Dienstag, 22. Dezember 2015

Ruf der Dunkelheit







Klappentext:
Weihnachten 1914. Es lauert in den Schützengräben: Eine Macht, die Jahrhunderte im Verborgenen schlummerte, wird durch das zermürbende Kriegstreiben im regendurchtränkten Flandern geweckt. Dunkle Schatten nähern sich den Stellungen der Krauts und Tommys, gefährlicher noch als das Trommelfeuer der Mörser und Haubitzen.
Immer mehr Leichen säumen die Schlachtfelder.



Um es etwas detaillierter als im Klappentext zu formulieren, ohne zu spoilern: Schauplatz ist die Gegend um das Schlachtfeld während des Ersten Weltkriegs. Die Tommys und die Krauts bekämpfen sich bis zum Tod.
Erzählt wird die Story aus zwei Perspektiven. Da ist zum einen Mallory auf der Seite der Briten und zum anderen Walter, einer der deutschen Soldaten.
Abgesehen vom ständigen Regen und der allgegenwärtigen Todesgefahr bergen die Gräben und Bombenkrater eine weitere Gefahr, die sich wie ein Todesschleier über die gesamte Gegend legt. Dazu später noch einige Worte.

Als Leser sieht man sich unverzüglich mit den typischen Gegebenheiten eines Kriegsschauplatzes konfrontiert.
Obwohl dies nicht unbedingt mein bevorzugtes Thema ist, konnte ich mich recht schnell hineinfinden und das für mich ansonsten eher uninteressante Szenario ausblenden.
Dies ist einzig dem Können der beiden Autoren Constantin Dupien und Vincent Voss zu verdanken, die den recht kurzen Roman abwechselnd vorantreiben.

Die düstere, gefährliche und depressive Stimmung an einem solchen Schauplatz noch zu toppen, ist mit Sicherheit kein Kinderspiel. Den beiden Autoren ist es jedoch gelungen, dem Ganzen noch einen Schauereffekt hinzuzufügen.

Mit viel Gefühl und raffinierten Stilmitteln wurde Schritt für Schritt eine Spannung aufgebaut, die es einem eiskalt den Rücken herunterrieseln lässt. Das Grauen steigert sich eher bedächtig. Die beiden Autoren haben sich Zeit gelassen und lassen den Leser ziemlich lange am Spannungshaken zappeln, bis es schließlich zum Showdown kommt.
Damit wären wir wieder bei der anfangs erwähnten Gefahr, die in den Gräben lauert.
Was sich über viele Seiten so grandios und großartig geschrieben aufgebaut hat, wird dann leider am Ende relativ schnell abgehandelt. Der Showdown kommt nicht überraschend, dafür aber eher knapp und stiefmütterlich, hatte ich doch nach einem nervenaufreibenden Ritt wie diesem etwas mehr “Kawumm” erwartet.

Letztlich bekam das, was eigentlich ein Kurzroman ist, das Ende einer typischen Kurzgeschichte verpasst, die den Leser (also mich) etwas unbefriedigt und mit offenen Fragen zurücklässt. Dies führt dann auch zu einem Stern Abzug auf Amazonien. Ich hätte mir für dieses Romanende etwas mehr Durchhaltevermögen seitens der Autoren gewünscht, denn das ging mir schlicht zu schnell.
Trotzdem tröstet mich der insgesamt gelungene Spannungsaufbau über das eher hastige Ende hinweg. Bis zu diesem habe ich mich nämlich ausgesprochen gut unterhalten gefühlt.

Fazit:

“Ruf der Dunkelheit” von Constantin Dupien und Vincent Voss hat alles, was ein düsterer Horrorschmöker braucht. Ein etwas zu kurz geratener Showdown schmälert das Vergnügen ein wenig. Trotzdem: Wer eine großartig geschriebene Spannungslektüre zu schätzen weiß und am eigenen Leib erleben möchte, wie unaussprechliches Grauen einen fest im Griff hat, sollte hier zugreifen.

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