Dienstag, 22. September 2015

Die Schuld der Engel - L.C. Frey




Klappentext:
Der Leipziger Kommissar Karl Sauer hat Grund zur Freude: Wenige Tage vor seiner Pensionierung gelingt es ihm, seinen letzten Fall in Rekordzeit zu lösen. Doch im Urlaub kommen Sauer Zweifel, und er rollt den brutalen Mord an einem Leipziger Anwalt nochmals auf. Aber damit geraten Sauer und seine junge Kollegin Selina Gülek ins Visier eines eiskalten Psychokillers.
Mit „Schuld der Engel“ von L.C. Frey breche ich erneut mit meiner eigenen Regel: Keine Krimis. Komme, was da wolle, ich lese keine Krimis.

Hin und wieder gibt es aber sogenannte Ausnahme-Autoren, die mich zuvor bereits mit anderen Werken begeistern konnten. In diesem Fall verschlang ich bereits die „Jake Sloburn-Reihe“, „Das Geheimnis von Barton Hall“ und „Draakk“ von L.C. Frey. Da dachte ich, ein Krimi würde mich schon nicht umbringen.

Ich gebe zu, dass ich vermutlich aufgrund dieser Einstellung bereits mit „langen Zähnen“ an die Lektüre herangetreten bin. So tat ich mich zu Anfang etwas schwer und brauchte einige Seiten, um „hineinzukommen“.

Gerade Karl Sauer ging mir auf den ersten Metern mächtig auf den Senkel. Ich empfand ihn als unsympathisch, klischeebehaftet und hätte ihn aufgrund seiner noch klischeebehafteteren Sprüche anfangs am liebsten gegen die sprichwörtliche Wand geklatscht.

Ja, ich tat mich wirklich schwer.

Da ich den Autor aber kenne und genau weiß, was er kann, übte ich mich in Geduld, die schließlich auch belohnt wurde. Er schafft es nämlich irgendwie still und heimlich, diese anfängliche Antipathie in widerstrebende Sympathie umzuwandeln. Man merkt es nicht einmal so richtig, aber irgendwann stellt man fest, dass man Karl Sauer absolut cool findet, ob man will oder nicht. Es passiert einfach, und man kann rein gar nichts dagegen tun.

Auf dieselbe hinterhältige Weise wurde ein Psychopath erschaffen, dessen Abgründe sich so absurd wir spannend gestalten. Man möchte bestimmte Fakten hinterfragen, kann man aber nicht, weil Psychopathen sich schlicht nicht natürlichen Gesetzen unterwerfen. Gerade diese Tatsache wurde m.E. hier gut herausgearbeitet.

Bei L.C. Frey sollte man auf eben auf alles gefasst sein. Dies hat „Schuld der Engel“ in vollem Umfang bewiesen.
Insgesamt hatte ich dann doch noch meinen Spaß, sodass ich diesen Roman gerne weiterempfehle.

Fazit:
„Die „Schuld der Engel“ konnte mich nach einem nicht ganz so fesselnden Anfang schließlich doch noch ans Buch binden. Mit einem guten Händchen für Charaktere und Spannungsaufbau gelang L.C. Frey ein packender Thriller mit „unfreiwillig“ sympathischen Charakteren.

Die Schuld der Engel kann man hier bestellen *klick*

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen