Rona Walter



Rona Walter, Drehbuchautorin aus Schottland, lebt heute in ihrer Wahlheimat Hamburg. Sie studiert „English and Literature“ mit Schwerpunkt „Romanticism & 19th Century Novel“ an der Universität Milton Keynes in England und arbeitet halbtags in einem Callcenter für Zeitschriften.


Einem Interview mit ihr auf dem Blog "Meine kleine Bücherstube" entnehme ich, dass sie auch schon als Buchhändlerin gearbeitet hat. Jedoch ist ihre Liebe zum Schreiben nicht diesem Berufsbild entsprungen.
Ihre Leidenschaft für Märchen und düstere morbide Literatur dürfte da wohl eher den Stein ins Rollen gebracht haben.
Zitat aus oben genanntem Interview:

"Inspiriert haben mich schon immer die Geschichten alter Meister der viktorianischen Schauerliteratur wie Anne Radcliffe, Wilkie Collins und mein persönlicher Held, Lord Byron. Allerdings orientierte ich mich bald in Richtung Drehbuchschreiben, da meine Passion auch dem Film gilt, und gründete 2011 meine english/deutsche Drehbuchfirma „gloomy media scriptwritings“."


Diese Inspiration gipfelte schließlich in ihrem ersten Roman "Kaltgeschminkt", den ich Euch heute gerne vorstellen möchte.


Inhalt laut Klappentext:

In Hamburg versucht der Bestatter James Beastly erfolglos eine Leiche zu präparieren – doch die ist am nächsten Morgen jedes Mal in unverändert grausam zugerichtetem Zustand. 
In Schottland lässt sein Kollege Harris McLiod keine skurrile Möglichkeit zum – letztendlich erfolglosem – Selbstmord aus. 
Als Harris sich des Toten in Hamburg annehmen soll, erhält er unerwünschte Einblicke in die wahre Arbeit von James. Unfreiwillig kommt er den morbiden Geheimnissen seines Kollegen auf die Schliche. 
Längst haben »Die Drei« eine Wette um James´ Seele abgeschlossen – und Harris soll sein Nachfolger werden. 
Doch was die Todesherrscher mit ihren Angestellten vorhaben, ist unwahrscheinlich grausamer, als man sich in seinen dunkelsten Philosophiestunden ausmalen kann. 
Und dann ist da noch Blutfee Rachelle …
 
Rona überließ mir eine hübsch lange Leseprobe, die ich mir bei einer Tasse Kaffee und passend düsterem Wetter in aller Ruhe zu Gemüte führte.
 
Gleich der Prolog von Harris McLiod liess mein verwöhntes Leserherz höher schlagen. Die rotzige und kackendreiste Ansprache des Protagonisten gleich zu Anfang der Lektüre hat mir imponiert, mich zum Lachen gebracht und mir gleichzeitig einen Vorgeschmack auf die folgenden zwei Kapitel geliefert.
 
Aus einer Rezension bei Amazon erfahre ich, dass dieser Prolog aus einem Wikipedia-Artikel bestünde.
Völliger Quatsch!
Es gibt einen winzigen Wikipedia-Auszug, der aber mengenmässig in keinem Verhältnis zum eigentlichen Prolog steht.
Harris McLiod erklärt uns das Prinzip der Feen auf eine herrlich schnoddrige und gleichermaßen sympathische Art, die uns sogleich ein klares Bild von ihm zeichnet.
 
Harris ist selbst- und sozialkritisch, ungehobelt und lebensmüde. Sein Leben mit allem was darin ist und wir als Leser sind ihm völlig egal. Das lässt er uns spüren, und das sagt er auch deutlich.
 
Herrlich! Der Versuch, ihn unsympathisch darzustellen, macht ihn ausserordentlich sympathisch. Absolut genial gelungen!
 
Zu Beginn des ersten Kapitels überrascht mich Rona's Schreibweise, die mitunter unfassbar wortgewaltig aber auch leicht altmodisch daher kommt. Kurzerhand glaube ich, mich in einem Roman aus der Epoche ihrer Lieblingsschriftsteller wiederzufinden.
 
Dass ich verarscht wurde, merke ich spätestens beim ersten Auftauchen von Piercings, Tattoos und Mikrowellen.
 
Nicht, dass mich das gestört hätte. 

"Kaltgeschminkt" ist ein düsterer, zynischer und amüsanter Gothic-Horror Roman, der sich mit seinem abgefahrenen Protagonisten Harris und seiner lebensverneinenden Art in mein morbides Horrorherz gefressen hat.

Dass ich bloss den Prolog und die ersten beiden Kapitel lesen konnte, geht gar nicht. "Kaltgeschminkt" steht definitv auf meiner Wunschliste für die kommenden Wochen, und auf Eurer sollte er auch stehen!

Ich hätte da noch einen tollen Buchteaser für Euch:


 Und weil es so schön war: Rona Walter liest aus "Kaltgeschminkt"




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Und last but not least Rona Walter auf Facebook  
 

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