Geschichte einer solchen Sammlung begeistern kann. Tatsächlich muss ich hier aber mit Anlauf meinen Hut ziehen.

Dieses beim Eldur-Verlag erschienene Sammelsurium der Grausamkeiten wartet mit altbekannten Namen auf, gibt aber auch Newcomern eine Chance.

Autoren wie z.B. John Aysa, Markus Kastenholz, Sönke Hansen, Peter Lancester, Bernhard Giersche, Torsten Exter, Thomas Backus, Torsten Scheib, Sören Prescher und Thomas Williams waren mir bereits vorher ein Begriff.
Da ahnte ich bereits, was ich zu erwarten hatte – und ich bekam sogar noch viel mehr. Jede einzelne Story packte mich hart im Genick und ließ somit keine Wünsche mehr offen.

Eigentlich möchte ich keinen Autor besonders hervorheben, weil jeder auf seine ihm eigene Art reichlich auf dem Kasten hat. Aber da wir schon beim Kasten sind:
Markus Kastenholz hat mich ganz besonders mit „Jenseits der Gleise“ so dermaßen gut abgeholt, dass es mir fast die Kuschelsöckchen ausgezogen hätte. Respekt, Mann!!!

Thomas Williams „Pornozismus“ war absolut mein Ding. Eine völlig abgedreht, absurde Story, die einen vor lauter Spaß fröhlich mit dem Fuß wippen lässt. Genau mein Ding.

Dann waren da noch Autorinnen und Autoren, von denen ich zwar gehört, aber noch nicht viel bzw. gar nichts gelesen hatte.
Als da wären: Antje Ippensen, Piper Marou, Rosa leber, Alisha Godoy, Michael Hauenstein und Cassandra Schwartz.

Meine besonderen Favoriten waren hier Antje Ippensen und Rosa Leber, die mich mit ihren Geschichten komplett vom Hocker gerissen haben. Auf euch werfe ich künftig ein riesengroßes Leser-Auge. Sehr gerne in Zukunft mehr von den beiden. Genau so etwas braucht die Horror-Welt. Danke dafür.

Alle hier nicht Erwähnten waren deswegen aber nicht minder gut. Es würde nur einfach den Rahmen sprengen, auf jede Story einzugehen. Darum hier nur meine Highlights und ein Gesamteindruck.

Einziger Meckerpunkt ist für mich die Schriftgröße. Dies ist aber nicht nur bei diesem Buch ein Problem gewesen, sondern scheint derzeit auch bei anderen Verlagen groß in Mode zu sein.
Für's bloße Auge mittleren Alters zu klein, für die Lesebrille schon fast wieder zu groß. Auf dem Reader wäre das sicher kein Problem, aber für nicht mehr ganz taufrische Printliebhaber stellt diese Schriftgröße eine nette Herausforderung dar. Allerdings entschädigt der durch die geringere Seitenzahl sicherlich günstigere Kaufpreis ein wenig für die erlittene Anstrengung.

Ich bin dann mal beim Optiker.

Fazit:

Eldur hat mit „Fleisch 2“ eine gut durchwachsene, unterhaltsame und vielseitige Anthologie hingelegt, die qualitativ den Veröffentlichungen der großen Verlage in nichts nachsteht. Von der Gänsepelle bis zum Magensalto war hier jede Reaktionsvariante vertreten. Die Auswahl stimmt hier bis ins Detail.
Eben habe ich für mich auch Teil 1 entdeckt (sehr fieses Cover!). Ich bin ziemlich sicher, dass ich den Kauf nicht bereuen werde. Einmal Blut geleckt – ihr kennt das sicher...

Fleisch 2 gibt es hier *klick*

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