Dienstag, 24. März 2015

Rönum - Jörg Karweick

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Klappentext:

Der Leuchtturm, ein düsteres, riesiges Ungetüm. Er sendet sein Signal aus. Mensch, Tier und Wasser spielen verrückt. Gibt es einen Zusammenhang? Und was ist eigentlich Rönum? Ein abgelegenes Dorf an der Nordsee. Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Rodacher ist zurückgekehrt, um im Ort seiner Kindheit das Reisebüro seines Vaters weiterzuführen. Doch jetzt, da die Nächte kalten Nebel von den Feuchtwiesen aufsteigen lassen und die Touristen verschwinden, kehren dunkle Bilder aus seiner Kindheit zurück und mit ihnen die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, für immer von hier fortzubleiben. Erst scheinen die Schafe den Verstand zu verlieren, dann verschwindet Rodachers langjährige Mitarbeiterin Maria Feinworth. Auf der Suche nach ihr entdeckt er, dass eine dunkle, geheimnisvolle Macht vom Leuchtturm und seinem Wärter ausgeht, der sich niemand entziehen kann. Und dann nimmt das Unheil seinen Lauf. Ein Mystery-Thriller zwischen Stephen King und Twin Peaks!

„Rönum“ war mein erster Thriller von Jörg Karweick – und ziemlich sicher wird es auch nicht bei diesem bleiben.
Zuvor habe ich mich ein wenig erkundigt und dabei die unterschiedlichsten Meinungen vernommen. Manche fanden das Buch nicht so prall, andere schwärmten wiederum von der packenden Atmosphäre. Kontroverse Meinungen machen natürlich neugierig, also ran an das Buch!
Tatsächlich muss ich einem der anderen Rezensenten beipflichten: „Rönum“ kommt zunächst wie ein Krimi daher. Aber das täuscht. Lediglich die ersten Seiten lassen diesen Eindruck kurz aufblitzen. Sehr schnell wird einem dann aber klar, dass diese Geschichte sehr weit von einem Krimi entfernt ist.
Zuallererst hat mich der Schreibstil mächtig geflashed. Umgebungen, die Menschen in ihrer grenzenlosen, norddeutschen Spießigkeit und zuletzt das schleichende Grauen waren genial gut beschrieben.
Dabei gab es an keiner Stelle Längen und somit auch keine Langeweile.
Wer nun aber denkt, es hier mit einem Action-Kracher zu tun zu haben, dem muss ich vorab gehörig auf die Finger klopfen.
Diese Geschichte punktet nicht mit rasantem Gemetzel und ebenso wenig mit pornösen Abgründen. Hier kommt ein schleichendes, feuchtkaltes Unbehagen zum Tragen, das sich wie ein unheimliches Geräusch durch die gesamte Storyline zieht.
Dinge werden niemals direkt ausgesprochen, sondern eher hinter vorgehaltener Hand angedeutet. Es tun sich Rätsel auf, die zum Teil auf die Personen bezogen sind, zum Teil aber auch nicht. Eine angenehm gruselige Ladung Mystik kommt hier zum Tragen, die, wenn ich das so sagen darf, meisterhaft dezent umgesetzt wurde.
Auch dieser Roman ist wieder ein sehr gutes Beispiel dafür, dass weniger eben manchmal doch mehr ist.
Die Auflösung lässt Raum für eigene Spekulationen, war evtl. sogar etwas dürftig, lässt mich als Leserin aber mit der unruhigen Vorfreude auf eine mögliche Fortsetzung zurück.

Fazit:
„Rönum“ kann was! Wer sich mal etwas von der Extrem-Literatur entfernen, einen herrlichen Schreibstil und leises Unbehagen spüren möchte, sollte einfach zuschlagen.

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